Bayerischer Landtag

01.02. - 09.02.2012 - Ausstellung: "Entwicklungsland Bayern" und Info-Tag "Eine Welt in Bayern"

„Entwicklungsland Bayern“ – unter diesem auf den ersten Blick etwas befremdlichen Titel beleuchtet eine neue Ausstellung im Landtag die Folgen der Globalisierung. Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Dr. Alexander Fonari, Vorstand des Dachverbands „Eine Welt Netzwerk Bayern e.V.“, eröffneten am 1. Februar 2012 die Schau, die am darauf folgenden Informationstag auch den Landtagsabgeordneten und den vielen Besuchergruppen im Haus Denkanstöße zu „Eine Welt in Bayern“ geben möchte.

Bildung, Ernährung, Handel, Gesundheit, Klima, Finanzwirtschaft, Partizipation – an insgesamt neun Themensäulen und sechs Medienstationen werden die wirtschaftlichen, sozialen, ökologischen, politischen und kulturellen Chancen und Risiken der Globalisierung und deren Bezüge von und nach Bayern aufgezeigt; Es geht um Energiehunger, Konsum, Gentechnik, Mikrokredite. „Das Projekt ´Entwicklungsland Bayern´ will globales Lernen fördern. Es dient der Schärfung unseres Blicks für eine neue Welt, in der alles miteinander vernetzt ist – eine Welt, die enorme Chancen bietet, aber auch ein neues Bewusstsein für unsere Verantwortungen verlangt“, sagte Landtagspräsidentin Barbara Stamm.

In ihrer Eröffnungsrede wies die Landtagspräsidentin darauf hin, dass im Zuge der Globalisierung der Wohlstand auf allen Seiten nicht automatisch wachse. Die Arbeitsbedingungen an den billigen Werkbänken der Welt seien allzu oft menschenunwürdig, und das keineswegs allein in den ärmsten Ländern. Auch in den sogenannten entwickelten Ländern komme es zu schmerzhaften Anpassungen, wenn Dienstleistungen und Waren zu niedrigsten Kosten angeboten bzw. hergestellt werden. Vehement kritisierte Barbara Stamm in diesem Zusammenhang ausbeuterische Kinderarbeit, gegen die der Bayerische Landtag 2007 einen Beschluss gefasst hat. Dieser sei aber „leider nur ein erster Schritt“, sagte die Landtagspräsidentin. Letztlich gehe es darum, sich die Auswirkungen unseres Handelns auf andere ins Bewusstsein zu rufen. Dieses Wissen sei die Grundlage dafür, es in Zukunft besser zu machen.

Nicht nur Schattenseiten benennen, sondern Wege aufzeigen, wie jeder Einzelne seinen Beitrag für „Eine Welt“ leisten kann – das sei das Anliegen der Ausstellung, erklärte Dachverbandsvorstand Dr. Alexander Fonari. Der Titel „Entwicklungsland Bayern“ sei bewusst gewählt worden, um zunächst einmal stutzig zu machen und einen Perspektivenwechsel zu vollziehen. So sei aus seiner Sicht auch Bayern in manchen Aspekten ein „Entwicklungsland“ – etwa beim Kohlendioxid-Verbrauch. Die Menschen in Bayern sollten sich in Erinnerung rufen, dass sie auf Kosten anderer Menschen lebten, erklärte Dr. Fonari. Ausdrücklich dankte er den entwicklungspolitischen Sprechern der fünf Fraktionen im Landtag Hermann Imhof (CSU), Simone Strohmayr (SPD), Dr. Hans Jürgen Fahn (FREIE WÄHLER), Christine Kamm (Bündnis 90/Die Grünen) und Prof. Dr. Georg Barfuß für die gute Zusammenarbeit, die zuletzt bei der Überarbeitung der entwicklungspolitischen Grundsätze unter Beweis gestellt worden sei. Auch die entwicklungspolitische Bildungsarbeit sei eine Aufgabe der Länder", erinnerte Fonari. „Nur gemeinsam und im Dialog können wir die Welt ein Stück lebenswerter für alle machen.“

Um Dialog und Gedankenaustausch geht es auch beim Informationstag „Eine Welt in Bayern“ am 2. Februar 2012. Es präsentieren sich dabei Vertreter der insgesamt 117 im Dachverband organisierten Mitgliedsgruppen – darunter entwicklungspolitische Institutionen, Weltläden und lokale Eine Welt-Foren. /kh

Die Ausstellung „Entwicklungsland Bayern" ist bis zum 9. Februar 2012 in der Eingangshalle West des Maximilianeums zu sehen.
Öffnungszeiten im Maximilianeum: jeweils Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr und Freitag von 9 bis 13 Uhr. An den Wochenenden sowie an Feiertagen ist geschlossen. Verkehrsverbindung Linien U4 / U5 Station Max-Weber-Platz oder Tram Linie 19, Haltestelle Maximilianeum.
Der Eintritt ist frei.

Weiterführende Links

Eine Welt Netzwerk Bayern e.V.

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