Bayerischer Landtag

Ausstellung „Restlos gut essen“ ruft zu bewusstem Umgang mit Lebensmitteln auf

Die stellvertretende CSU-Fraktionsvorsitzende Gudrun Brendel-Fischer, Angelika Schorer, Vorsitzende des Landwirtschaftsausschusses, Martin Neumeyer, Amtschef des Landwirtshaftsministeriums und Dr. Wolfram Schaecke, Leiter des Kompetenzzentrums für Ernährung| © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Dienstag, 30.09.2014

- Von Barbara Eisenhut -

Die Wanderausstellung „Restlos gut essen“ machte am Plenartag im Bayerischen Landtag Halt. Ziel war es, auf den angemessenen Umgang mit Lebensmitteln hinzuweisen und dafür das Bewusstsein der Verbraucher zu schärfen.

„Heute muss die Nahrung ein Multitalent sein“, erklärte Dr. Wolfram Schaecke, Leiter des Kompetenzzentrums für Ernährung (KErn), das in Freising und Kulmbach angesiedelt ist und die Ausstellung konzipiert hat. Der achtlose Umgang mit Lebensmitteln, die heutzutage mit viel Aufwand und Geld hergestellt werden, stelle mittlerweile ein gesamtgesellschaftliches Problem dar. „Jeder Mensch wirft pro Jahr wesentlich mehr weg, als er denkt“, so Martin Neumeyer, Amtschef des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums, das Auftraggeber der Ausstellung ist. Allein in Bayern beläuft sich die Menge der weggeworfenen Lebensmittel pro Person und Jahr auf 65 Kilogramm.
Aus diesem Grund wurde am Dienstag im Senatssaal des Landtags die Wanderausstellung „Restlos gut essen“ eröffnet. Das Publikum mit Teilnehmern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Produzenten und Verbrauchern wurde von der Vorsitzenden des Landwirtschaftsausschusses, Angelika Schorer, begrüßt. „Mit der Ausstellung möchten wir zum Nachdenken anregen, sowie den Verbraucher lehren, besser mit Lebensmitteln umzugehen“, betonte Schorer. Im Hinblick auf die Lebensmittelverluste, die alleine in Bayern 1,3 Mio. Tonnen betragen, steht die Veranstaltung unter dem Motto „Was braucht der Mensch, was ist ihm wichtig“, sagt die Ausschussvorsitzende. Auch Amtschef Martin Neumeyer unterstrich: „Das Bewusstsein der Verbraucher muss gestärkt werden“. Hierbei solle auch durch Aktionen, wie dem „Erlebnis Bauernhof“, bei dem Schulklassen einen Tag in einem landwirtschaftlichen Betrieb verbringen, eine bessere Lebensmittelwertschätzung gewährleistet werden.

KErn-Chef Dr. Wolfram Schaecke erklärte: „Nahrung muss nicht nur gut aussehen, duften, schmecken, gesund sein und lange haltbar bleiben, sondern natürlich auch immer verfügbar sein.“ Dies werde heutzutage als selbstverständlich gesehen, dabei beachten aber die wenigsten, dass erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts die Gesellschaft in Europa satt werde. Neben der Lebensmittelwertschätzung soll bei der Ausstellung aber auch Lebensmittelverschwendung in den Fokus gerückt werden, sowie die Ernährungsbildung. Hierbei stellen beispielsweise die richtige Lagerung von eingekauften Produkten oder die optimale Verwertung von Resten wichtige Punkte dar. Zu diesen Themenbereichen wurden interaktive Infostände entwickelt, die die verschiedenen Sinnesorgane ansprechen. So konnte zum Beispiel an Lebensmittelproben gerochen werden, die Besucher anschließend als verdorben oder essbar deklarieren müssen. Als kleines Highlight konnten die Ausstellungsbesucher auf einem Fahrradergometer testen, wie lange es dauert, die Kalorien verschiedener Lebensmittel beim Sport zu verbrennen. Mit dieser Konstruktion beschäftigten sich vor allem die geladenen Schüler der Nabburger Naabtal-Realschule, die den Fotowettbewerb „köstlich und kostbar“ des KErn gewonnen haben. Der Wettbewerb wurde ins Leben gerufen, um neue Blickwinkel auf das Thema Lebensmittelverschwendung zu eröffnen.

Um die Ausstellung abzurunden, wurden zum leiblichen Wohl Gerichte aus einem von Schülern zusammengestellten Resterezeptbuch gereicht, so etwa Brot mit Fleischsuppe oder Kirschauflauf.

Für die Zukunft wünschte sich Angelika Schorer, dass im Landwirtschaftsausschuss das Thema Alltagskompetenzen, vor allem im Anbetracht gesunder Ernährung und eines angemessenen Umgangs mit Lebensmitteln, gestärkt wird. „Dabei wollen wir uns vor allem auf Kindergartengruppen und Schulen konzentrieren und schon in frühen Jahren das Bewusstsein für Lebensmittelwertschätzung stärken und fördern.“

 

 

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