Bayerischer Landtag

Ausschuss Öffentlicher Dienst: Informationsbesuch im Deutschen Museum München

Dienstag, 28. März 2017
Von David Lohmann

Das Deutsche Museum in München beschäftigt 550 Mitarbeiter – davon 170 Beamte. Doch für das Museum wird es immer schwieriger, geeignetes Personal zu finden. Wenn in den kommenden Jahren weitere Beamtenstellen wegfallen, kann das Museum nicht mehr mit den Gehältern der Privatwirtschaft mithalten, befürchtet Generaldirektor Prof. Dr. Wolfgang M. Heckl. Grund genug für den Ausschuss Öffentlicher Dienst für einen Vor-Ort-Besuch.

Dass heute jährlich 1,5 Millionen Menschen das Deutsche Museum besuchen, hätte sich Oskar von Miller bei der Begründung 1903 wohl in seinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können. Die Grundidee von damals ist über all die Jahre aktuell geblieben: Naturwissenschaften in der Gesellschaft verankern, und durch Diskussionen die Demokratie stärken. „Das gilt gerade in einer Zeit, wo es vermeintlich ‚alternative Wahrheiten’ gibt“, erläuterte Heckl.
 
Laut des Generaldirektors ist das Deutsche Museum das erfolgreiche Museum Deutschlands. „Wir zeigen nicht die Vergangenheit, sondern die modernsten Exponate“, versicherte er. Dennoch seien die Eintrittspreise bewusst niedrig gehalten, um alle gesellschaftlichen Schichten anzusprechen. Zusätzlich gebe es ein Programm speziell für junge Migranten. Und über Google Arts & Culture die Möglichkeit, das Museum aus der ganzen Welt digital zu besuchen.
 
Finanziert wird das Deutsche Museum von Bund und Bayern mit jeweils 180 Millionen Euro – das entspricht 70 Prozent des Finanzbedarfs. 145 Millionen Euro konnte das Museum für die Generalsanierung selber bei Mäzenen einwerben. Wegen der Umbauarbeiten ist derzeit auch 31 Prozent des Personal befristet angestellt. Danach sinke die Zahl aber wieder auf acht Prozent, beruhigte Heckl. 33 Prozent der Mitarbeiter arbeiteten in Teilzeit; der Frauenanteil bei den Führungskräften liege bei 47 Prozent.
 
Stefan Schuster (SPD) interessierte sich in der Fragerunde für die Weiterbildungsangebote des Museums. Seit kurzem werde in Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Regensburg eine Qualifizierung von der zweiten in die dritte Qualifikationsebene angeboten, antwortete Heckl. Günter Felbinger (FREIE WÄHLER) fragte, in welchen Gehaltsklassen die Beamten im Museum zu finden sind. Und der neue Ausschussvorsitzende Tobias Reiß (CSU) wollte wissen, wie das Museum den „Wettbewerb mit der Privatwirtschaft“ bestehen will.
 
Mit den Gehältern in der Privatwirtschaft könne die Anstalt des öffentlichen Rechts nicht mithalten, bestätigte Verwaltungsdirektor Robert Eisenhofer. Lediglich die Beamtenposten seien für Bewerber attraktiv. Doch von den 550 Beschäftigten sind aktuell nur noch 170 von ursprünglich 244 verbeamtet. Hinzu kommt: Der Bayerische Oberste Rechnungshof hat dem Museum zur Vorgabe gemacht, jedes Jahr ein bis drei Beamtenstellen abzubauen.
 
Die verbliebenen Beamten sind meist Fachhandwerker in der ersten und zweiten Qualifikationsebene. Die Anzahl der Bewerbungen auf offene Stellen schwanke zwischen 150 und drei, berichtete Verwaltungsdirektor Eisenhofer. Sein Haus könne nicht einmal mit Staatsbedienstetenwohnungen oder Kinderbetreuung aufwarten. „Wenn wir keine Beamtenposten mehr anbieten können“, ist er überzeugt, „verlieren wir auch die letzten drei Bewerbungen.“
 

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