Bayerischer Landtag

Tourismusland Bayern

Donnerstag, 30. März 2017
– Von Ina Friedl –

Die Tourismuszahlen für 2016 zeigen: Bayern ist und bleibt das Tourismusland Nummer eins in Deutschland. Besonders erfreulich: Alle Regionen in Bayern konnten Zuwachs verzeichnen. Den stärksten Anstieg an Gäste- und Übernachtungszahlen gab es in der Region Allgäu/ Schwaben. Der Erfolg sei auf Bayerns Natur- und Kulturschönheiten, engagierte Beschäftigte in der Tourismusbranche und gute staatliche Förderprogramme zurückzuführen, berichtet Staatssekretär Franz Josef Pschierer im Wirtschaftsausschuss des Bayerischen Landtags. Dort kommen seine Rekordzahlen freilich gut an. Um den Tourismus in Bayern aber auch in der Zukunft auf dem hohen Niveau zu halten und auszubauen, tragen die Ausschussmitglieder noch einige Anregungen zusammen.  

Im Jahr 2016 kamen knapp 37 Millionen Touristen nach Bayern. Sie blieben zusammen für knapp 100 Millionen Übernachtungen im Freistaat. Ein neuer Rekordwert, wie Franz Josef Pschierer berichtet. Und damit beginnen seine Rekordmeldungen erst: Franken fuhr im vergangenen Jahr das bisher beste Ergebnis ein, in Oberbayern gab es eine neue Bestmarke, in Ostbayern zeigen sich sehr gute Entwicklungen und Schwaben/ Allgäu ist der neue Star unter den Tourismusregionen: Hier wurde ein neuer Allzeitrekord erzielt. Die Zahlen erfreuen auch die Mitglieder des Wirtschaftsausschuss. Klaus Holetschek (CSU) spricht von bemerkenswerten und nicht selbstverständlichen Zahlen. Johann Häusler (FREIE WÄHLER) sieht in einem gut aufgestellten Tourismus einen erheblichen Wirtschaftsfaktor, der zukunftsfähig und standortgebunden sei und Ulrich Leiner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) freut sich, dass alle Regionen ihre Chancen hätten.

Mit verantwortlich für die guten Zahlen seien die sehr guten Rahmenbedingungen, die das Ministerium geschaffen habe, sagt Klaus Holetschek. Er bezieht sich dabei auf die staatlichen Fördermittel, die seiner Meinung nach auch für die Zukunft gesichert sein sollten. Franz Josef Pschierer nennt dem Ausschuss drei Beispiele für staatliche Förderung im Tourismus: Die Premium Offensive Tourismus, mit der Hoteliers im gehobenen und höheren Bereich in den Jahren 2017/2018 mit gut 15 Millionen Euro unterstützt werden, die Bezuschussung für Alm- und Berggasthöfe sowie Gelder für so genannte Bergsteigerdörfer, in denen der nachhaltige Tourismus gefördert wird.

Klaus Holetschek hat eine weitere Unterstützung für das Gastrogewerbe im Sinn. Er sagt: „ Wie in der Hotellerie bereits geschehen, sollte man nun auch Akzente in der Gastronomie setzen und die Mehrwertsteuer senken“. Das ist nur ein Vorschlag zur langfristigen Sicherung und Verbesserung des Tourismus in Bayern. Gleich drei Abgeordnete sprechen von einer notwendigen Verbesserung des ÖPNV-Netzes, um die Mobilität der Urlauber zu erhöhen. „Die Erreichbarkeit der Urlaubsregionen mit dem ÖPNV muss überall gewährleistet sein“, sagt Martina Fehlner (SPD) und Eberhard Rotter (CSU) geht noch ein Stück weiter: Der ÖPNV gehöre ausgebaut und am besten mit Elektrobussen durchgeführt. Für Johann Häusler (FREIE WÄHLER) ist der Fahrradtourismus eine Urlaubsart mit Potential – natürlich nur wenn die Rahmenbedingungen wie Gewährleistung der Fahrradmitnahme in Bus und Bahn stimmen.

Ulrich Leiner hat entsprechende Umfrageergebnisse im Hinterkopf, die besagen, dass die meisten Urlauber auf der Suche nach Erholung und Ruhe nach Bayern kommen, als er sagt: „Die Grundlage für unseren florierenden Tourismus ist Bayerns Natur- und Kulturlandschaft. Wir dürfen deshalb den Ast nicht absägen, auf dem wir sitzen“. Er bedauert in diesem Zusammenhang die aktuelle politische Entscheidung zur Skischaukel am Riedberger Horn und spricht sich für einen dritten Nationalpark in Bayern aus.

Ein weiterer Angriffspunkt, den Pschierer selbst anspricht, ist die Digitalisierung in den Tourismusbetrieben. Das Staatsministerium biete hier einen Handlungsleitfaden sowie weitere Unterstützung wie den Digitalbonus an, den ruhig mehr Betriebe in Anspruch nehmen sollten, so Pschierer. Vor allem bei den Kleinvermietern sei bei der Digitalisierung noch Nachholbedarf, vor allem was die Möglichkeit einer online-Buchung betrifft.

Einen kleinen Schönheitsmakel haben Pschierers Rekordzahlen allerdings: Sie rühren von Inlandstouristen her. Die Zahlen der Incoming-Touristen – also Touristen aus dem Ausland – sind gefallen. Deutlich merke man hier die Einflüsse der latenten Terrorgefahr im Freistaat vor allem nach dem Juli 2016, als ein Attentäter in einem Zug bei Würzburg Touristen mit einer Axt attackiert und als in Ansbach ein Sprengstoffanschlag verübt wird. Hier müssten Staat und Tourismusbranche nun entgegensteuern. Ein erster guter Impuls biete sich Anfang Mai auf dem Germany Travel Mart, dem größten Incoming-Workshop für das Reiseland Deutschland.

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