Bayerischer Landtag

23.01. - 07.02.2008 - Ausstellung: Die Rückkehr der Demokratie

"Die Rückkehr der Demokratie" – so lautet ebenso kompakt wie treffend der Titel einer Ausstellung, die die Weimarer "Stiftung Ettersberg zur vergleichenden Erforschung europäischer Diktaturen und ihrer Überwindung" mit Unterstützung der Landeszentralen für politische Bildung in Thüringen, Hessen und Bayern erarbeitet hat.

Bild: Ausstellungseröffnung "Die Rückkehr der Demokratie" von links nach rechts Generalkonsulin Sobotka, Landtagspräsident Alois Glück und Prof. Dr. Veen Stiftung Ettersberg
Ausstellungseröffnung "Die Rückkehr der Demokratie" von links nach rechts Generalkonsulin Sobotka, Landtagspräsident Alois Glück und Prof. Dr. Veen Stiftung Ettersberg | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Der Fall der Mauer durch die deutsche Hauptstadt Berlin am 9. November 1989 war kein isoliertes nationales Ereignis, sondern wesentlicher Bestandteil eines großen europäischen Befreiungsprozesses. Ohne das Wirken der Gewerkschaft Solidarnosc in Polen seit 1980 und ohne die unmittelbare Unterstützung, die die Bundesrepublik durch die ungarische Politik seit Sommer 1989 erfuhr, ist das Ende des DDR-Regimes nicht zu denken.
Mit dem Kollaps des Kommunismus auf europäischem Boden im Zeitraum von 1989 bis 1991 ging ein von den Menschen ganz unmittelbar getragener revolutionärer Befreiungsakt einher, wie ihn der Kontinent seit eineinhalb Jahrhunderten, seit den Revolutionen von 1848, nicht mehr erlebt hatte. Im weiten Bogen vom Baltikum bis zum Schwarzen Meer begann die Wiederherstellung rechtsstaatlicher und demokratischer Verhältnisse. Vielfach stand dieser Prozess in Verbindung mit der Orientierung auf eine gemeinsame europäische Identität. Die seit Beginn des Kalten Krieges von Europa Ausgesperrten kehrten in ihre größere europäische Heimat zurück.

Die Ausstellung zeigt, was sich in diesen Jahren auf den Straßen und Plätzen zutrug, wie die Menschen in Warschau, Prag, Budapest, Riga und Bukarest buchstäblich Geschichte machten, Angst überwanden und als mündige Bürger agierten. Bayern nahm an dieser historischen Zäsur als Nachbar und Freund Anteil. Dank des Endes der kommunistischen Regime östlich von Elbe und Böhmerwald ist Bayern selbst wieder in die europäische Mitte gerückt. Wir haben allen Anlass, den Menschen, die damals einen großen Teil Europas von Unterdrückung und Entmündigung befreiten, dankbar verbunden zu bleiben.

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