Bayerischer Landtag

Landwirtschaftsausschuss bilanziert Waldschäden durch Orkantief „Niklas“

Mittwoch, 15. April 2015
– Von Eva Spessa –

Es war der schwerste Sturm seit vielen Jahren: Das Orkantief „Niklas“, das am 31. März mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 192 Kilometern pro Stunde über Bayern hinwegzog, hat Bäume entwurzelt, Dächer abgedeckt, Lastwagen umgekippt und den Bahnverkehr lahmgelegt; Polizei und Feuerwehren hatten mehrere tausend Einsätze zu leisten. Welchen Schaden der Sturm in den Wäldern in Bayern verursacht hat, berichtete der Leiter der Forstverwaltung im Bayerischen Landwirtschaftsministerium Georg Windisch rund zwei Wochen danach am 15. April im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Mit geschätzten rund zwei Millionen Festmetern Schadholz habe der Wald unter dem Orkan „Niklas“ weit weniger gelitten als unter seinen Vorgängern: Durch den Orkan „Kyril“ 2007 beispielsweise sei ein Schaden von rund vier Millionen Festmetern entstanden, bei den Winterstürmen 1990 unter anderem mit den Orkanen „Vivian“ und „Wiebke“ sogar rund 23 Millionen. Der Schwerpunkt der aktuellen Waldschäden liege im Gebiet zwischen München und den Alpen, dabei seien punktuelle Schäden – quasi „Nester“ – deutlich häufiger als flächige. Die anfallende Holzmenge lasse keine gravierenden Störungen des Holzmarktes erwarten, insbesondere angesichts der konstant hohen Nachfrage.

Wichtig sei jetzt die zügige und konsequente Aufarbeitung des Sturmholzes, um einem massiven Befall der Wälder durch Borkenkäfer vorzubeugen, betonte Windisch. Hier kämen hohe Aufwendungen auf die Forstbetriebe zu, ob staatlich, kommunal oder privat: „Damit dürfen wir die Waldbesitzer nicht allein lassen.“ Darüber hinaus bestünde erhöhte Unfallgefahr – übrigens nicht nur für die Waldarbeiter, auch etwa Spaziergänger seien bis zur Beseitigung der Sturmschäden gefährdet. Ebenfalls wichtig sei es, die entstandenen Freiflächen schnell wieder in Bestockung zu bringen. Er gehe davon aus, dass entsprechend der Förderrichtlinien die notwendigen Mittel zur Verfügung stehen. Der geringer als bei früheren Stürmen ausgefallene Schaden sei noch in anderer Hinsicht positiv zu werten: Er deute darauf hin, dass Waldbesitzer die Struktur ihrer Wälder hin zu nachhaltigeren Mischbeständen verändern wollen und dies auch zum Teil schon umgesetzt haben. Diese Entwicklung wolle man weiter unterstützen.



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