Bayerischer Landtag

03.09.2012 - Landtag Mecklenburg-Vorpommern baut um; Erfahrungsberichte aus Bayern geholt

- Von Heidi Wolf -

München. Den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern und den Bayerischen Landtag verbindet eine große Gemeinsamkeit: Sie haben ihren Sitz in repräsentativen historischen Gebäuden. Das Parlament des Freistaates Bayern tagt im Maximilianeum in München, das Parlament von Mecklenburg-Vorpommern seit Herbst 1990 im Schloss Schwerin, der früheren Residenz der mecklenburgischen Herzöge und Großherzöge. Dort soll jetzt ein neuer Plenarsaal entstehen. Weil Bayern dieses Projekt bereits hinter sich hat, kam am 3. September 2012 eine Delegation aus dem Nordosten Deutschlands zum Erfahrungsaustausch nach Bayern.

Baustellen gehören in beiden Gebäuden zum Alltag, sagte Landtagspräsidentin Barbara Stamm im Gespräch mit ihrer Kollegin Sylvia Bretschneider (SPD) sowie den Vizepräsidentinnen Beate Schlupp (CDU), Regine Lück (DIE LINKE) und Silke Gajek (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN). Die Politikerinnen waren sich aber auch einig: „Wer die Ehre hat, ein altehrwürdiges Gebäude bewohnen zu dürfen, der muss mit diesem Schicksal leben! Die Schönheit des Schweriner Schlosses und des Maximilianeums gleichen diesen kleinen Nachteil bei weitem wieder aus.“ Sylvia Bretschneider berichtete von dem Vorhaben, den Plenarsaal im Schloss Schwerin neu zu bauen. Den Wettbewerb gewannen Dannheimer & Joos Architekten aus München. „Und wir hatten immer Berliner Büros“, kommentierten Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Vizepräsident Jörg Rohde diese Mitteilung mit einem Lachen. Auf 4,7 Millionen Euro ist der Neubau veranschlagt und diese Kosten will der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern unbedingt einhalten. Er tritt als Bauherr auf und diese Rolle ist neu, betonte Sylvia Bretschneider: „Ich bin zurückhaltend erfreut!“ Barbara Stamm, die gerade erst den Neubau im Nordhof des Maximilianeums hinter sich gebracht hat, beruhigte die Kollegin aus MV: „Das ist eine schöne Aufgabe.“ Ihr Tipp: Bilden Sie eine Baukommission und binden Sie alle Fraktionen mit eine. Sie brauchen Geduld, Zeit und Nerven, aber es lohnt sich.“

Mitarbeiter der Staatlichen Bauverwaltung und des Landtagsamtes beantworteten im Anschluss an das Gespräch eine Fülle von Fragen, vor allem zu technischen Details. Der Plenarsaal im Maximilianeum, der in den Jahren 2004 und 2005 nach den Plänen des Berliner Architekten Volker Staab umgebaut worden war, stand dabei im Mittelpunkt des Interesses. Die 71 Abgeordneten des Landtags Mecklenburg-Vorpommern sollen von den Erfahrungen im Maximilianeum profitieren. „Wir möchten Fehler vermeiden und nutzen deshalb die Gelegenheit, Ihnen viele Fragen zu stellen, denn wir wollen mit den Steuergeldern vernünftig und verantwortungsbewusst umgehen“, betonte die Delegation aus Mecklenburg-Vorpommern. Frühestens 2015 soll der neue Plenarsaal im alten Festsaal des Schweriner Schlosses fertig sein – modern und bürgernah.

Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Vizepräsident Jörg Rohde hießen die Delegation aus Mecklenburg-Vorpommern willkommen: Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider (SPD, 3. von links), die Vizepräsidentinnen Beate Schlupp (CDU, 1. von rechts), Regine Lück (DIE LINKE, 2. von links) und Silke Gajek (BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN, 1. von links). | Foto: Rolf Poss
Die Technik im Plenarsaal interessierte die Gäste am meisten. Hier ließen sie sich von Mitarbeitern des Landtagsamtes und der Staatlichen Bauverwaltung viele Details erklären. | Foto: Rolf Poss
Baustelle Maximilianeum: Auch hier wird ständig gebaut und saniert. Derzeit sind die Pflasterer am Werk. Eine wichtige Aufgabe: Der Hof zwischen Altbau und dem Neubau im Norden muss behindertengerecht werden. | Foto: Rolf Poss
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