Bayerischer Landtag

01.12.2010 - Informationstag im Bayerischen Landtag zur Prävention von HIV und AIDS

„Der lange Weg – Stationen einer HIV-Infektion“: Das ist der Titel einer Ausstellung der Landeszentrale für Gesundheit in Bayern, die den Umgang eines Menschen mit der Diagnose „HIV-positiv“ beschreibt. Die Ausstellung war anlässlich des Welt-AIDS-Tages am 1. Dezember im Bayerischen Landtag zu sehen. Vertreter des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, der Psychosozialen AIDS-Beratungsstellen, der AIDS-Hilfen e.V. und verschiedener AIDS-Projekte informierten in Fachgesprächen über ihre Arbeit. Dabei wurde deutlich: AIDS hat weder an Aktualität noch an Aufklärungs- und Präventionsbedarf verloren.

Bild: Landtagspräsidentin Barbara Stamm (rechts) gab anlässlich des Welt-AIDS-Tages den Startschuss für eine Informationskampagne im Maximilianeum. | Foto: Rolf Poss
Landtagspräsidentin Barbara Stamm (rechts) gab anlässlich des Welt-AIDS-Tages den Startschuss für eine Informationskampagne im Maximilianeum. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

„AIDS ist mehr als eine physische Erkrankung. AIDS ist vor allem eine unendliche Geschichte der sozialen Ausgrenzung, der Tabus, der Missverständnisse, der Unwissenheit und eben auch der Verharmlosung“, sagte Landtagspräsidentin Barbara Stamm bei der Eröffnung des Informationstages im Maximilianeum. Mit der Kampagne im bayerischen Parlament sollen die Präsenz dieser Krankheit, ihr Ausmaß und vor allem ihre sozialen Folgen deutlich gemacht werden, unterstrich die Landtagspräsidentin. Sie plädierte für eine bessere Vernetzung aller in der Aufklärungs- und Informationsarbeit tätigen Institutionen. „Gleichzeitig müssen wir alles dafür tun, damit Stigmatisierung und Ausgrenzung der Betroffenen keine Chance haben“, sagte Barbara Stamm.

Anlässlich des Welt-AIDS-Tages bestand im Maximilianeum die Gelegenheit, sich in persönlichen Gesprächen mit Fachkräften sowie über Informationstafeln und Broschüren über die Situation von HIV-Infektionen und AIDS zu informieren. | Foto: Rolf Poss
Anlässlich des Welt-AIDS-Tages bestand im Maximilianeum die Gelegenheit, sich in persönlichen Gesprächen mit Fachkräften sowie über Informationstafeln und Broschüren über die Situation von HIV-Infektionen und AIDS zu informieren. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Laut Gesundheitsminister Dr. Markus Söder haben sich in Bayern weniger Menschen neu mit HIV infiziert als in den Vorjahren. „Trotzdem ist jede neue Infektion eine zu viel“, betonte Söder beim Informationstag. Er bezog sich auf Zahlen des Robert-Koch-Instituts in Bayern, wonach sich im Jahr 2010 insgesamt 350 Menschen neu mit HIV infiziert haben. In den Vorjahren seien es noch 400 gewesen. Trotz dieses Rückgangs: AIDS sei zwar mittlerweile mit Medikamenten behandelbar, aber weiterhin nicht heilbar. Angesichts dieser Herausforderungen werde der Freistaat seine Anstrengungen zur Eindämmung von HIV und AIDS unvermindert weiterführen. Auch 2011 sollen – trotz Sparkurs – wieder rund 3,7 Millionen Euro für Maßnahmen zur Eindämmung von AIDS bereitgestellt werden, teilte Söder mit.

Koordiniert wurde der Informationstag von der Landeszentrale für Gesundheit (LZG), die sich mit ihrer „Zentralen Informationsstelle AIDS“, kurz ZAI, in ganz Bayern für die Aufklärung über HIV und AIDS einsetzt. Sie entwickelt und verteilt Informationsmaterialien, unterstützt Aktionen zur HIV-Prävention und erarbeitet dafür Konzepte. Dazu arbeitet die LZG eng mit den Fachkräften des landesweiten Netzwerkes zusammen – ganz im Sinne der Aktion „Hand in Hand. Gegen AIDS“, die sie im Auftrag des Gesundheitsministeriums weiterführt./kh

Laut Gesundheitsminister Dr. Markus Söder (am Pult) sind HIV-Neuinfektionen in Bayern rückläufig. | Foto: Rolf Poss
Blick ins Publikum. | Foto: Rolf Poss
´Wir brauchen gezielte und vor allem vernetzte Aufklärungs- und Informationsarbeit´, forderte Landtagspräsidentin Barbara Stamm in ihrer Rede zum Welt-AIDS-Tag. | Foto: Rolf Poss
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