Bayerischer Landtag

Hochschulausschuss: Staatsregierung berichtet über Neugestaltung des Richard-Wagner-Museums in Bayreuth

Mittwoch, 3. Juli 2013
– Von Jürgen Umlauft –

Ausgerechnet im Jubiläumsjahr stehen die Fans von Richard Wagner in Bayreuth an den Stätten seines Wirkens vor Baustellen. Vor 200 Jahren wurde der Komponist geboren, ganz Bayreuth steht heuer im Zeichen dieses Datums. Allerdings müssen die beiden wichtigsten mit Wagner verbundenen Bauten in der Stadt gerade jetzt umfassend saniert werden: Das Festspielhaus auf dem Grünen Hügel und das Wagner-Museum in der Villa Wahnfried. Im Kulturausschuss gab der im Kunstministerium zuständige Ministerialdirigent Toni Schmid einen aktuellen Überblick über den Umfang und den Fortschritt der Baumaßnahmen.

Demnach ist die Generalsanierung des über 130 Jahre alten Festspielhauses überfällig. Vor allem die inzwischen eingerüstete Fassade sei wegen loser Gesteinsbrocken zur Gefahr für die Öffentlichkeit geworden. Insgesamt umfassen die Renovierungsarbeiten am Haupthaus nach Angaben Schmids neben der Fassade den Brandschutz, die Heizungsanlage und die Gebäudetechnik. Die Kosten seien von der als Bauträger verantwortlichen Festspiel-Gesellschaft – ihr gehören neben dem Bund und dem Freistaat auch die Stadt Bayreuth und der Verein der Wagner-Freunde an – auf 30 Millionen Euro gedeckelt worden. Die ebenfalls erforderliche Renovierung der Außengebäude, zu denen die Gastronomie und der Probenbereich gehörten, werde in einem zweiten Schritt folgen. Die Kosten dafür würden auf 20 Millionen Euro geschätzt. Ab September werde mit der Ausschreibung der einzelnen Gewerke begonnen.

Zweites Großprojekt ist Richard-Wagner-Museum. Dieses wird von Grund auf saniert und erweitert. Als Kosten dafür sind 15,5 Millionen Euro veranschlagt. Wie Schmid mitteilte, sollen die Außenarbeiten an der Villa Wahnfried bis November 2013 abgeschlossen sein, anschließend stehe der Innenausbau an. Die Wiedereröffnung des Haupthauses sei für Mitte 2014 geplant. Die geplanten Arbeiten an den Nebengebäuden sollen später erfolgen.

Der Ausschuss begrüßte die beiden Baumaßnahmen einhellig. Christoph Rabenstein (SPD) bemängelte lediglich den unglücklichen Zeitpunkt der Arbeiten ausgerechnet im Jubiläumsjahr. „Der 200. Geburtstag Richard Wagners im Jahr 2013 ist doch schon länger bekannt“, merkte Rabenstein spitz an. Sein CSU-Kollege Thomas Goppel sah den Fall dagegen anders: Ohne das Jubiläum hätte die notwendige Sanierung wohl noch länger auf sich warten lassen, mutmaßte er.

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