Bayerischer Landtag

Ausschuss für Fragen des öffentlichen Dienstes: Einblick in die Schule der Kommissare

Dienstag, 12. Juni 2012
– Von Susanne Forstner –

„Rund 3500 Studierende betreut die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Bayern derzeit, 800 davon im Fachbereich Polizei“, erläuterte der Präsident der Fachhochschule Hermann Vogelgsang den Mitgliedern des Ausschusses für Fragen des öffentlichen Dienstes im Rahmen eines Informationsbesuches bei der so genannten Schule der Kommissare in Fürstenfeldbruck.

An der Fachhochschule in Fürstenfeldbruck absolvieren die Ratsanwärter der Polizei einen Teil ihres Masterstudiengangs, bevor sie auf die Deutsche Hochschule der Polizei in Hiltrup/Münster wechseln. Über den Masterstudiengang können sich Polizeibeamte der dritten Qualifikationsebene für Ämter ab der vierten Qualifikationsebene fortbilden. Im Rahmen einer Petition hatte sich der Ausschuss für Fragen des öffentlichen Dienstes vor einiger Zeit mit den Zugangsvoraussetzungen zu diesem Studiengang befasst und die Vorgaben zur Platzziffer der Bewerber als zu streng bemängelt. Die Ausschussvorsitzende Ingrid Heckner (CSU) zeigte sich deshalb erfreut darüber, dass die Regelungen nunmehr gelockert worden seien und die Platzziffer der Kandidaten aus der zurückliegenden Laufbahnprüfung jetzt im zweiten Fünftel statt im ersten Fünftel liegen dürfe.

Über die genauen Auswahlkriterien und die Gewinnung der Ratsanwärter informierte Polizeioberrätin Kerstin Schaller vom Innenministerium. „2009 wurde eine Mitarbeiterbefragung durchgeführt, um die Gründe zu untersuchen, weshalb sich Mitarbeiter für oder gegen diese Fortbildungsmöglichkeit entscheiden. Auf Basis der daraus gewonnen Erkenntnisse sowie eines detaillierten Anforderungsprofils für Führungspositionen in der vierten Qualifikationsebene wurde der Auswahlprozess weiterentwickelt“, erklärte Schaller.

Neben einem Studienort in Sulzbach-Rosenberg werden in Fürstenfeldbruck, auf dem Areal des Klosters Fürstenfeld, zudem auch die Anwärter für die Kommissarslaufbahn in Bayern ausgebildet. „Unsere Studenten sind zum einen Schulabgänger mit Fachhochschulreife bzw. Hochschulreife, zum anderen Polizeibeamte aus der zweiten Qualifikationsebene“, so Vogelgsang. Das Studium umfasse 25 verschiedene Fächer aus den Bereichen Rechtswissenschaften und polizeiliches Einsatzmanagement. Ein wichtiger Sektor sei dabei das polizeiliche Einsatzverhalten, bei dem die Studierenden in Form von Rollenspielen auf die verschiedensten Situationen ihrer späteren polizeilichen Tätigkeit vorbereitet werden. Der jetzige Studienablauf und die Studieninhalte sind auf eine Studienreform im Jahr 2002 zurückzuführen, bei der Spezialgebiete ausgesondert und fächerübergreifende Lehrinhalte sowie Methodenkompetenz mehr in den Mittelpunkt gerückt worden sind.

Im Gespräch mit den Abgeordneten kamen auch der Personalrat Bernd Weinmann, der Leiter des Studienbetriebs Friedrich Mülder, der Vertreter der Studierenden Bernhard Dusch sowie der Verwaltungsleiter Jürgen Roese zu Wort. Ein wichtiges Anliegen war es ihnen, darauf hinzuweisen, dass die Zahl der Studierenden in den nächsten Jahren um ca. 25 Prozent steigen werde. Damit der Studienbetrieb auf gewohnt hohem Niveau weitergeführt werden könne, seien die Anzahl an Dozenten sowie die räumliche Unterbringung der Studierenden im Blick zu behalten.

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