Bayerischer Landtag

Wissenschaftsausschuss: Ausbau des Hochschulstandorts Nürnberg geplant

Mittwoch, 9. April 2014

Im Westen von Nürnberg zeichnet sich ein struktureller Wandel vom Industrie- zum Wissenschaftsstandort ab: Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle bekräftigte am 9. April 2014 im Landtag die Entscheidung der Staatsregierung, die Lehr- und Forschungsaktivitäten auf dem ehemaligen AEG-Gelände weiter ausbauen zu wollen. Geplant ist, wissenschaftliche Einrichtungen – insbesondere solche der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und der Technischen Hochschule Georg Simon Ohm Nürnberg (TH Nürnberg) – dauerhaft dort anzusiedeln.


Auf dem ehemaligen Industrie-Areal haben bereits 2011 der EnergieCampus Nürnberg (EnCN) und, seit 2013, der Nuremberg Campus of Technology (NCT) mit ihren Aktivitäten gestartet: Am EnCN sind neben den beiden Nürnberger Hochschulen drei Institute der Fraunhofer-Gesellschaft sowie das Bayerische Zentrum für Angewandte Energieforschung beteiligt. In Netzwerken mit der Wirtschaft arbeiten sie dort gemeinsam an Projekten zu Energie-Bereitstellung, Energie-Speicherung, Energie-Transport bzw. effizienter Energie-Anwendung.
Am NCT, einer Kooperationsplattform der FAU und der TH Nürnberg, konzentrieren sich die Forschungsaktivitäten desweiteren unter der Leitlinie „Engineering for Smart Cities“ auf die Frage, wie die intelligente Stadt der Zukunft aussehen könnte. Untersucht werden unter anderem nachhaltige Energiesysteme für Metropolregionen. Auch das Forschungszentrum Jülich (FZJ) sowie das Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) sind seit Sommer 2013 mit eigenen Projekten auf dem ehemaligen AEG-Gelände vertreten.

„Wissenschaftlicher Hotspot“

Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle lobte die die enge und themenbezogene Zusammenarbeit von Hochschulen und außeruniversitären Einrichtungen auf dem Areal und sprach von einem „wissenschaftlichen Hotspot“ mit „Katalysator-Effekt“, der hier im Entstehen sei.

Mit Blick auf den weiteren Ausbau des Campus führte FAU-Präsident Prof. Dr. Karl-Dieter Grüske vor den Mitgliedern des Wissenschaftsausschusses im Landtag aus, dass seine Universität 24 Professuren auf dem Areal ansiedeln möchte. Dafür gelte es nun, die notwendige Infrastruktur bereitzustellen. Prof. Dr. Michael Braun, Präsident der TH Nürnberg, zeigte Entwicklungsmöglichkeiten auf, die über die bisherigen Forschungsschwerpunkte hinausreichen: So könnten auf dem Areal zusätzlich Lehrstühle aus den Bereichen Informatik, Kommunikation und Medien mit Ausstrahlungskraft auf die Kreativwirtschaft etabliert werden.

„Hier ist Beachtliches, auch wissenschaftlich Sichtbares auf die Beine gestellt worden“, unterstrich der CSU-Abgeordnete Michael Brückner in der anschließenden Aussprache. Helga Schmitt-Bussinger (SPD) kritisierte demgegenüber, dass es bislang nur Ankündigungen und wenig Handfestes bei der Umsetzung gibt. Sie forderte einen „Masterplan“ für den Großraum. Auch Verena Osgyan (Bündnis 90/Die Grünen) und Prof. Dr. Peter Bauer (FREIE WÄHLER) vermissten ein Gesamtkonzept. /kh

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