Bayerischer Landtag

24.10. - 08.11.2012 - Ausstellung „Das Hunger Projekt“

Für ein selbstbestimmtes Leben ohne Hunger und Armut setzt sich „Das Hunger Projekt e.V.“ ein. Die Nichtregierungsorganisation mit weltweit mehr als 380.000 ehrenamtlich Aktiven mobilisiert Menschen in Afrika, Lateinamerika und Südasien, ihre Lebensbedingungen aus eigener Kraft zu verbessern. Im Landtag stellt die Organisation nun ihre Ansätze der Entwicklungsarbeit im Rahmen einer Ausstellung vor: „Bei Hunger-Projekt wird bewusst von einer Hilfeleistung im Sinne eines Geber-Nehmer-Verhältnisses abgesehen. Stattdessen werden in beeindruckender Weise Eigenleistung und Selbstverantwortung vor Ort ins Zentrum der Aktivitäten gesetzt“, erklärte 1. Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet bei der Vernissage.

Eröffnung der Ausstellung: Blick ins Publikum | Foto: Rolf Poss
Farbige Boxen zu den Themen Mut, Kraft, Rechte, Respekt, Wissen, Perspektive | Foto: Rolf Poss
Themenboxen der Ausstellung zum Mitnehmen. | Foto: Rolf Poss
Eröffnete die Ausstellung: Erster Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet. | Foto: Rolf Poss
Bei der Ausstellungseröffnung: Blick ins Publikum. | Foto: Rolf Poss
Landesdirektorin Leni Rieppel gab Einblicke in die Arbeit von Das Hunger Projekt e.V. | Foto: Rolf Poss

Nach dem UN-Hungerbericht, der vor zwei Wochen veröffentlicht wurde, leiden weltweit 868 Millionen Menschen unter chronischer Unterernährung: „Es kann und darf nicht sein, dass wir den Hunger in der Welt hinnehmen – weder im politischen noch im persönlichen Kontext“, betonte Reinhold Bocklet. Hunger sei kein Schicksal, sondern menschengemacht. Was fehlten seien oftmals effiziente Organisationsstrukturen, nötiges Wissen oder der politische Wille, es besser zu machen. Unstrittig sei mittlerweile auch, so Bocklet, dass reine Lebensmittellieferungen – abgesehen von punktuellen Katastrophenszenarien – im Kampf gegen Hunger keine Lösung sein können, sondern im Gegenteil durch die Störung der lokalen Märkte die Probleme noch verschärfen würden.

„Wir sind keine klassische Hilfsorganisation“

Genau an dieser Stelle setzt die Arbeit von „Das Hunger Projekt e.V.“ an: „Wir sind keine klassische Hilfsorganisation“, stellte Leni Rieppel, Landesdirektorin des Hunger-Projektes in Bayern, auch vorneweg klar. Ziel ihrer Organisation sei es, Perspektiven aufzuzeigen, Unternehmergeist bei den Menschen vor Ort zu wecken, sie zu selbstverantwortlichem Handeln zu ermutigen, aber auch deren Führungskompetenzen zu stärken.

Das Hunger Projekt arbeitet ausschließlich in ländlichen Regionen und mit Einheimischen zusammen. Und: „Frauen spielen eine Schlüsselrolle“, zeigte sich die Landesdirektorin überzeugt. Der Erfolg gibt ihr recht. Die Arbeit der Organisation, die bereits 35 Millionen Menschen, in 24.000 Dörfern und zwölf Ländern erreicht hat, trägt Früchte: „Über 45.000 Menschen haben an unseren Mikrokredit- und Sparprogramm-Workshops teilgenommen. Über 26.500 Kleinkredite im Wert von über 2,9 Millionen US-Dollar wurden 2011 vergeben“, listete Leni Rieppel im Maximilianeum auf und verweist auch etwa auf Indien, wo die Organisation 80.000 Frauen für ihr Amt als Gemeinderätin ausgebildet und begleitet hat.

„Die Organisation begegnet den Menschen vor Ort auf Augenhöhe“, betonte auch Silvia Simonovic von der Münchner Agentur Umbruch, die die Ausstellung unentgeltlich konzipiert und mit Blick auf das Selbstverständnis von „Das Hunger Projekt e.V.“ dabei auch einen etwas anderen Ansatz gewählt hat: Neben Filmen zur Projektarbeit werden in der Ausstellung keine dramatischen Bilder von hungernden Menschen gezeigt, sondern Bilder die Kraft, Mut und neue Perspektiven geben. Farbige Design-Boxen zu den Begriffen „Recht“, „Mut“, „Kraft“, „Respekt“, „Perspektive“ und „Wissen“ stehen zur Mitnahme bereit. „Wer mag, kann sich gerne eine oder mehrere der Themenboxen mit nach Hause nehmen. Schließlich, so Silvia Simonovic, stehe jeder dieser Begriffe für ein begehrliches Gut./kh

Die Ausstellung „Das Hunger Projekt" ist bis zum 8. November 2012 in der Eingangshalle West des Maximilianeums zu sehen.

Öffnungszeiten im Maximilianeum: jeweils Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr und Freitag von 9 bis 13 Uhr. An den Wochenenden sowie an Feiertagen ist geschlossen. Verkehrsverbindung Linien U4 / U5 Station Max-Weber-Platz oder Tram Linie 19, Haltestelle Maximilianeum.
Der Eintritt ist frei.

Das Hunger Projekt e.V.

Das Hunger Projekt e.V.

Das Hunger Projekt e.V. ist eine weltweite Nichtregierungsorganisation, die sich seit 1977 für die nachhaltige Überwindung chronischen Hungers einsetzt. Gegenwärtig ist das Hunger Projekt in zwölf Ländern Afrikas, Südasiens und Lateinamerikas vertreten. In Deutschland arbeitet das Hunger Projekt seit 1982 als gemeinnützig anerkannter Verein und ist auch in Bayern aktiv. Es ist Mitglied bei VENRO (Verband Entwicklungspolitik Deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V.) und trägt seit Jahren das DZI Spenden-Siegel.

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