Bayerischer Landtag

Mannlich-Kunstpreis 2015 für Malerin Alina Grasmann

Preisträgerin Alina Grasmann spricht mit Landtagspräsidentin Barbara Stamm über ihre Arbeit. | Bildarchiv Bayerischer Landtag
Die Verleihung fand im Lesesaal des Landtags statt. | Bildarchiv Bayerischer Landtag
Die Preisträgerin mit Vertretern des Bundes der Pfalzfreunde. | Bildarchiv Bayerischer Landtag
Landtagsdirektor Peter Worm im Gespräch mit Hanspeter Beißer, dem Leiter der Stiftung Maximilianeum. | Bildarchiv Bayerischer Landtag
Preisträgerin Alina Grasmann mit einem ihrer Gemälde. | Bildarchiv Bayerischer Landtag
Neben der Urkunde gibt es ein Preisgeld von 1500 Euro - das die Künstlerin in ihre Arbeit investieren will. | Bildarchiv Bayerischer Landtag

4. Dezember 2015
– Von Isabel Winklbauer –

Lichtspiele im Schlafzimmer, Blicke aus dem Zugfenster, Aufnahmen der eigenen Haut: In den Gemälden und Fotos von Alina Grasmann verbindet sich handwerkliche Qualität mit einem höchst eigenen Stil und mutigen Themen. Die 26-Jährige Münchnerin wurde nun im Rahmen einer Feierstunde im Landtag mit dem Mannlich-Kunstpreis ausgezeichnet. Landtagspräsidentin Barbara Stamm überreichte die Ehrung als Vorsitzende des Bundes der Pfalzfreunde e.V.

"Alina Grasmanns Arbeiten erweisen malerische Kompetenz, zeigen aber auch die Auseinandersetzung mit der digitalen Welt, die Transparenz fordert, aber auch Verletzbarkeit erfahren muss", begründete  Jurypräsident Franz Bernhard Weißhaar, emeritierter Professor der Akademie der Bildenden Künste die Wahl der Jury. "Sie stellt Privates in den öffentlichen Raum, wählt Intimes und den voyeuristischen Blick als Themen." Kurz: Alina Grasmann beschäftigt sich auf berührende, unaufdringliche Weise mit dem Ausverkauf des Selbst, der in den sozialen Medien stattfindet. Darin liegt ihre Qualität.

Die Künstlerin bedankte sich strahlend. "Es ist mein erster Kunstpreis", sagte sie den rund 150 Gästen, die zur Preisverleihung ins Maximilianeum gekommen waren. "Ich freue mich sehr, in diesem Gebäude ausstellen zu können." So lenkte sie die Aufmerksamkeit auf das, was noch mehr als alle Ansprachen ihr Schaffen würdigte: eine kleine Ausstellung im Foyer des Lesesaals. Wer sich Zeit nahm, die Kleinformate der Serie "Panama Album" zu betrachten, entdeckte sämtliche Grundmotive Grasmanns der letzten Jahre: intime Ansichten von Wohnzimmer-Couchdecken waren da zu sehen, verschwommene Landschaften wie aus der Innensicht eines Zugfensters, und , besonders charakteristisch, Spiegelungen und Faltenwurf an durchsichtigen Geweben. Ein Großformat mit Vorhang und innerem Blick auf eine Sehnsuchtslandschaft bildete auch den Hintergrund der Preisverleihung.

Preisgeld fließt in Farben und Leinwände

Das Preisgeld von 1.500 Euro will Grasmann in den künstlerischen Alltag investieren, davon Farben und Leinwand kaufen. Schließlich hat sie noch keinen Galeristen. Sie lebt im Westend und kellnert zwei Mal pro Woche für ein normales Auskommen als Studentin. "Falls aber doch etwas übrig bleibt, würde ich gerne einen Katalog zum Panama Album drucken. An der Serie arbeite ich noch, auch größere Gemälde sind dazu noch geplant." Mit ihrer Familie genoss sie nach dem Festakt den Stehempfang der Landtagspräsidentin, der sich in gelöster, vorweihnachtlicher Stimmung rund um den Christbaum im Steinernen Saal abspielte.

Mit dem Mannlich-Preis des Bundes der Pfalzfreunde e.V. werden seit 1974 junge Pfälzer oder Bayerische Künstler ausgezeichnet. Der Preis ist nach Johann Christian von Mannlich (1741-1822) benannt. Der Maler, Architekt und Sammler ist ein bedeutender Mitbegründer der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, wie auch Martin Schawe, der aktuelle stellvertretende Generaldirektor dieser Institution, in einem Vortrag unterhaltsam ausführte. Bayern und München verdanken Mannlichs Qualitätsbewusstsein so herausragende Werke wie Altdorfers "Alexanderschlacht", Dürers "Selbstporträt im Pelzrock" oder den Hofer-Altar. Künstler, die in Mannlichs Namen geehrt werden, stehen also für hochwertige Malerei - und für eine gesicherte Zukunft der Kunst.

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