Bayerischer Landtag

04.11.2013 - Franz Maget zieht Bilanz seines politischen Wirkens

Bild: Franz Maget - Optimistische Lebenserinnerungen eines bayerischen Sozialdemokraten. | Foto: Rolf Poss
Franz Maget - Optimistische Lebenserinnerungen eines bayerischen Sozialdemokraten. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

„Es geht auch anders“ – Erfahrungen eines bayerischen Sozialdemokraten

- Von Heidi Wolf –

„Es geht auch anders …“ – dieses Buch von Franz Maget ist ein Blick zurück ohne Zorn. Der SPD-Politiker und Vizepräsident des Parlaments in Bayern hat die Zeit im Bayerischen Landtag durchaus genossen, auch wenn sie manchmal anstrengend und frustrierend war, wie er bei der Präsentation am 4. November 2013 im Lesesaal des Maximilianeums bekannte. Die persönliche Bilanz aber fällt positiv aus: „Politik ist letzten Endes eine schöne Sache. Sie ist lehrreich und spannend. In keinem anderen Beruf lernt man so viele andere Menschen kennen“, ist Franz Maget überzeugt. Er muss es wissen: Mehr als 40 Jahre hat er politisch gearbeitet. Nach 23 Jahren als Abgeordneter im Bayerischen Landtag, davon neun Jahre an der Spitze der SPD-Fraktion, ist er bei den Landtagswahlen 2013 nicht mehr angetreten. Es war seine eigene Entscheidung, mit knapp 60 Jahren aufzuhören. Er wollte dem Diktat eines übervollen Terminkalenders entkommen. So blieb Zeit für das Buch „Es geht auch anders…“, das auf 320 Seiten ein Stück bayerischer Zeitgeschichte erzählt, aufgezeichnet von einem der intimsten Kenner der politischen Verhältnisse in Bayern. Er konnte dabei auf seine Tagebücher zurückgreifen, die er seit seinem 14. Lebensjahr schreibt. Eine Reihe von Mitautorinnen und –autoren haben die Autobiographie von Franz Maget mit ihren Erinnerungen ergänzt: Hans-Jochen Vogel, Charlotte Knobloch, Edmund Stoiber, Christian Ude, Margarete Bause, Dieter Hildebrandt und Gerhard Polt zum Beispiel.

„In Bayern gewinnt die SPD keinen Posten. Franz Maget hat aus der Opposition heraus viel Positives für das Land erkämpft und erstritten“, würdigte SPD-Fraktionsvorsitzender Markus Rinderspacher bei der Buchvorstellung die schwierige Position und die Leistungen von Franz Maget vor allem im Bereich der Sozialpolitik. Als Sohn eines Industrieschneiders und einer Buchhalterin seien ihm Solidarität und soziale Gerechtigkeit immer ein besonderes Anliegen gewesen. Seine Botschaften verpackte er in wohltemperierte und inspirierende Reden, die ihm den Ruf des besten Parlamentsredners in den vergangenen 20 Jahren einbrachten. Auch die eigene Partei, für die er zweimal als Spitzenkandidat antrat, habe es ihm nicht leicht gemacht, sagte Rinderspacher und nannte als Beispiele die umstrittene Agenda 2010. „Franz Maget hat den Kopf hingehalten. Ohne seine Integrationskraft hätte es noch mehr Parteiaustritte gegeben. Er war immer er selbst“, stellte Markus Rinderspacher fest.

Verleger Michael Volk beschrieb in seinem Grußwort die unkomplizierte Zusammenarbeit mit Franz Maget. „Wir haben bis heute keinen Vertrag!“ Das Ergebnis nannte Volk ein „tolles Lesebuch, ein haptisches Buch mit Ecken und Kanten und einem starken Rückgrat.“ Ursula Münch, Leiterin der Akademie für Politische Bildung in Tutzing, hatte den größten Teil der Buchpräsentation übernommen. Sie bescheinigte Franz Maget eine Reihe von Talenten, die ihm durchaus Alternativen zum Beruf des Politikers eröffnet hätten: Profifußballer zum Beispiel oder Rhetoriklehrer. Seine Sprachmächtigkeit habe politische Gegner oft alt aussehen lassen, sagte Ursula Münch. Sie stellte Magets Verhältnis zur Bayern SPD in den Mittelpunkt, zitierte in diesem Zusammenhang oft die Wörter „Opfergang“ und „strukturelle Probleme.“ Jedenfalls habe ihm das politische Hamsterrad nichts anhaben können. Er sei selbstbewusst und humorvoll geblieben. Im Buch steht, warum ihm das so gut gelang: Weil er stets in der Lage war, Distanz zu wahren. Zum Politikapparat und zu sich selbst.

Buchvorstellung im Landtag: Verleger Michael Volk, Franz Maget, Prof. Dr. Ursula Münch, Direktorin der Politischen Akademie Tutzing, SPD-Fraktionsvorsitzender Markus Rinderspacher | Foto: Rolf Poss
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