Bayerischer Landtag

Bildungsausschuss: Engere Zusammenarbeit mit Israel auf dem Bildungssektor

Donnerstag, 12. Juli 2012
- Von Zoran Gojic -

Voll faszinierender Eindrücke und mit unzähligen neuen Ansprechpartnern war der Bildungsausschuss am 20 Mai von seiner Informationsfahrt aus Israel zurückgekehrt und hatte sofort im Anschluss ein Ziel ins Auge gefasst: die neu gewonnenen Erkenntnisse und Kontakte nutzen, um konkrete Projekte anzuschieben. Bei der Nachbesprechung der Reise am 12. Juli 2012 kristallisierte sich dabei an erster Stelle das Anliegen heraus im kommenden Frühjahr einen Israel-Tag im Bayerischen Landtag zu veranstalten. „Es soll ein Fach- und Studientag sein, an dem sich der Staat Israel im Landtag präsentiert und der Kontakte ermöglichen soll“, erklärte Ausschussvorsitzender Martin Güll. Israels Münchner Generalkonsul Tibor Shalev Schlosser bedankte sich für die Initiative des Bildungsausschusses. „Es ist sicher eine gute Möglichkeit gegenseitige Erfahrungen und Erkenntnisse auszutauschen und zu multiplizieren. Und für die guten Beziehungen zwischen unseren Ländern kann man nicht genug tun“, sagte Shalev Schlosser.

"Skeptisch hingefahren und begeistert zurückgekommen"

Aber auch abseits von besonderen Aktionstagen kann noch viel getan werden, darin war man sich einig. Neben der Förderung des Austausches von pädagogischem Personal müsse das Augenmerk vor allem auf der Jugend liegen. Margit Wild (SPD) erklärte, sie hätte den Eindruck gehabt, dass großes Interesse in Israel an Deutschland herrsche, umgekehrt jedoch wohl oft Vorbehalte herrschen würden, die man überwinden müsse. Günther Felbinger (FREIE WÄHLER) bestätigte aus eigener Erfahrung wie wichtig angesichts der vielen widersprüchlichen Bilder und Nachrichten aus Israel die persönlichen Begegnungen vor Ort ist. „Ich bin skeptisch nach Israel gefahren und bin begeistert zurückgekehrt“, bekannte Felbinger, der sich insbesondere davon beeindruckt zeigte, wie ausgeprägt das Geschichtsbewusstsein unter Israels Jugend sei. „In der Hinsicht können wir sicher noch etwas lernen“, meinte Felbinger. Thomas Gehring (Bündnis 90 / Die Grünen) warnte davor, sich bei Austauschprogrammen nur auf die vermeintlichen Eliten zu konzentrieren. „Wir müssen in die Breite gehen und nicht nur auf die Gymnasien sehen, sondern auch junge Menschen in der Berufsausbildung berücksichtigen. Und auch die jungen Menschen, die einen Migrationshintergrund haben. Nur so kann ein echter Austausch stattfinden“, zeigte sich Gehring überzeugt.

"Die Botschaft kann nur von Jugend zu Jugend getragen werden"

Julika Sandt (FDP) stimmte zu und rief zu Überzeugungsarbeit auf, um Bayern als Ziel für Austauschprojekte für junge Israelis attraktiv zu machen. "Aufarbeitung der Vergangenheit ist wichtig, aber wir müsse auch für eine gemeinsame Zukunft werben", so Sandt. Güll räumte ein, dass es einige Hürden zu beseitigen gebe. Israel liege vergleichsweise weit weg, sei recht teuer und wecke bei manchen Bedenken wegen der Sicherheitslage. „Aber es ist unsere Aufgabe, jungen Menschen dennoch die Möglichkeiten zur Begegnung zu schaffen. Denn die Botschaft kann nur von Jugend zu Jugend übertragen werden“, bekräftigte Güll.

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Ausschussvorsitzender Martin Güll mit Israels Generalkonsul Tibor Shalev Schlosser.

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