Bayerischer Landtag

21.10. - 04.11.2010 - Ausstellung "Malerei im Dialog"

„Malerei im Dialog“, bis zum 4. November in der Eingangshalle West des Maximilianeums zu sehen, ist eine Kunstausstellung der besonderen Art: Gezeigt werden expressionistische Bilder des Künstlers Fred Schneider und persönliche Notizen von Max Mannheimer, einem jüdischen Überlebenden des Holocaust. Leinwand und Briefe, Farbe und Tinte, Bilder und Worte verbinden sich dabei zu einem neuen Ganzen.

Im Ausstellungsfoyer (v.l.): Max Mannheimer, Landtagspräsidentin Barbara Stamm und der Maler Fred Schneider. | Foto: Rolf Poss
Im Ausstellungsfoyer (v.l.): Max Mannheimer, Landtagspräsidentin Barbara Stamm und der Maler Fred Schneider. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Max Mannheimer und Fred Schneider lernten sich vor vier Jahren im Wartezimmer einer Münchner Arztpraxis kennen. Beide kamen ins Gespräch, woraus die Idee für ein ungewöhnliches Dialog-Projekt entstand: Von Dezember 2006 bis August 2007 schickte Mannheimer in unregelmäßigen Abständen auf Postkarten oder Zetteln persönliche Aufzeichnungen, Gedanken und tagebuchartige Notizen in das Atelier von Fred Schneider. Dieser setzte das geschriebene Wort in Farbe um, sendete das Bild an Mannheimer zurück, worauf der Zeitzeuge der NS-Diktatur mit einem neuen Text antwortete. So entstanden die in der Ausstellung gezeigten 26 Fragmente aus Wort und Bild.

„Der Dialog spiegelt die Eindrücke, Erfahrungen und das Engagement von Max Mannheimer wider, dessen Tagwerk geprägt ist durch seine unermüdliche Aufklärungsarbeit“, betonte Landtagspräsidentin Barbara Stamm bei der Eröffnung der Ausstellung. Trotz seines hohen Alters werde Max Mannheimer nicht müde, Vorträge vor Schülern und Studenten zu halten, insbesondere die junge Generation vor den Gefahren einer Diktatur zu warnen und sie für die Verteidigung von Demokratie und Menschenwürde zu gewinnen. Nicht Ankläger oder Richter wolle Mannheimer sein, sondern als Überlebender des Holocaust gegen das Vergessen kämpfen. „Ihre Lebensgeschichte, Ihr Wissen und Ihre Persönlichkeit verleihen Ihrer Stimme Kraft und Gehör. Der Maler Fred Schneider hat ihr nun auch ein Gesicht gegeben“, sagte Barbara Stamm.

Nonverbaler Gedankenaustausch

Unter dem Künstlernamen ben jakov ist Max Mannheimer seit den 50er Jahren ebenfalls als Maler tätig. „Malerei im Dialog“ ist damit auch ein „Dialog unter Kollegen“ und ein „Dialog der Generationen“. „Das Projekt hat mir großen Spaß gemacht“, kommentierte der 90-jährige Max Mannheimer den nonverbalen Austausch mit dem 1963 in Kiel geborenen ehemaligen Street-Art-Künstler Fred Schneider. Für diesen war es Kern des Projekts, durch den Dialog Leben und Schicksal von Max Mannheimer sichtbar zu machen. /kh

Die Ausstellung kann bis 4. November 2010 jeweils Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr und Freitag von 9 bis 13 Uhr in der Eingangshalle West des Maximilianeums besichtigt werden.
An Sonn- und Feiertagen ist geschlossen.

Eingang Ostpforte
Verkehrsverbindung: Linien U4 / U5, Max-Weber-Platz
oder Tram Linie 19, Maximilianeum

Der Eintritt ist frei.

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