Bayerischer Landtag

05.03.2012 - Der Bayerische Landtag veranstaltet Planspiel "Der Landtag sind wir!"

Der Landtag hat wieder die Türen für 150 Schülerinnen und Schüler geöffnet: Beim Planspiel „Der Landtag sind wir!“ schlüpften Jugendliche aus Abensberg, Icking, Neufahrn bei Freising, Nittenau und Nürnberg für einen Tag in die Rolle der Landtagsabgeordneten und erlebten als „Politiker“, wie im bayerischen Parlament Gesetze erarbeitet und verabschiedet werden. Thematisch ging es dieses Mal um „Videoüberwachung“ und „Jugendkriminalität“.

Gruppenbild mit I. Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet und Dr. Thomas Petri, Landesbeauftragter für den Datenschutz (Mitte). | Foto: Dr. Doerthe Winter
Blick in die Reihen der Abgeordneten. | Foto: Dr. Doerthe Winter
Eröffnete das Großplanspiel im Senatssaal: I. Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet (links). | Foto: Dr. Doerthe Winter
Die Teilnehmer des Planspiels bei der Abstimmung im Plenarsaal. | Foto: Dr. Doerthe Winter
Stand den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Planspiels als Experte zur Verfügung: Dr. Thomas Petri, Landesbeauftragter für den Datenschutz. | Foto: Dr. Doerthe Winter
Teilnehmer auf den Rängen der FREIEN WÄHLER. | Foto: Dr. Doerthe Winter

Wie vielschichtig und anspruchsvoll die Aufgabe eines Parlamentariers ist und wie viel Sachkompetenz, Argumentationskunst und Kompromissfähigkeit sie erfordert – das konnten die 150 Schülerinnen und Schüler beim Planspiel „Der Landtag sind wir!“ im Maximilianeum hautnah erleben: „Unsere Demokratie braucht junge Menschen wie Sie – Menschen, die mitmachen und mit gestalten wollen“, sagte I. Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet bei der Begrüßung der Jugendlichen. Am Ende einer kontroversen Debatte gehe es stets darum, zu einem tragfähigen Konsens und einer gemeinsamen Vorgehensweise zu finden. „Das gehört zum Wesen der parlamentarischen Demokratie“, betonte Bocklet.

Bevor die Schülerinnen und Schüler sich in die parlamentarische Arbeit stürzen konnten, wurden sie per Losverfahren jeweils einer von insgesamt fünf Fraktionen im Landtag zugeteilt. Außerdem galt es, einen Kandidaten für das Amt des Landtagspräsidenten zu finden, der von der Mehrheitsfraktion im Parlament gestellt wird. Die Wahl fiel mit großer Mehrheit auf Philipp Drexler von der Bert-Brecht-Schule in Nürnberg. Ebenfalls im Vorfeld bestimmten die „Abgeordneten“ die Vorsitzenden der Fraktionen sowie der Ausschüsse.

Wie im wirklichen politischen Leben wurden danach im Rahmen von Fraktions- und Ausschusssitzungen Anträge studiert, Positionen beraten sowie im Plenum diskutiert und beschlossen. Zu den beiden Themenschwerpunkten „Jugendkriminalität“ und „Videoüberwachung“ stand Landesbeauftragter Dr. Thomas Petri den „Abgeordneten“ als Experte in Sachen Datenschutz zur Verfügung.

Seit 2007 veranstaltet die Pädagogische Betreuung des Bayerischen Landtags jährlich rund 70 Planspiele im Freistaat. Seitdem haben sich bei über 350 Planspielen rund 20.000 Schülerinnen und Schüler in der Rolle des Landtagsabgeordneten versucht. Entwickelt wurde das Planspiel im Auftrag des Bayerischen Landtags vom Centrum für angewandte Politikforschung (C.A.P.) der LMU München. „Die Praxis hier im Parlament ist viel anschaulicher als die Theorie im Unterricht“, stellte die „Abgeordnete“ Alexandra Kaiser alias Felicitas Stupp vom Regental-Gymnasium in Nittenau anerkennend fest. Die politischen Zusammenhänge und organisatorischen Abläufe würden dadurch plötzlich klarer und verständlicher, meinte sie.

Die Teilnehmer des diesjährigen Großplanspiels – Schülerinnen der Johann-Turmair-Realschule in Abensberg, des Gymnasiums Icking, des Oskar Maria Graf Gymnasiums in Neufahrn bei Freising, des Regental-Gymnasiums in Nittenau sowie der Bert-Brecht-Schule in Nürnberg – kamen auf Vorschlag der sicherheitspolitischen Sprecher der Fraktionen in das Maximilianeum. /kh

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