Bayerischer Landtag

Ausschuss für Fragen des Öffentlichen Dienstes: Fraktionsübergreifendes Lob für Arbeit des Landespersonalausschusses (LPA)

Dienstag, 3. Juli 2012
– Von Alexandra Kournioti –

Es ist fast schon eine Tradition: Zum wiederholten Mal haben die Mitglieder des Ausschusses für Fragen des öffentlichen Dienstes die Arbeit des Landespersonalausschusses (LPA) fraktionsübergreifend gelobt. Vorsitzende Dr. Sigrid Schütz-Heckl legte dazu eine Bilanz für das Jahr 2011 vor, in der sich vor allem die neue Rolle des LPA seit Inkrafttreten des Neuen Dienstrechts Anfang 2012 widerspiegelt. Ein Schwerpunkt der Arbeit des LPA liege nunmehr im Bereich der Personalentwicklung und Beratung, berichtete Schütz-Heckl.

In insgesamt 300 Fällen hat der LPA laut Bericht die obersten Dienstbehörden in Sachen Neues Dienstrecht beraten. Außerdem stimmte er sieben Verordnungen zu. Unter ihnen habe jene zur „Durchführung der modularen Qualifizierung“ – sie gilt für die meisten Ministerien und den gesamten kommunalen Bereich – die größte Bedeutung. In dem Zusammenhang formulierte Schütz-Heckl eine Forderung: „Dass die Maßnahmen der modularen Qualifizierung mindestens schon im vorletzten Amt vor dem ersten Beförderungsamt der nächsthöheren Qualifikationsebene begonnen werden können." Dies entspreche dem im Dienstrecht verankerten Grundgedanken vom lebenslangen Lernen.

Nach wie vor interessieren sich viele junge Menschen für eine Tätigkeit im öffentlichen Dienst. So haben laut Schütz-Heckl für den Einstellungsjahrgang 2011 der zweiten Qualifikationsebene im nichttechnischen Bereich insgesamt 12.829 Frauen und Männer am Auswahlverfahren teilgenommen. Das waren laut Schütz-Heckl 1250 mehr Kandidaten als im Vorjahr. Allerdings sei diese Zahl teilweise auch vom doppelten Abiturjahrgang beeinflusst. Das Resümee der Vorsitzenden: „Die hohe Zahl an Bewerbern trägt dazu bei, dass sich die öffentliche Verwaltung aus einer Vielzahl von Kandidaten die Besten auswählen kann." Die Aspiranten wiederum schätzten nicht zuletzt die Sicherheit des Arbeitsplatzes im öffentlichen Dienst. Um fähigen Nachwuchs zu rekrutieren, beteilige sich die Geschäftsstelle des LPA unter anderem an Messen für Schulabsolventen. Schulen, an denen schwerbehinderte Menschen unterrichtet werden, schreibe man individuell an, um auf Arbeitsmöglichkeiten hinzuweisen. Diese Praxis bewähre sich: Im vergangenen Jahr seien insgesamt 31 schwerbehinderte Menschen eingestellt worden.

Wer im öffentlichen Dienst tätig ist, kann an diversen Qualifizierungsmaßnahmen teilnehmen: Das taten im Jahr 2011 beispielsweise 98 Beamtinnen und Beamte, die vom ehemaligen gehobenen in den höheren Dienst aufgestiegen sind. Im Vorjahr hatten dies 82 Aspiranten versucht. Lediglich in einem Fall ist der Aufstieg nicht gelungen. Mit 22 Beamtinnen unter den Prüflingen hat der Frauenanteil 22,4 Prozent betragen.

Hohe Akzeptanz erlebten sogenannte eignungsdiagnostische Verfahren bei der Einstellung von Bewerbern. Strukturierte Interviews und Assessment Center seien weit verbreitet und beliebt – bei Prüfern ebenso wie bei Prüflingen. So würden Ausbildungsleiter berichten, dass sich sowohl das Arbeits- als auch das Sozialverhalten der Bewerber seit der Einführung dieser Maßnahmen verbessert habe. Zudem gelinge es auf diese Weise, ein klareres Bild über die Ausbildung und den späteren Beruf zu vermitteln.

Ein eignungsdiagnostisches Verfahren hob Schütz-Heckl hervor: den an der Universität Passau entwickelten freiwilligen Eignungstest „PArcours“, der sich an angehende Lehramtsstudenten richtet. Orientiert am Assessment Center soll er den jungen Menschen aufzeigen, ob sie sich dauerhaft im Lehrerberuf werden behaupten können, denn: „Leider leiden nicht wenige Lehrkräfte mit zunehmendem Alter an psychischen Problemen wie Burnout. Zu viele gehen mit hohen Kosten für ihren Dienstherrn vorzeitig in den Ruhestand", sagte Dr. Schütz-Heckl. Deshalb habe der LPA das Kultusministerium gebeten, eine in Bayern flächendeckende Einführung von PArcours zu prüfen.

Dies begrüßten auch einige Mitglieder des Ausschusses ausdrücklich. Dazu zählte Eduard Nöth (CSU). Darüber hinaus stellte der Abgeordnete fest: „Der öffentliche Dienst ist nach wie vor attraktiv für Frauen und Männer alle Schularten und Menschen mit Behinderung." Dass der LPA seine „Beratungsrolle so gerne und umfassend erfüllt“, lobte die Ausschussvorsitzende Ingrid Heckner (CSU). „Man hätte nicht gewusst, wie man das Neue Dienstrecht ohne den LPA hätte umsetzen können", betonte der stellvertretende Ausschussvorsitzende Stefan Schuster (SPD). "Für den Nachwuchs ist der öffentliche Dienst nach wie vor interessant", meinte auch Günther Felbinger (FREIE WÄHLER). Professor Dr. Georg Barfuß (FDP) hob die Bedeutung der Beratungstätigkeit des LPA vor allem für kleinere und mittlere Kommunen hervor.

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