Bayerischer Landtag

01.07.2011 - Bayerische Partnerprovinz Québec plant den großen Wurf

Bild: Jean Charest, Premierminister von Québec, trägt sich in das Ehrenbuch des Bayerischen Landtags ein. In der Reihe hinter ihm Präsidentin Barbara Stamm und die Vizepräsidenten Franz Maget, Jörg Rohde und Reinhold Bocklet (v.l.n.r.) | Foto: Rolf Poss
Jean Charest, Premierminister von Québec, trägt sich in das Ehrenbuch des Bayerischen Landtags ein. In der Reihe hinter ihm Präsidentin Barbara Stamm und die Vizepräsidenten Franz Maget, Jörg Rohde und Reinhold Bocklet (v.l.n.r.) | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

- Von Heidi Wolf -

München. Die Provinz Québec im Osten Kanadas plant den großen Wurf. Das ehrgeizige Projekt heißt Plan Nord. 80 Milliarden kanadische Dollar sollen in den nächsten 25 Jahren investiert werden – das sind 56 Milliarden Euro. Jean Charest, Premierminister von Québec, warb bei seinem Besuch im Bayerischen Landtag am 30. Juni 2011 für den Plan Nord: Er betrifft eine Fläche von 1,2 Millionen Quadratkilometer. Das entspricht 72 Prozent der Gesamtfläche von Québec, der größten Provinz Kanadas. Damit ist allein die Region im Norden doppelt so groß wie Frankreich.

Dieses Gebiet ist reich an natürlichen Ressourcen, schilderte Charest seinen Gastgebern, an der Spitze Landtagspräsidentin Barbara Stamm und den Vizepräsidenten Reinhold Bocklet, Franz Maget und Jörg Rohde. Der Besucher-Delegation gehörten außer Charest noch der zuständige Staatssekretär Robert Sauvé an, Dr. Charles Villiers, Generaldelegierter von Québec in München, Daniel Curio, Repräsentant des Freistaates Bayern in Québec und Katia Grimard, Leiterin der Abteilung Kooperation und Öffentliche Angelegenheiten bei der Vertretung der Regierung von Québec in München. Wie der Premierminister berichtete, gibt es in der Region Bodenschätze in Hülle und Fülle: Gold und Diamanten, Platin, Nickel, Kobalt, Zink, Eisenerz und seltene Erden. Diese Ressourcen sollen unter Rücksichtnahme auf die Umwelt und die Ökosysteme erschlossen werden, versicherte der Premierminister. Vom Plan Nord profitierten auch die Einwohner. Auf der riesigen Fläche lebten nur 120.000 Menschen, 33 000 davon – etwas mehr als ein Viertel – gehörten der indigenen Bevölkerung an. „Wurde der Plan zusammen mit den Urvölkern entwickelt?“, wollte Landtagspräsidentin Barbara Stamm von Jean Charest wissen. Der Politiker berichtete von zahlreichen Gesprächen mit den indigenen Nationen, die von Anfang an als vollwertige Partner eingebunden waren: Cree, Inuit, Innu und Naskapie.

Bayern hat die Chance, in den Plan Nord einzusteigen, lockte Charest: „Gerade für Deutschland ist der Zugang zu den Rohstoffen wichtig!“ Mehr Informationen über das Vorhaben will sich das Präsidium des Bayerischen Landtags im Oktober 2011 auf seiner Informationstour nach Québec holen.

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