Bayerischer Landtag

03.12.2010 - Preisverleihung "JobErfolg 2010" im Maximilianeum

Bild: Hießen zum Festakt im Maximilianeum willkommen (v.l.): Landtagspräsidentin Barbara Stamm, Behindertenbeauftragte Irmgard Badura, Ministerpräsident Horst Seehofer, Sozialministerin Christine Haderthauer und BR-Moderator Christoph Süß. | Foto: Rolf Poss
Hießen zum Festakt im Maximilianeum willkommen (v.l.): Landtagspräsidentin Barbara Stamm, Behindertenbeauftragte Irmgard Badura, Ministerpräsident Horst Seehofer, Sozialministerin Christine Haderthauer und BR-Moderator Christoph Süß. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Ministerpräsident Horst Seehofer zeichnen vorbildliche Unternehmen und Behörden aus

Viele Firmen und Behörden in Bayern geben Menschen mit Behinderung eine Chance auf dem Arbeitsmarkt. Jedes Jahr im Spätherbst werden einige von ihnen im Rahmen von „JobErfolg“ ausgezeichnet. Die jährliche Würdigung vorbildlicher Initiativen fand in diesem Jahr am „Welttag der Menschen mit Behinderung“ erstmals im Maximilianeum, dem Sitz des Bayerischen Landtags, statt. Landtagspräsidentin und Ministerpräsident, der diesjährige Schirmherr, ließen es sich nicht nehmen, den Preisträgern ihre Reverenz zu erweisen. Ein deutliches Signal für die Bedeutung, die die Politik dem Engagement der Ausgezeichneten beimisst.

In einem Festakt im Maximilianeum wurden in diesem Jahr drei herausragende Initiativen für die Integration von Menschen mit Behinderung in den Arbeitsmarkt gewürdigt: Die Flughafen München GmbH beschäftigt deutlich mehr Menschen mit Behinderung als gesetzlich vorgesehen. Außerdem ist das Unternehmen Mitglied der Lebenshilfe Freising und arbeitet in einem Projekt eng mit dieser Einrichtung der Behindertenhilfe zusammen. Durch eine Vielzahl von Initiativen zum „Insourcing“ von Aufgaben hat der Flughafen viele zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung geschaffen.

Auch die Stadt Aschaffenburg engagiert sich weit über das normale Maß hinaus dafür, behinderten Mitbürgerinnen und Mitbürgern gleichberechtigte teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen. Die Stadt beschäftigt nicht nur seit langer Zeit Menschen mit Behinderung, sie bemüht sich auch speziell um die Beschäftigung älterer schwerbehinderter Menschen. Und schließlich: Aschaffenburg schafft Ausbildungsplätze für junge Menschen mit Behinderung. Eine herausragende Initiative und generationenübergreifend zumal, befand die Jury.

Wenn ein kleiner Handwerksbetrieb wie die Bäckerei Loskarn in Bamberg den Preis „JobErfolg“ erhält, verdient dies besondere Erwähnung: Mit hohem persönlichen Einsatz und Engagement setzt sich die Besitzerfamilie seit Jahren für die Integration von behinderten Menschen ein. Seit über 20 Jahren (!) ist der Betrieb Partner des Integrationsfachdienstes. Als „Pate“ ist die Firma seit vielen Jahren um die Eingliederung von Werkstattbeschäftigten bemüht. Die Bäckerei Loskarn hat also eine überregionale Vorbildfunktion – mit Recht ein Preisträger bei „JobErfolg2010“.

Bild: Festakt im Senatssaal des Maximilianeums: Blick ins Publikum | Foto: Rolf Poss
Festakt im Senatssaal des Maximilianeums: Blick ins Publikum | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Der bekannte BR-Moderator Christoph Süß hieß die über 250 Gäste mit launigen Worten im Landtag willkommen, indem er ebenso schlüssig wie humorvoll den Unterschied zwischen „behindert sein“ und „behindert werden“ beleuchtete. Letzteres, so Süß, sei wohl das Hauptproblem von Menschen mit Behinderung. Zugleich machte er in unnachahmlicher Weise deutlich, dass dies dann wohl eher wieder das Problem der Menschen ohne Behinderung sei …

Bild: Landtagspräsidentin Barbara Stamm während ihrer Rede zu JobErfolg 2010 | Foto: Rolf Poss
Landtagspräsidentin Barbara Stamm während ihrer Rede zu JobErfolg 2010 | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Landtagspräsidentin Barbara Stamm skizzierte in Ihren Begrüßungsworten das Ziel des Preises, den der Bayerische Landtag und das Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Frauen alljährlich zusammen verleihen: „Wir wollen die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung im Erwerbsleben, und das möglichst auf dem ersten Arbeitsmarkt. Wir wollen mit Hilfe der Preisträger beweisen, dass es möglich ist, und wir wollen es all denjenigen zeigen, die glauben, der Aufwand sei zu hoch.“

Neben der Hausherrin hatte auch die Beauftragte der Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung, Irmgard Badura, zusammen mit dem Behindertenbeauftragten der Stadt München, Oswald Utz, die Gäste zu Beginn des Festaktes im Landtag willkommen geheißen. Ganz im Sinne der Erfahrungen der Preisträger stellte Badura fest, „dass die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung vielfache Chancen bietet. Und zwar sowohl für die Beschäftigten mit und ohne Handicap als auch für die Unternehmen und Dienststellen selbst!“

Dass der Ministerpräsident persönlich den Festvortrag hielt, unterstreicht die Bedeutung, die man der Integration von Menschen mit Behinderung inzwischen auch seitens der Politik beimisst. Der Regierungschef dankte zunächst den Preisträgern für ihr Engagement, wobei er für die Bäckerei Loskarn deren „Herzblut, Fantasie und Teamgeist“ hervorhob. Die Flughafen München AG sei in ihren Integrationsbemühungen „vorbildlich“, und dem Einsatz der Stadt Aschaffenburg insbesondere für ältere Menschen attestierte der Ministerpräsident, dass sie in nicht genug zu lobender Weise zwei gesellschaftliche Probleme, das demographische und das des Umgangs mit Menschen mit Behinderung, in einem Ansatz couragiert angehe. „Der Umgang mit behinderten Mitbürgerinnen und Mitbürgern ist immer ein Spiegelbild für die Mitmenschlichkeit in unserer Gesellschaft“, fasste Seehofer seine Betrachtungen zusammen, um am Ende den Ausgezeichneten zuzurufen: „Vergelt’s Gott! Das ist wunderbar!“

Gruppenbild mit den drei Preisträgern von JobErfolg 2010 in den Kategorien ´Öffentlicher Dienst`, `Privatwirtschaft´ und ´Ehrenpreis´. | Foto: Rolf Poss
Gruppenbild mit den drei Preisträgern von JobErfolg 2010 in den Kategorien ´Öffentlicher Dienst`, `Privatwirtschaft´ und ´Ehrenpreis´. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Nach der Rede des Ministerpräsidenten verliehen Staatsministerin Christine Haderthauer, Irmgard Badura und die Hausherrin, Landtagspräsidentin Barbara Stamm, die Preise. Der Festakt wurde musikalisch gestaltet von den „Blinden Musikern München“. Gleichzeitig zeigte im sogenannten „Kreuzgang“ des Maximilianeums die Kunstwerkstatt für Menschen mit Behinderung des Fördervereins Integration e. V., Landkreis Kelheim, eine Ausstellung unter dem Motto „Unsere Arbeit“, in der behinderte Menschen ihre künstlerischen Werke dem Publikum präsentierten./schmi

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