Bayerischer Landtag

15.11. - 21.11.2012 / 04.12.2012 - 10.01.2013 - Ausstellung „Die andere Seite der Welt. Von Angesicht zu Angesicht – Begegnungen"

„Die andere Seite der Welt. Von Angesicht zu Angesicht – Begegnungen“ ist der Titel einer neuen Ausstellung im Landtag. Sie informiert über die Arbeit der Internationalen Jugendbegegnungsstätte im polnischen Oświęcim und deren pädagogisches Konzept „Auschwitz als Lernort“. Im Mittelpunkt stehen dabei die Begegnung und das Gespräch von Jugendlichen mit Zeitzeugen und ehemaligen Häftlingen des Konzentrationslagers. Ausgestellte Fotografien und Notizen halten diese eindringlichen Momente des Dialogs fest. „Lassen Sie sich davon berühren: nachdenklich, einfühlsam und Anteil nehmend“, sagte Landtagspräsidentin Barbara Stamm bei der Eröffnung der Ausstellung am 15. November 2012 im Steinernen Saal des Maximilianeums.

Landtagspräsidentin Barbara Stamm begrüßt den Zeitzeugen Abba Naor bei der Ausstellungseröffnung. | Foto: Rolf Poss
Landtagspräsidentin Barbara Stamm beim Eintrag in das Gästebuch der Begegnungsstätte mit Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle (li.) und Leszek Szuster, Direktor der Internationalen Jugendbegegnungsstätte. | Foto: Rolf Poss
Landtagspräsidentin Barbara Stamm eröffnete die Ausstellung im Steinernen Saal. | Foto: Rolf Poss
Blick ins Publikum. | Foto: Rolf Poss
Katarina Bader berichtete von ihrer Begegnung mit dem ehemaligen Häftling Jerzy Hronowski, die ihr Leben geprägt hat. | Foto: Rolf Poss
Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle sprach ein Grußwort. | Foto: Rolf Poss

„Die andere Seite der Welt“ – mit diesen Worten beschrieb Baron Maurice Goldstein am 7. Dezember 1986 die Internationale Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim am Tage ihrer Eröffnung. Mehrere hundert Veranstaltungen – Seminare, Studienreisen, Ausstellungen, Konzerte und Begegnungen – haben seitdem unter diesem Titel in Oświęcim stattgefunden.

Eindrücke und Reflektionen auf Seiten der jungen Generation wie auf Seiten der ehemaligen Häftlinge zu „Die andere Seite der Welt“ werden in der Ausstellung über Fotoporträts und Notizen vermittelt: „Der Blick der Kamera erzählt von Betroffenen, die sich mühen, ihre schrecklichen Erfahrungen in Worte zu fassen. Und er erzählt von jungen Menschen, die den Betroffenen mit Empathie begegnen, sie auf ihrem gedanklichen Weg aus der Hölle von Auschwitz begleiten und ihnen ein Stück jener Menschlichkeit zurückgeben, die ihnen die Nazis genommen hatten“, erklärte Landtagspräsidentin Barbara Stamm.

Für Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle geht es bei der Auseinandersetzung mit dem Vernichtungslager Auschwitz „um die von Deutschen zu verantwortende, von Deutschen konzipierte und systematisch realisierte Auslöschung von sechs Millionen Juden in Europa“. Um aus der Geschichte lernen zu können, müsse man diese kennen. Minister Spaenle lud dazu ein, eigene Wahrnehmungen, Deutungen, Folgerungen mit den Überlebenden intensiv auszutauschen. „Deshalb stehen wir in intensivem Austausch mit Polen, mit der Gedenkstätte Auschwitz und der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Oświęcim/Auschwitz, mit Israel und mit Yad Vashem“, so Minister Spaenle.

Begegnungen, die Spuren hinterlassen

Leszek Szuster, Direktor der Internationalen Jugendbegegnungsstätte, betonte: „Wir sind kein Museum, sondern eine Einrichtung, die aktiv für die Erinnerung arbeitet.“ Die Botschaft, die von Auschwitz ausgehe, sei aktuell und müsse aktuell bleiben. Die Begegnungen junger Menschen mit den Überlebenden des Holocaust zählten dabei immer zu den eindringlichsten Erlebnissen bei den von der Einrichtung organisierten Veranstaltungen.

Von ihrer Begegnung mit dem ehemaligen Auschwitz-Häftling Jerzy Hronowski berichtete im Anschluss Katarina Bader. „Diese Begegnung hat mein Leben geprägt“, sagte die heute 33-jährige Dozentin für Politikwissenschaft und Osteuropäische Geschichte in München, die als Schülerin an einem deutsch-polnischen Zeitungsworkshop in Oświęcim teilnahm und dabei mit dessen Schicksal konfrontiert worden war. Im Laufe der vielen Gespräche mit Jerzy Hronowski hat sich über die Jahre eine enge Freundschaft entwickelt. „Jerzy Hronowski hat nicht nur bei mir, sondern auch bei den vielen anderen Menschen, denen er begegnet ist, Spuren hinterlassen“, betonte Katarina Bader. Spuren hinterlassen – das möchte auch die neue Ausstellung im Maximilianeum, die bis zum 21. November 2012 und dann wieder vom 4. Dezember 2012 bis 10. Januar 2013 zu sehen ist. /kh

Die Ausstellung „Die andere Seite der Welt. Von Angesicht zu Angesicht - Begegnungen" ist bis zum 21. November 2012 im Kreuzgang und dann wieder vom 4. Dezember 2012 bis 10. Januar 2013 im Ausstellungsfoyer/Eingangshalle West des Maximilianeums zu sehen.

Öffnungszeiten im Maximilianeum: jeweils Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr und Freitag von 9 bis 13 Uhr. An den Wochenenden sowie an Feiertagen ist geschlossen. Verkehrsverbindung Linien U4 / U5 Station Max-Weber-Platz oder Tram Linie 19, Haltestelle Maximilianeum.

Der Eintritt ist frei.

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