Bayerischer Landtag

23.05. - 22.06.2012 - Ausstellung "Andere Augen – eine Ausstellung über das Sehen"

Wie hörst Du Farben, Nebel oder Licht? Wie siehst Du Gefühle, Gerüche, Musik? „Andere Augen – eine Ausstellung über das Sehen“ erzählt nicht nur in vielen Facetten die Geschichte einer Freundschaft zwischen zwei mit Behinderung lebenden Norwegern und einem Deutschen; Sie ermöglicht Sehenden, Sehbehinderten und blinden Menschen außerdem ein gemeinsames Kunsterlebnis und schafft so ein Forum für gegenseitiges Verständnis von Menschen mit und ohne Handicap. „Das schafft Nähe, es baut Brücken und es ermöglicht Teilhabe – ganz im Sinne der Inklusion, die uns allen hier im Landtag ein großes Anliegen ist“, sagte I. Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet am 22. Mai 2012 bei der Eröffnung der barrierefrei gestalteten Ausstellung.

Barrierefreier Zugang zu den Exponaten

Die Wanderausstellung über die Lebenswege von Arild Røland und Terje Karlsrud verknüpft sehr verschiedene Darbietungsformen und ermöglicht so einen barrierefreien Zugang zu den Exponaten: Die gezeigten Fotografien wurden mit einer besonderen Rasterung auf metallische Oberflächen aufgebracht. Dadurch sind sie für Menschen mit Sehbehinderungen wahrnehmbar. Außerdem werden sehbehinderte Besucherinnen und Besucher mit Hilfe einer Sprachführung durch die Ausstellung geleitet. Die Texte sind in lesefreundlicher Großschrift und in Blindenschrift gehalten. Gelegenheit, sich in die Blindenschrift und in die Technik einer Blinden-Schreibmaschine einzufühlen, haben auch sehende Besucherinnen und Besucher – und es gibt eine Video-Präsentation.

„Man kann alles sehen; man kann aber auch alles fühlen und hören. So wird ein gemeinsames Erleben geschaffen, das zum gegenseitigen Austausch anregt und das Verständnis füreinander fördert. Wer sich darauf einlässt, kann die Welt danach vielleicht wirklich etwas anders sehen“, sagte I. Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet bei der Vernissage.

„Die Ausstellung öffnet sehenden Menschen die Augen“, und: „Sie kann mit allen Sinnen wahrgenommen werden“, erklärte Behindertenbeauftragte Irmgard Badura. Ihr persönliches Anliegen ist es, dass „blinde und sehbehinderte Menschen ganz selbstverständlich mittendrin in der Gesellschaft leben und dabei ihre Fähigkeiten und Leistungen zeigen können“.

In diesem Sinne ist die Ausstellung nicht an Defiziten orientiert. Sie zeigt vielmehr auf, was geht und gibt dabei Einblicke in das Leben und die Arbeit des Milchbauers Arild Røland sowie des Gymnasiallehrers Terje Karlsrud. Trotz Sehbehinderung meistern beide ihren Alltag mit souveräner Selbstverständlichkeit und bewundernswerter Energie – nicht besser und nicht schlechter als andere, aber auf ihre Art. Gregor Strutz, ein Fotograf aus Deutschland, hat beide über Monate hinweg mit seiner Kamera begleitet./kh

Die Ausstellung „Andere Augen - eine Ausstellung über das Sehen" ist bis zum 22. Juni 2012 in der Eingangshalle West des Maximilianeums zu sehen.
Öffnungszeiten im Maximilianeum: jeweils Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr und Freitag von 9 bis 13 Uhr. An den Wochenenden sowie an Feiertagen ist geschlossen. Verkehrsverbindung Linien U4 / U5 Station Max-Weber-Platz oder Tram Linie 19, Haltestelle Maximilianeum.
Der Eintritt ist frei.

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