Bayerischer Landtag

Hochschulausschuss stimmt geschlossen für Aufwertung der Dokumentationsstelle Obersalzberg

Mittwoch, 7. Dezember 2011
Mit den Stimmen aller Fraktionen hat der Hochschulausschuss den Antrag von Bündnis 90 / Die Grünen angenommen, bei der geplanten Neukonzipierung der Dokumentationsstelle Obersalzberg von der Staatsregierung eingebunden zu werden. Zuvor war noch um Formulierungen gerungen worden. Sepp Dürr (Bündnis 90 / Die Grünen) begründete den Anspruch auf Einfluss des zuständigen Ausschusses mit inhaltlichen und baulichen Mängeln, die behoben werden müssten. Der Obersalzberg werde von den mittlerweile sehr zahlreichen Besuchern vorrangig touristisch wahrgenommen, was der Geschichte dieses Ortes nicht gerecht werde. „Wir müssen die Chance, die dieser Platz bietet besser nutzen, um Geschichte aufzuarbeiten“, sagte Dürr. „Das will ich nicht allein dem Finanzministerium überlassen.“ Auch die Rolle der zuständigen Berchtesgadener Landesstiftung müsse gründlich überdacht werden.

Roland Richter (CSU) sah hingegen bei der Stiftung keinerlei Handlungsbedarf. Das Grundkonstrukt am Obersalzberg funktioniere sehr gut. „Das Konzept des Dreigestirns aus Dokumentationsstelle, Hotel und Kehlsteinhaus ist aufgegangen: wir haben keinen braunen Tourismus. Und darüber sind wir vor Ort sehr froh“, betonte Richter.

Isabell Zacharias (SPD) meinte, der Gebäudekomplex müsse dennoch dringend dem Besucher-Andrang angepasst werden und auch das veraltete Konzept bedürfe einer Modernisierung.

Michael Piazolo (FREIE WÄHLER) wies schließlich darauf hin, dass bei einem derart wichtigen und sensiblen Thema ein geschlossenes Auftreten des Ausschusses wichtiger sei als Nuancen eines Konzeptes, das es erst noch zu erarbeiten gelte.

Ausschussvorsitzender Oliver Jörg (CSU) schlug deswegen vor, der Staatsregierung die Zeit zu lassen, das Konzept für den Obersalzberg zu entwickeln und zu beraten. Auch die im Antrag geforderte Intensivierung der Jugendarbeit wurde leicht modifiziert. Ergebnis: der Ausschuss fordert die Staatsregierung auf, begleitend zu den Kabinettsberatungen in die Planungen einbezogen zu werden. Der Obersalzberg soll ganzheitlich als historischer Ort wahrgenommen werden. Entsprechend müsse das Informationsmaterial bearbeitet und die Gestaltung des Geländes überdacht werden./ zg

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