Bayerischer Landtag

27.01. - 17.02.2011 - Ausstellung "ich krieg dich - children affected by war"

– Von Katja Helmö –

„Ich krieg dich – children affected by war“ – so lautet der Titel einer neuen Ausstellung, die der Bayerische Landtag gemeinsam mit dem Kinderhilfswerk World Vision bis zum 17. Februar im Maximilianeum zeigt. „Krieg zu erleben ist für Kinder besonders traumatisch, weil dieses furchtbare Ereignis in den Schutzraum von Kindheit und Jugend grausam einbricht“, erklärte 1. Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet bei der Eröffnung der Ausstellung. Noch Jahrzehnte – manchmal auch ein Leben lang – leiden Kinder unter den Kriegserlebnissen, auch wenn Friedensverträge längst geschlossen sind, Häuser wieder aufgebaut wurden und die Medien sich wieder anderen Themen widmen.

Bild: Eröffneten gemeinsam die Ausstellung im Maximilianeum: 1. Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet (links) und Christoph Waffenschmidt, Vorstandsvorsitzender World Vision Deutschland e.V. | Foto: Rolf Poss
Eröffneten gemeinsam die Ausstellung im Maximilianeum: 1. Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet (links) und Christoph Waffenschmidt, Vorstandsvorsitzender World Vision Deutschland e.V. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Zwei Millionen Kinder und Jugendliche sind nach Schätzungen des Kinderhilfswerks World Vision im letzten Jahrzehnt durch Krieg und Gewalt ums Leben gekommen. Sie werden verfolgt, entführt, vergewaltigt, gefoltert oder als Soldaten missbraucht. Sie verlieren bei kriegerischen Auseinandersetzungen Eltern, Geschwister und Verwandte. Die Ausstellung zeigt anhand von Kindern in Afghanistan, im Libanon, dem Kongo und Uganda, was Krieg und Gewalt für diese bedeutet.

„Die Ausstellung ist eine Aufforderung, zu keinem Zeitpunkt in unseren Bemühungen um Frieden und in unserem Einsatz für das humanitäre Völkerrecht nachzulassen“, erklärte Reinhold Bocklet. Appelle allein reichten dazu jedoch nicht aus: „Nachhaltige Friedensarbeit umfasst auch Entwicklungshilfe, Projekte im Bildungsbereich und die Unterstützung der Zivilgesellschaft in ihrem Bemühen um eine Kultur des Friedens“, unterstrich der 1. Landtagsvizepräsident.

Christoph Waffenschmidt, Vorstandsvorsitzender World Vision Deutschland e. V., hält es für besonders wichtig, sowohl im Vorfeld von kriegerischen Auseinandersetzungen als auch bei der Konzeption von Friedensstrategien die Situation von Kindern gesondert zu betrachten. Waffenschmidt schlug vor, gemeinsam mit Hilfsorganisationen nachzudenken, wie Kinder konkret geschützt werden könnten, etwa indem für sie besondere Schutzräume, sogenannte „child friendly spaces“, errichtet werden. Kinder, die Gewalt erlebt haben, brauchen psychische Betreuung. Kindersoldaten, so Waffenschmidt, seien oft doppelt traumatisiert, weil sie gleichzeitig Opfer und Täter waren. Für sie, so der Repräsentant des Kinderhilfswerks, müsse es Reintegrations- und Bildungsprogramme geben. Der Missbrauch von Kindern als Soldaten müsse konsequent verfolgt und bestraft werden.

In der Ausstellung werden anhand von Projektbeispielen auch Wege aufgezeigt, wie Kinder gestärkt und wie sie in die Friedensstrategien integriert werden können.

Öffnungszeiten im Maximilianeum:
Die Ausstellung kann vom 27. Januar bis 17. Februar 2011, jeweils Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr und Freitag von 9 bis 13 Uhr, in der Eingangshalle West des Maximilianeums besichtigt werden. An Sonn- und Feiertagen ist geschlossen. Verkehrsverbindung Linien U4 / U5 Station Max-Weber-Platz oder Tram Linie 19, Haltestelle Maximilianeum.

Der Eintritt ist frei.

Weiterführende Links

World Vision Deutschland e.V.

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