Bayerischer Landtag

Haushaltsausschuss: Erweiterungsbau im Nordhof des Maximilianeums: Besichtigung der Baustelle – Keine Mehrkosten

Mittwoch, 26. Oktober 2011
– Von Heidi Wolf –

Der Erweiterungsbau im Nordhof des Maximilianeums, kurz „MEN“ genannt, liegt voll im Kostenrahmen: bei 17,5 Millionen Euro. Das nahm der Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags zufrieden zur Kenntnis. Die Mitglieder des Gremiums besichtigten am Mittwoch, 26. Oktober 2011, die Baustelle und informierten sich über das Projekt, das in Bezug auf Energieeinsparung und Barrierefreiheit Modellcharakter hat. Die Fertigstellung erfolgt im Frühjahr; am 24. Mai 2012 soll der Erweiterungsbau eingeweiht werden.

„Es ist beachtlich, dass bei einem so großen Projekt die Kosten eingehalten werden können“, lobte Georg Winter, der Vorsitzende des Haushaltsausschusses. Das ist möglich, weil die Baukommission des Landtags die erste Ausschreibung für die Terrakotta-Fassade aufgehoben hat. Es ging dabei um Mehrkosten von 800 000 Euro. Das Gremium mit Landtagspräsidentin Barbara Stamm an der Spitze zog die Notbremse; die Baufachleute suchten nach Einsparungsmöglichkeiten. So wurde schließlich im zweiten Anlauf das gewünschte Ergebnis erzielt.

MEN wird gebaut, um die Raumnot im Maximilianeum zu beheben, die mit den Landtagswahlen 2008 entstanden ist: Erstmals zogen fünf Fraktionen ins Parlament ein – Gebäude außerhalb des Landtags wurden zu Ausweichquartieren. Mit MEN sollen jetzt alle wieder ins Stammhaus zurückkehren, auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung. 65 Büros entstehen im Neubau, drei Besprechungsräume und ein großer Konferenzsaal im 4. Obergeschoß mit einem fantastischen Blick hinüber zum Friedensengel und in die Isaranlagen. Ein Stückchen Altstadt ist auch noch zu sehen“, freute sich ein Teilnehmer an der Baustellenbesichtigung.

„Die Vergabe der Räume verlief unproblematisch, die Gespräche mit den Fraktionen waren sehr positiv“, berichtete Amtschef Peter Worm dem Haushaltsausschuss. Bauoberrat Thomas Kiermeyer vom Staatlichen Bauamt München II, das für die Baumaßnahme verantwortlich ist, hatte noch eine besondere Nachricht: MEN hat den „Blower-Door-Test“ mit Bravour bestanden. Bei dieser Dichtigkeitsprüfung, die für das Prädikat „Passivhaus“ Voraussetzung ist, wurde mit einem Ventilator im Gebäude Über- und Unterdruck erzeugt und gemessen, ob es wirklich luftdicht ist und damit keine Energie verloren geht. „Der zulässige Faktor bei diesem Drucktestluftwechsel liegt bei 0,6. Auf der Landtagsbaustelle wurde er mit 0,12 weit unterschritten. Das ist für die so definierten „Nichtwohngebäude“ einzigartig“, freute sich Kiermeyer.

Siehe auch Bildergalerie und Informationsseite zum Parlamentserweiterungsbau mehr . . .

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Der Haushaltsausschuss des Landtags auf der Baustelle des Erweiterungsbaus am Maximilianeum. Bauoberrat Thomas Kiermeyer
(3. von rechts) schildert den Parlamentariern die Besonderheiten des Gebäudes, das den Passivhaus-Standard voll erfüllt. Foto: Julia Maier

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Der Neubau im Nordhof des Maximilianeums wird ab dem Frühjahr 2012 von Abgeordneten und
Mitarbeitern des Landtags bezogen. Fotoarchiv Bayerischer Landtag. Foto: Rolf Poss

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Mittlerweile hat auch der Innenausbau begonnen. Fotoarchiv Bayerischer Landtag. Foto: Rolf Poss

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