Bayerischer Landtag

Wissenschaftsausschuss blickt beim Studientag auf Kooperationsprojekte mit Israel

Mittwoch, 28. Januar 2015
– Von David T. Lohmann und Katja Helmö –

„Viel Glück, Israel! Mazel tov, Bayern!“ – die Sitzung des Ausschusses für Wissenschaft und Kunst stand am 28. Januar 2015 im Zeichen des 2. Studientages Israel. Aus diesem Grund war auch die Schirmherrin und Landtagspräsidentin Barbara Stamm im Ausschuss zu Gast, die den Wert der Bildungs- und Schulpartnerschaften zwischen Bayern und Israel ganz besonders hervorhob. Es sei ein Anliegen des Landtags, so Stamm, diese in Zukunft weiter auszubauen. Auch der Ausschussvorsitzende Prof. Dr. Michael Piazolo (FREIE WÄHLER) lobte die „mannigfaltigen Verbindungen“ zwischen den Ländern und appellierte an die anwesenden Schülerinnen und Schüler: „Nehmen Sie dieses Thema ernst, nutzen Sie die sich bietenden Chancen, und reisen Sie nach Israel!“

Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle informierte die Abgeordneten und Teilnehmer des Studientages über konkrete aktuelle Forschungskooperationen bayerischer Universitäten und Universitätskliniken mit Instituten in Israel, darunter mit der Universität Haifa, mit der Hebrew University und mit dem Hadassah Medical Center in Jerusalem. „Es gibt derzeit 17 Partnerschaften in einer großen Bandbreite“, bilanzierte Spaenle. Viele gemeinsame Projekte gäbe es mit der TU München, unter anderem mit DFG-Förderung, sowie mit der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), wo ein weltweit beachteter und kooperierender wissenschaftlicher Schwerpunkt für Israel-Studien eingerichtet worden sei. Auch die Universitäten in Bamberg, Bayreuth, Nürnberg, Passau und Würzburg seien mit ihren Partnern in den Bereichen Medizin, Technologie, Geschichte sowie Regionenforschung engagiert. Beim Austausch helfe auch ein Stipendienprogramm, welches laut Spaenle die Ausbildung von deutschen Professoren in Israel vertieft.

Der Staatsminister stellte bei dieser Gelegenheit das neue Programm „New Kibbuz“ vor, bei dem Studierende an bayerischen Universitäten und Fachhochschulen israelische Unternehmen aus den Branchen IT, Hightech, Life Sciences und Greentech im Rahmen von Praktika näher kennenlernen können. Das Programm wurde am Rande der Ausschusssitzung von Spaenle und dem israelischen Generalkonsul Dr. Shaham unterzeichnet und ging damit an diesem Tag zusammen mit einem dazu gehörenden Blog www.deutscher-kibbutz.de an den Start.

Mehr Austausch ist ganz im Sinne von Matthias Fack, Präsident des Bayerischen Jugendrings. „Voneinander lernen, geht nur im Dialog“, erläuterte er. Dies sei insbesondere auch im Bereich der dualen Berufsausbildung wichtig, ergänzte Israels Generalkonsul Dr. Dan Shaham, der zusammen mit dem Knesset-Mitglied Meir Sheetrit ebenfalls an der Ausschusssitzung teilnahm.

In der Diskussion formulierten Teilnehmer des Studientages auch Wünsche und Anregungen an die Bildungspolitiker. Vorgeschlagen wurden Austauschprogramme mit Israel, bei denen auch Grundschulen sowie berufsbildende Schulen einbezogen werden. Angeregt wurde zudem, dass in den Lehrplänen neben der rückblickenden Erinnerungsarbeit künftig verstärkt auch das aktuelle jüdische Leben und die heutige Wirklichkeit Israels abgebildet werden sollten.

Seitenanfang