Bayerischer Landtag

07.07. - 23.07.2010 - Ausstellung "Wiederaufbau und Wirtschaftswunder"

Der Bayerische Landtag erlebt bis zum 23. Juli Wiederaufbau und Wirtschaftswunder: ein Stück Nachkriegsgeschichte wird lebendig. Das Haus der Bayerischen Geschichte in München präsentiert im Maximilianeum einen Teil seiner bisher erfolgreichsten Ausstellung, die im vergangenen Jahr in der Residenz in Würzburg gezeigt wurde und 365 000 Besucher anlockte.

Lebensgefühl der 1950er und 1960er Jahre

„Es ist toll, diese Schau im Parlament, bei den politischen Entscheidungsträgern, präsentieren zu dürfen“, freut sich Dr. Richard Loibl und berichtet von einer Erfolgsgeschichte: Obwohl die Ausstellung „Wiederaufbau und Wirtschaftswunder“ in Würzburg um mehrere Wochen verlängert wurde, hielt die positive Resonanz weit über diese Zeit hinaus an. Die Initiatoren entschlossen sich deshalb, ausgewählte Highlights der Schau noch einmal zu zeigen. Im nächsten Jahr startet die Wanderausstellung durch die bayerischen Regierungsbezirke. Die Präsentation im Bayerischen Landtag ist der Auftakt dazu.

Landtagspräsidentin Barbara Stamm hatte „Wiederaufbau und Wirtschaftswunder“ schon in ihrer Heimatstadt Würzburg gesehen. Sie zitierte Einträge aus dem Gästebuch, schilderte Eindrücke, die bis heute anhalten – gerade deswegen, weil die Ausstellung nicht nur Fakten vermittelt, sondern ein Lebensgefühl widerspiegelt. „Alltagsgegenstände – die kleinen und großen Dinge der 1950er und 1960er Jahre – sind Brücken für das Gedächtnis, für eine lebendige, greifbare Erinnerung. Damit verbinden sich konkrete Vorstellungen an bestimmte Situationen, an Menschen, an Begegnungen, an Gespräche, sicher auch an Hoffnungen und Träume“, sagte Barbara Stamm.

Zu den Erinnerungsstücken an die Nachkriegszeit gehören ein Friseursalon mit bunten Waschbecken, ein graues Goggomobil mit roten Sitzen und ein Modell der Neuen Maxburg in München als Beispiel für sozialen Wohnungsbau vor einem riesigen Schwarz-Weiß-Foto mit einer zerbombten Stadt als Motiv. Eine Schlager-Jukebox ist aufgestellt, in einer Vitrine hängen Kinoplakate, die auf den Film „Die Sünderin“ mit Hildegard Knef hinweisen. Ein Skandal war das damals!

Im Ausstellungsraum neben der Eingangshalle West ist die Zeit von 1933 und dem Weg in den Krieg bis zum Ende der 1960er Jahre dokumentiert: Der politische Neubeginn 1945 und die Aufteilung in vier Zonen durch die Siegermächte, der Alltag in Ruinen und der Wiederaufbau, das Wirtschaftswunder mit „Wohlstand für alle“, wie ihn Ludwig Erhard postulierte, die ersten Streiks und Jugendproteste. Tondokumente vermitteln einen unmittelbaren Eindruck von den „Schwabinger Krawallen“ im Juni 1962 und lassen das „Wunder von Bern“ noch einmal lebendig werden: Deutschland wurde 1954 Fußball-Weltmeister! – Die spannende Reise durch die Nachkriegszeit im Maximilianeum dauert bis zum 23. Juli 2010./hw

Eindrücke von der Vernissage

Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Dr. Richard Loibl, Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, am Tischkicker - einem Ausstellungsstück zu `Wiederaufbau und Wirtschaftswunder`, das das Lebensgefühl der 1950er und 1960er Jahre widerspiegelt. | Foto: Rolf Poss
Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Dr. Richard Loibl, Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, am Tischkicker - einem Ausstellungsstück zu `Wiederaufbau und Wirtschaftswunder`, das das Lebensgefühl der 1950er und 1960er Jahre widerspiegelt. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Abbildungen, Dokumente und Alltagsgegenstände - sie veranschaulichen das Lebensgefühl der 50er und 60er Jahre. | Foto: Rolf Poss
Das Goggomobil, ein Kleinstwagen der Hans Glas GmbH in Dingolfing. Vorgestellt wurde das Goggomobil im Jahr 1954 auf der Internationalen Fahrrad- und Motorrad-Ausstellung (IFMA) in Köln. Die ersten Serienfahrzeuge rollten im Januar 1955 vom Band. | Foto: Rolf Poss
Landtagspräsidentin Barbara Stamm eröffnete die Ausstellung im Münchner Maximilianeum. Nach Würzburg und München wird die Ausstellung auch in anderen bayerischen Städten zu sehen sein. | Foto: Rolf Poss
Das gute Stück im Wohnzimmer: das Radio. Nur wenige Privathaushalte verfügten nach dem Krieg noch über Empfangsgeräte. Dank des Wirschaftswunders konnten sich die Menschen ab Mitte der 50er Jahre nach und nach diese relativ teuren Geräte leisten. | Foto: Rolf Poss
Liebevolle Details: Original-Friseursalon aus der Zeit des Wirtschaftswunders. | Foto: Rolf Poss
Begegnungen am Rande der Vernissage: Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet (rechts) und Dr. Karl Huber, Präsident des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs. | Foto: Rolf Poss

Öffnungszeiten:
Montag bis Freiag über die Westpforte (Stadtseite), barrierefreier Zugang über die Ostpforte.
An Samstagen, Sonntagen sowie am 13., 14. und 15. Juli 2010 ist die Ausstellung geschlossen.
Eine begrenzte Anzahl von Gruppenführungen ist nach vorheriger Anmeldung möglich (089 – 4126 – 2336 oder 2602).

Bild: Zeitmaschine. Landesgeschichtsforum Bayern 2010. | Foto: Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit
Zeitmaschine. Landesgeschichtsforum Bayern 2010. | © Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit

"Das Bayernbild in den Medien"
Podiumsdiskussion im Maxiilianeum mit Kultusminister Ludwig Spaenle:

Was macht Bayern aus? Können sich in einer pluralen Gesellschaft von „Alteingesessenen“ wie Migranten alle Gruppen mit Bayern identifizieren? Welches Bild von Bayern wird heute in den Medien vermittelt? Diese und ähnliche Fragen werden unter dem Titel "Das Bayernbild in den Medien" am 23. Juli 2010 ab 13.30 Uhr im Maximilianeum diskutiert. Am Podium sind vertreten: Franz Maget, Zweiter Vizepräsident des Bayerischen Landtags, Prof. Andreas Bönte (Bayerischer Rundfunk), Annette Ramelsberger (Süddeutsche Zeitung), Luise Kinseher (Kabarettistin) und Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle.

Es moderiert Prof. Dr. Marita Krauss, Universität Augsburg

Einlass: Westpforte (Stadtseite), barrierefreier Zugang über die Ostpforte
Bitte Identitätsnachweis (Personalausweis o. ä.) mitbringen.
Einlass nur, soweit es die räumlichen Kapazitäten zulassen.

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