Bayerischer Landtag

Hochschulausschuss begrüßt Reform der Promotionsordnung

Mittwoch, 1. Februar 2012
- Von Zoran Gojic -

Im Juni 2011 hatte der Hochschulausschuss auf Initiative der SPD-Fraktion beschlossen, der Universität Bayern e.V. eine Liste mit Vorschlägen zu übermitteln, die den Qualitätsstandard der Promotion verbessern sollte. Im November hat die Universität Bayern e.V. eine offizielle Empfehlung an die Bayerischen Hochschulen herausgegeben, die alle Forderungen des Landtags aufgriff. Unter anderem wird den Hochschulen nahegelegt zur leichteren Überprüfung der Quellenangaben Dissertationen immer digital anzufordern. Das Zulassungsverfahren zur Promotion soll transparenter gestaltet und eine eidesstattliche Erklärung bei der Abgabe der Doktorarbeit verlangt werden.
Zudem sollen Verweise auf Verordnungen aus der Zeit der NS-Diktatur gestrichen werden.

In der heutigen Sitzung des Hochschulausschusses wurde der Antrag der SPD-Fraktion deshalb für erledigt erklärt. Christoph Rabenstein (SPD) äußerte sich hochzufrieden mit dem Ergebnis. Der Antrag sei „zielführend und notwendig gewesen“, so Rabenstein. Nun gelte es, die Umsetzung dieser Forderungen aufmerksam zu beobachten. „Die Autonomie der Hochschulen bedeute nicht, dass diese treiben können, was sie wollen“, sagte Rabenstein.
Walter Nadler (CSU) begrüßte den Katalog der Universität Bayern e.V. ebenfalls, wies aber deutlich darauf hin, dass die Regelungskompetenz in Händen der Hochschulen und nicht beim Landtag liege.
Ulrike Gote (Bündnis 90 / Die Grünen) lobte die Vorschläge der Universität Bayern e.V. als Schritt in die richtige Richtung, allerdings sei damit das Ziel einer Harmonisierung der Vorschriften noch nicht erreicht.
Annette Bulfon (FDP) betonte die Eigenständigkeit der Hochschulen. Sie alleine müssten die Qualitätsstandards weiterentwickeln – im eigenen Interesse. Hans Jürgen Fahn (FREIE WÄHLER) regte einen Bericht über die Umsetzung der Empfehlungen an den Hochschulen an.

Der Ausschussvorsitzende Oliver Jörg (CSU) griff diesen Vorschlag auf. Nach Ablauf eines Jahres soll dem Ausschuss über die Umsetzung der Promotions-Richtlinien berichtet werden. „Der Respekt vor der Freiheit der Wissenschaft und parlamentarische Tätigkeit schließen sich schließlich nicht aus“, sagte Jörg.

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