Bayerischer Landtag

Kinderkommission besucht Landkreis Eichstätt

Gesprächsrunde in der Fachakademie mit den KiKo-Mitgliedern (v.l.) Doris Rauscher, Gabi Schmidt und Tanja Schorer-Dremel. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Montag, 12. Oktober 2015
Von Patrick Stief

Einen ganzen Tag lang haben sich die Mitglieder der Kinderkommission des Bayerischen Landtags Zeit genommen und Kinder und Jugendliche im Landkreis Eichstätt besucht. Ziel war es, sich an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen ein Bild vor Ort zu machen und aus erster Hand von Kindern und Jugendlichen zu erfahren, wo die Politik des Freistaats Bayern optimiert werden kann. „Wir wollen raus aus München, um den direkten Kontakt zu allen jungen Menschen im Freistaat zu suchen“, erklärte Tanja Schorer-Dremel (CSU), Vorsitzende der Kinderkommission, gleich zu Beginn des Tages. Begleitet wurde sie von ihren Kolleginnen Doris Rauscher (SPD) und Gabi Schmidt (FW) sowie von Andreas Zinsmeister vom Bayerischen Sozialministerium.  

Inklusion am Sonderpädagogisches Förderzentrum

Am Sonderpädagogischen Förderzentrum in der Schottenau fiel der Startschuss zur Tour durch Eichstätt. Schulleiter Johannes Adamietz führte durch das Schulhaus und erklärte, wie man in Eichstätt Inklusion lebhaft umsetzt. Ein Bild davon konnten sich die Landtagsabgeordneten in einer der Klassen machen und kamen mit den aufgeschlossenen Schulkindern sofort ins Gespräch. Trotz großer Anerkennung und auch Auszeichnungen, erscheint das Förderzentrum in der Außenwirkung oftmals mit Vorbehalten gesehen zu werden. Gemeinsam mit Lehrern und Eltern sprach die Kinderkommission über Wege, das Thema Inklusion auch außerhalb der Schule erfahrbarer zu machen und positiver zu besetzen. Die Beteiligten waren sich einig, dass Förderschulen keine Sackgasse darstellen, sondern ein wichtiges Angebot für Kinder innerhalb eines durchlässigen Schulsystems.

Diskussionsrunde am Willibald-Gymnasium
Eine spannende Debatte entwickelte sich im Willibald-Gymnasium Eichstätt, wo die Mitglieder der Kinderkommission mit 40 Schülervertretern und den begleitenden Lehrern aller Schularten des Landkreises Eichstätt zusammentrafen. Eine Vielzahl von Themen lagen den Schülerinnen und Schülern am Herzen: gesundes Essen, Umgang mit Speichermedien, mehr Realitätsbezug im Unterricht. Ein großes Thema betraf dann allerdings nur die Vertreter der Gymnasien. Sie beklagten die Verdichtung des Lernstoffes und die Häufigkeit des Nachmittagsunterrichts, beides Folgen der Einführung des G8. Auch das generelle Handy-Verbot an den bayerischen Schulen wurde von den Schülern beklagt.

Gespräch an der Fachakademie für Sozialpädagogik
Am Nachmittag besuchte die Kinderkommission die Maria-Ward-Fachakademie für Sozialpädagogik und diskutierte mit Schulleiter Rupert Murböck und den angehenden Erzieherinnen und Erziehern. Die Studierenden lobten die gute Betreuung und Ausstattung ihrer Ausbildungsstätte und betonten, wie gut sie sich ausgebildet fühlen. Allerdings stehe dies in krassem Gegensatz zur tatsächlichen Tätigkeit. Ansehen und Bezahlung seien vergleichsweise schlecht, die personelle Ausstattung vieler vorschulischer Einrichtungen sei unzureichend und die dringend notwendige Verzahnung von Kindergärten, Kindertagesstätten oder Hort und den Grundschulen sei oftmals nicht gegeben. Alle Anwesenden waren sich einig, dass gerade die Arbeit im vorschulischen Bereich die Basis legt für die spätere schulische Entwicklung und dass gerade hier ausreichend Personal, gute Förderung und Ausstattung essentiell sind.

Podiumsdiskussion mit Jugendverbänden
Zum Abschluss des Landkreisbesuchs versammelten sich Vertreter der Eichstätter Vereine und Jugendorganisationen im großen Sitzungssaal des Landratsamtes und kamen mit der Kinderkommission und Eva Gottstein, der Jugendpolitischen Sprecherin der FREIEN WÄHLER, ins Gespräch. Der „Wunschzettel" der Jugendverbände war lang und zum Teil sehr individuell, aber allen Forderungen gemeinsam war die bessere finanzielle Ausstattung und Abbau von Bürokratie. Konkreter war der Austausch zur Vernetzung von Sportvereinen und Universität bzw. dem Verein Tun.Starthilfe. Zudem wurde die Zusammenarbeit von Kreisjugendring (KJR) und Freiwilliger Feuerwehr (FFW) in Bezug auf das Erlangen des Führerscheins für Fahren mit einem Anhänger angeregt.

Seitenanfang