Bayerischer Landtag

Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten berät Waldbericht 2017

Mittwoch, 8. November 2017
– Von David Lohmann –

Trotz Stürmen und Schädlingen geht es Bayerns Wäldern wieder etwas besser. Trotzdem ist noch immer jeder vierte Baum geschädigt – Sorgenkind Nummer eins bleibt die Kiefer. Um die Wälder an den Klimawandel anzupassen, setzt Forstminister Helmut Brunner (CSU) auf den Waldumbau hin zu Mischwäldern. Der Forstausschuss begrüßte das Konzept, forderte aber noch mehr Forschung, Personal, Finanzmittel – und einen strafferen Zeitplan.

Der trockene Sommer 2015 hat Bayerns Wäldern stark zugesetzt. Fast zehn Prozent der Fichten mussten „Nadeln lassen“, berichtete Brunner dem Forstausschuss. Heute gehe es Fichte, Tanne und vor allem Buche trotz Stürmen wie Niklas oder Kolle und Schädlingsbefall von Borken- sowie asiatischen Laubholzbockkäfern wieder ein wenig besser. Der durchschnittliche Nadel- und Blattverlust ist nach Angaben des Ministers um zwei auf 20,7 Prozent zurückgegangen. „Nur die Kiefer verharrt bei den Nadelverlusten mit über 32 Prozent auf höherem Niveau.“

Um die Wälder an den Klimawandel anzupassen, setzt Brunner auf den Waldumbau. „Wir wollen statt bisher 6000 nun 10.000 Hektar pro Jahr umbauen und so bis zum Jahr 2030 insgesamt 200.000 Hektar akut gefährdete Bestände in klimatolerante Mischwälder umgewandelt haben“, betonte der Minister. Dafür seien 200 Millionen Euro und 200 neue Stellen für die Forstverwaltung vorgesehen. Die 700.000 Waldbesitzer sollen beim Waldumbau durch persönliche und digitale Beratung wie zum Beispiel durch das Online-Waldbesitzerportal unterstützt werden.

Abschließend betonte Brunner, dass der Wald nicht nur ein wichtiger Teil der Heimat für viele Menschen, sondern mit 37 Milliarden Euro Umsatz und 196.000 Beschäftigten auch ein „Motor der Entwicklung“ sei. „Jedes fünfte Wohngebäude wird in Bayern inzwischen aus Holz gebaut.“ Aufgrund des Waldumbaus hin zu mehr Laubholz müsse bei der Holzverwendung in Zukunft allerdings stärker auf die Verwendung neuer Laubholz-Produkte geachtet werden. Das Cluster Forst und Holz in Bayern soll dabei eine Vorreiterrolle übernehmen.

„Wir sind auf einem hervorragenden Weg“, lobte Klaus Steiner (CSU) Brunner in der anschließenden Aussprache. Sorgen bereitetem ihm allerdings der Laubholzbockkäfer und neue Baumkrankheiten wie das Eschentriebsterben. Zwei Drittel der Bäume leiden unter dem aus Asien stammenden Pilz. Hier muss laut Steiner intensiv an der Eindämmung geforscht werden. Horst Arnold (SPD) kritisierte, dass die Ziele zum Waldumbau bis 2020 nicht annähernd erreicht wurden. „Ohne sich selbstkritisch zu fragen, wo der Fehler lag oder gar auf Vorschläge von uns einzugehen, verschiebt die Staatsregierung das Ausbauziel einfach nach hinten.“ Markus Ganserer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) mahnte angesichts der Klimaüberhitzung, nicht nur über Anpassungsstrategien zu sprechen. „Wir müssen endlich den Klimawandel in den Griff bekommen.“ Dr. Leopold Herz (FREIE WÄHLER) beklagte, dass die Personalaufstockung angesichts des Stellenabbaus in den letzten Jahren unzureichend sei. „So lässt sich die geplante Waldumbauoffensive sicher nicht stemmen.“

Seitenanfang