Bayerischer Landtag

03.02.2012 - Atifete Jahjaga zu Besuch im Bayerischen Landtag

Kosovarische Staatspräsidentin wirbt für ihr Land: „Seit 1999 ein völlig anderer Staat mit einer Erfolgsgeschichte“

Bild: Präsidentin Atifete Jahjaga (Mitte) trägt sich in das Ehrenbuch des Bayerischen Landtags ein. Links Vizepräsidentin Christine Stahl, Rechts Landtagspräsidentin Barbara Stamm. | Foto: Rolf Poss
Präsidentin Atifete Jahjaga (Mitte) trägt sich in das Ehrenbuch des Bayerischen Landtags ein. Links Vizepräsidentin Christine Stahl, Rechts Landtagspräsidentin Barbara Stamm. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

- Von Heidi Wolf -

Atifete Jahjaga, die Staatspräsidentin der Republik Kosovo, hat bei einem Besuch im Bayerischen Landtag für ihr Land geworben. „Kosovo ist seit 1999 ein völlig anderer Staat mit einer Erfolgsgeschichte“, betonte die Politikerin am 3. Februar 2012 in einem Gespräch mit Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Vizepräsidentin Christine Stahl. Dabei räumte die Politikerin freimütig ein, dass es bei der Integration von drei oder vier Gemeinden im Norden des Landes noch Schwierigkeiten gebe. Dort herrschten Korruption und organisierte Kriminalität. Atifete Jahjaga zeigte sich zuversichtlich, dass die Republik Kosovo mit Hilfe der europäischen Staatengemeinschaft auch dieses Problem lösen könne. Der begonnene Dialog mit Serbien helfe dabei.

Reisefreiheit für Kosovaren ist eines der wichtigsten Ziele

Als große Anliegen nannte Jahjaga den Studentenaustausch und Erleichterungen im Reiseverkehr, von denen vor allem die Jugend profitiere. Derzeit bestehe noch Visumpflicht; Kosovo sei das einzige Land in der Region, das noch in der Isolation lebe. Landtagspräsidentin Barbara Stamm zeigte großes Interesse an den Schilderungen von Atifete Jahjaga, weil sie das Land in der schwierigen Situation nach dem Kosovokrieg selbst erlebt hat. Stamm war damals als bayerische Sozialministerin unter anderem für die Aufnahme der Flüchtlinge aus Kosovo in Bayern zuständig. „Ich bin heute noch froh, dass unsere Hilfsorganisationen einiges auf den Weg bringen konnten, auch wenn es nur ein Tropfen auf den heißen Stein war“, sagte Stamm. Sie will sich mit einer kleinen Delegation im Herbst 2012 selbst ein Bild von der aktuellen Lage in dem Land am Balkan machen. Christine Stahl sieht in Atifete Jahjaga einen wichtigen Pfeiler der jungen Demokratie im Kosovo. „Es muss unser Anliegen sein, diese junge Demokratie zu unterstützen“, zeigte sich die Vizepräsidentin überzeugt.

Die 36-jährige Atifete Jahjaga ist Europas jüngstes Staatsoberhaupt und war vor ihrer Wahl zur Präsidentin im April 2011 Generalmajorin der kosovarischen Polizei. Die parteilose Politikerin trat im Jahr 2000 nach ihrem Jura-Studium in die Polizei ein und wurde in Großbritannien und in den USA zur Sicherheitsexpertin ausgebildet. Am 3. Februar 2012 kam sie nach München, um hier an der Internationalen Sicherheitskonferenz teilzunehmen und am Rande dieser Veranstaltung Gespräche mit bayerischen Politikern zu führen.

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