Bayerischer Landtag

Landwirtschaftsausschuss: Internationales Marketing für bayerische Milch

Mittwoch, 28. März 2012
– Von Jürgen Umlauft –

Die bayerische Milchwirtschaft setzt zur Verbesserung ihrer Ertragssituation zunehmend auf den Export. Im vergangenen Jahr gingen nach ersten Schätzungen Produkte aus bayerischer Milch im Wert von über 2,5 Milliarden Euro an Abnehmer im Ausland, der größte Teil davon in die EU-Staaten. Wichtigste Zielländer sind dabei Italien, Österreich und Frankreich. Beim Käse zum Beispiel wird mehr als die Hälfte der bayerischen Produktion außerhalb Deutschlands verzehrt. Das geht aus den Daten hervor, die das Landwirtschaftsministerium dem Agrarausschuss vorlegte.

Zunehmend an Bedeutung gewinnen demnach auch die Exporte in Länder außerhalb der EU. Russland und die Balkanstaaten sind hier die wichtigsten Zielmärkte. Für die Absatzförderung gibt der Freistaat jährlich drei Millionen Euro aus. Das Engagement reicht von Initiativen zum eingetragenen Herkunftsschutz für die Produkte bis hin zu internationalen Messebeteiligungen, Fachausstellungen und gezielten Verkaufsförderaktionen. Diese sollen künftig auf Märkte wie Indien oder Südafrika ausgedehnt werden.

Steigende Exportentwicklung
Die Fraktionen begrüßten einhellig die Bemühungen der Staatsregierung zur Erschließung neuer Absatzmärkte für die bayerischen Milchbauern. „Wir sind auf den Export angewiesen, deshalb ist die Absatzförderung wichtig“, erklärte Ulrike Müller (FREIE WÄHLER). Albert Füracker (CSU) sprach von „großen Erfolgen für die bayerische Milchwirtschaft“. Nach Einschätzung von Thomas Dechant (FDP) zeige die steigende Exportentwicklung, dass sich die bayerische Landwirtschaft mit Regionalvermarktung allein nicht erhalten lasse. Diese aber nicht zu vernachlässigen, mahnte Adi Sprinkart (Bündnis 90/Die Grünen). Maria Noichl (SPD) erinnerte daran, dass die Milchbauern durch eine Pflichtabgabe auf den Milchpreis selbst einen großen Beitrag zur Finanzierung der Marketingmaßnahmen leisteten.

Das Landwirtschaftsministerium ist derweil bestrebt, die Marktposition der Milchbauern weiter zu stärken. Es plädiert deshalb für weitere Erzeugerzusammenschlüsse aus genossenschaftlicher oder privatwirtschaftlicher Basis. Mit der Novellierung des Marktstrukturgesetzes und dem neuen „Milchpaket“ der EU würden die Möglichkeiten dafür erweitert. Bayernweit gibt es derzeit 82 anerkannte Milcherzeugergemeinschaften, die zuletzt gut 3,6 Millionen Tonnen Milch bei den 77 Molkereiunternehmen mit ihren 113 Betriebsstätten in Bayern abgeliefert haben.

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