Bayerischer Landtag

Museum der bayerischen Geschichte: Entscheidung über Standort soll noch heuer fallen

Mittwoch, 19. Oktober 2011
- Von Heidi Wolf –

München. Die Standortsuche für das neue „Landesmuseum zur bayerischen Geschichte“ ist abgeschlossen. Dr. Richard Loibl, der der Direktor des „Hauses der Bayerischen Geschichte“ in Augsburg, rechnet damit, dass noch heuer die Entscheidung fällt, welcher Ort zum Zug kommt. Derzeit liegt die Vorschlagsliste bei Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch; das letzte Wort hat der Ministerrat. Dem Hochschulausschuss des Bayerischen Landtags schilderte Loibl am Mittwoch, 19. Oktober 2011, das aufwändige Auswahlverfahren. „Das war eine Riesenarbeit“, beschrieb der Historiker die Prozedur. Mit ihren Fragen nach den Namen und der Zahl der Orte, die noch im Rennen sind, bissen die Abgeordneten bei Richard Loibl auf Granit. „Ich bin nicht autorisiert, mich dazu zu äußern“, erklärte er immer wieder. Er machte auch keine Angaben zu den Kosten, die für das neue Museum anfallen.

36 Kommunen haben den Katalog zugeschickt bekommen, in dem das “Haus der Bayerischen Geschichte“ die Auswahlkriterien für das neue Museum zusammengefasst hat. 25 Bewerber blieben dann noch übrig, berichtete Direktor Loibl. Ein Team aus Architekten, Städtebau-Experten und Museumsfachleuten hat seit Juli 2011 alle diese 25 Orte besichtigt und bewertet. „Übrig blieb dann eine reduzierte Zahl von Bewerbern. Zu jedem Vorschlag gibt es eine Kostenschätzung; die Vorlage entspricht einer Vorplanung. Das war ein Riesen-Akt, den wir hingelegt haben“, schilderte Richard Loibl und dankte ausdrücklich der Obersten Baubehörde für die große Unterstützung.

„Wie wird mit den sechs Orten umgegangen, die in der Schlussrunde sind?“, wollte Isabel Zacharias wissen, die stellvertretende Vorsitzende des Hochschulausschusses. Sie brachte als erste die Zahl sechs in Spiel, die Loibl mit keinem Wort kommentierte. Ausschussvorsitzender Bernd Sibler nahm den Historiker vor weiteren Fragen in Schutz, bat um Verständnis, dass Loibl zu Namen und Zahlen keine Angaben machen könne. Das sei Sache des zuständigen Ministers. „Es geht nur mehr darum, dass Jeder für seine Region den Brocken haben will, den die Bayerische Staatsregierung hingeworfen hat“, kritisierte Sepp Dürr von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Er spielte damit auf die Ankündigung von Ministerpräsident Horst Seehofer in seiner ersten Regierungserklärung im Dezember 2008 an, dass ein neues Landesmuseum für Bayerische Geschichte entstehen soll. Eine Flut von Bewerbungen war die Folge. Neben den großen Städten wie Nürnberg, Regensburg und Augsburg meldeten auch kleinere Orte in ganz Bayern ihr Interesse an. Laut Richard Loibl soll ein innovatives, attraktives Museum zu einem vernünftigen Preis-Leistungs-Verhältnis entstehen, das die Demokratiegeschichte Bayerns in lebendiger Form aufzeigt. Der Ort müsse symbolträchtig sein, zentral liegen, eine gute Verkehrsanbindung und touristisches Potenzial haben, um möglichst viele Besucher anzuziehen. „Schlank im Unterhalt – das ist ein wichtiger Punkt“, betonte Loibl.

In den nächsten Tagen erhalten die Mitglieder des Hochschulausschusses das Konzept, welches das „Haus der Bayerischen Geschichte“ für das neue Museum erarbeitet hat. Dann können sich die Abgeordneten noch einmal detailliert informieren.
Den Antrag von Bündnis 90/Die Grünen, die Planungen für das Museum der Bayerischen Geschichte zu stoppen, lehnte das Gremium ab.

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Dr. Richard Loibl, Leiter des "Hauses der Bayerischen Geschichte" informierte den Hochschulausschuss des
Bayerischen Landtags über die Standortsuche für das Museum der Bayerischen Geschichte.

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