Bayerischer Landtag

Unterausschuss Hochschule für Politik diskutiert Gutachten

Freitag, 28. September 2012
- Von Zoran Gojic -

Die Reaktion der Mitglieder des Unterausschusses auf das Gutachten über die Hochschule für Politik (HfP) in München war einhellig: Das Urteil der Professoren Katharina Holzinger von der Universität Konstanz, Karl-Rudolf Korte der Universität Duisburg-Essen und Michael Zürn von der Freien Universität Berlin sei „hart, aber zutreffend“. Dass hoher Reformbedarf besteht, darüber war man sich einig, unterschiedliche Vorstellungen gab es über die mögliche neue Ausrichtung der HfP. Die Mitglieder des Unterausschuss konnten nach intensiven Beratungen über das Gutachten und die bisherigen Sitzungsergebnisse einige Reformpunkte benennen. So müsse das Studium an der HfP entsprechend der Gründungsidee ohne Abitur auch zu einem akademischen Abschluss führen. Zudem müsse neben der Möglichkeit eines berufsbegleitenden Studiengangs mit hohem Praxis-Bezug auch ein Grundstudium angeboten werden. Auch soll - auf Anregung von Dr. Hannemor Keidel, Vizepräsidentin der TU München, die Zielgruppe der zukünftigen Studierenden genau definiert werden. Theresa Schopper (Bündnis 90 / Die Grünen) regte an, die HfP auch zur Fortbildung für Angestellte des Öffentlichen Dienstes zu nutzen.

Diplom oder Master?

Damit zusammenhängend ist es ebenfalls ein Ziel die Ausbildung mit Blick auf berufliche Perspektiven auf europäischer Ebene zu gestalten. „Das Feld ist groß. Es geht von EU-Institutionen über NGOs bis hin zu Lobbyarbeit für große Firmen“, erläuterte Unterausschuss-Vorsitzender Oliver Jörg (CSU). Streitpunkt zwischen der akademischen Fachwelt, dem Unterausschuss und den Studierenden bleibt der Diplom-Studiengang an der HfP. Die Studierendenvertreter erläuterten, dass sie an diesem System festhalten wollten, während die Mitglieder des Unterausschusses und der damalige Mitbegründer und heutige Kuratoriumsvorsitzende der HfP, MdL a.D. Dr. Jürgen Böddrich eine Verschränkung mit dem Bologna-System favorisieren.

Eine Verschulung des Studiengangs soll vermieden werden

Auf diese Weise soll die HfP besser mit anderen wissenschaftlichen Einrichtungen in Bayern vernetzen zu können. „Ich bin keine glühende Verfechterin der Bologna-Reform und sehe die Defizite der verschulten Universitäten. Aber für die HfP haben wir nun die Möglichkeit den Bachelor und Master vernünftig zu gestalten und eine Verschulung zu vermeiden“, versicherte die stellvertretende Unterausschuss-Vorsitzende Isabell Zacharias (SPD). „Wir wollen doch die Bedingungen und das Studium für die Studierenden an der HfP besser machen, damit die Absolventen sich gegen die Konkurrenz der anderen Uni-Abgänger im Arbeitsmarkt behaupten können“, fügte Michael Piazolo (FREIE WÄHLER) hinzu. Dabei ginge es allerdings keineswegs darum, Studiengänge nach den Bedürfnissen der Wirtschaft zu konzipieren.

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