Bayerischer Landtag

Umweltausschuss: Abgeordnete diskutieren Jahresbericht zur Lebensmittelsicherheit

Donnerstag, 12. Juli 2012
– Von Anna Schmid –

Salmonellen im Hackfleisch, Glassplitter in der Marmelade oder ein Kunststoffteilchen im Feinkostsalat sind Einzelfälle. Das geht aus dem Jahresbericht des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hervor. „Die Lebensmittel in Bayern sind sicher“, sagte Referent Michael Höhenberger. Lediglich 0,3 Prozent der von seiner Behörde untersuchten Lebensmittel seien im vergangenen Jahr als gesundheitsschädlich eingestuft worden. „Es liegt in der Verantwortung der Unternehmen, einwandfreie Lebensmittel auf den Markt zu bringen“, betonte er. Der Staat kontrolliere stichprobenartig und nach Risikogesichtspunkten.

Weil das Amt mehr Transparenz schaffen will, können sich die Verbraucher seit Oktober 2011 auf der Internetplattform lebensmittelwarnung.de informieren, vor welchen Produkten gewarnt wird. Und ab September müssen auch Betriebe damit rechnen, dass ihr Fehlverhalten im Netz veröffentlicht wird. Dort würden dann auch Fälle wie der der Großbäckerei Müllerbrot auftauchen, so Höhenberger. Das Unternehmen aus Neufahrn hatte Anfang des Jahres mit einem großen Hygieneskandal für Schlagzeilen gesorgt.

Verlassen können sich die Verbraucher nach den Erkenntnissen der LGL auf Obst und Gemüse aus ökologischem Anbau: 89 Prozent aller Proben wiesen demnach keine Rückstände von Pflanzenschutzmitteln auf. Beim konventionell erzeugten Obst und Gemüse wurden die Höchstgehalte lediglich bei einem Prozent der Proben überschritten, 25 Prozent waren auch hier rückstandsfrei. Obst und Gemüse, das aus anderen Ländern kam, war dem Bericht zufolge zum Teil stärker belastet.

Vor allem junge Familien seien oft verunsichert, was sie ihren Kindern zu essen geben sollten, sagt Christa Stewens (CSU). „Biolebensmittel sind weniger belastet als konventionelle und es ist besser, heimische Produkte zu kaufen als importierte“, fasste sie zusammen. Überall gebe es schwarze Schafe, die sich nicht an die Vorschriften halten, so Stewens, die bei den Lebensmittelkontrollen und der Personalausstattung noch Verbesserungsbedarf sieht.

„What you see is what you get, muss es heißen”, sagte Tobias Thalhammer (FDP). Bei vielen Marken sei nicht klar, ob die Produkte tatsächlich von idyllischen Bauernhöfen und unberührten Wiesen kämen. Er bat außerdem darum, sich noch mehr um das Thema Geflügel und um die Verwendung von Antiobiotika zu kümmern.

Sabine Dittmar (SPD) plädierte dafür, die Ergebnisse der Kontrollen grundsätzlich zu veröffentlichen. Vor allem aber kritisierte sie die „unsinnige Personalwirtschaft“ der Behörden, die nicht genügend Leute haben. Wo große Betriebe ansässig seien, müsse es genügend Mitarbeiter in den Behörden geben.

„Es ist eine Behörde, die wir in Bayern brauchen und die gute Arbeit macht“, so Karl Vetter (FREIE WÄHLER). Von den beiden Vertretern des Landesamtes wollte er unter anderem wissen, warum ausgerechnet beim Bier 21 Prozent der Proben beanstandet wurden – es gehe hauptsächlich um Mischgetränke wie Radler, bei denen das Verhältnis nicht stimme, so die Antwort von Andreas Zapf, dem Präsidenten des LGL.

„Nur die Produkte aus den Regalen verschwinden zu lassen, reicht mir nicht. Ich will wissen, wie das Zeug da rein kommt“, sagte der Ausschussvorsitzende Christian Magerl (Bündnis 90/Grüne). Er begrüßt, dass der Bericht klare Aussagen zum Thema Bio macht, vermisst aber präzise Angaben zum Thema Tierschutz und Massentierhaltung.

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