Bayerischer Landtag

05.08.2011 - 50. Todestag von Dr. Hanns Seidel - 1. Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet spricht Grußwort bei Kranzniederlegung

Bild: Fotografie von Dr. Hanns Seidel (1901 - 1961) an der Grabstätte im Münchner Westfriedhof. | Foto: HSS
Fotografie von Dr. Hanns Seidel (1901 - 1961) an der Grabstätte im Münchner Westfriedhof. | © HSS

Von Katja Helmö

Er war Wirtschaftsminister und Ministerpräsident, CSU-Parteivorsitzender und Namensgeber der nach ihm benannten Stiftung: Der Bayerische Landtag erinnerte am 5. August 2011 an den Parlamentarier Dr. Hanns Seidel (1901 – 1961), der vor 50 Jahren starb. „Wir gedenken einer für Bayern prägenden Persönlichkeit“, erklärte 1. Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet bei der Kranzniederlegung an der Grabstätte im Münchner Westfriedhof.

Dr. Hanns Seidel gehörte dem Bayerischen Landtag von 1946 bis zu seinem Tod 1961 an, wo er zunächst den Wahlkreis Unterfranken und ab 1950 den Stimmkreis Miltenberg-Obernburg vertrat. Bereits zuvor hatte er als Mitglied der Verfassunggebenden Versammlung die Anfänge der neuen Demokratie in Bayern maßgeblich mit gestaltet. Im Parlament gehörte der Jurist dem Ausschuss für Rechts- und Verfassungsfragen, dem Ausschuss für den Staatshaushalt, dem Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr sowie dem Ausschuss für kulturpolitische Angelegenheiten an. Schließlich war er Vorsitzender des Ausschusses zur Information über Bundesangelegenheiten, Mitglied des Ältestenrats und, von 1947 bis 1954, Wirtschaftsminister.

Bild: Gedenkfeier im Münchner Westfriedhof: 1. Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet an der Grabstätte von Dr. Hanns Seidel, der vor genau 50 Jahren gestorben ist. | Foto: Katja Helmö
Gedenkfeier im Münchner Westfriedhof: 1. Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet an der Grabstätte von Dr. Hanns Seidel, der vor genau 50 Jahren gestorben ist. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

„Hanns Seidel war leidenschaftlicher Wirtschaftspolitiker und konsequenter Verfechter der Sozialen Marktwirtschaft. Ebenso war er überzeugter Föderalist und beherzter Streiter für bayerische Interessen. Und er hatte eine Eigenschaft, die ihm auch beim politischen Gegner stets Anerkennung verschaffte: Er glaubte an die Überzeugungskraft des besseren Arguments. Überzeugen, nicht überreden, das war Seidels politische Grundmaxime“, sagte 1. Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet in seinem Grußwort.

Im Laufe seines politischen Werdegangs erlebte Dr. Hanns Seidel nicht nur die Vielfalt der parlamentarischen Arbeit, sondern auch die unterschiedlichen Perspektiven von Regierungsmehrheit und Opposition: Von 1954 bis 1957 war er der einzige CSU-Landtagsabgeordnete, der je Oppositionsführer war. 1957, als die SPD-geführte Viererkoalition unter Wilhelm Hoegner zerbrach, wies Dr. Hanns Seidel seiner Partei den Weg zurück an die Macht: Als Ministerpräsident stand er bis Januar 1960 an der Spitze des Freistaats.

„Hanns Seidel überzeugte in beiden Rollen – auf der harten Oppositionsbank ebenso wie als Mitglied der Exekutive und an der Spitze des Staates“, betonte Reinhold Bocklet bei der Gedenkfeier. Der Bayerische Landtag, so der 1. Vizepräsident, gedenke Hanns Seidel in außerordentlicher Anerkennung und tiefer Dankbarkeit.

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Teilnehmer der Gedenkfeier. | Foto: HSS
Legten Kränze nieder (v.l.): Dr. Ingo Friedrich, Vizepräsident des Europäischen Parlaments a.D., Hans Zehetmair, Vorsitzender der Hanns Seidel Stiftung, Innenminister Joachim Herrmann und 1. Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet. | Foto: HSS
Grabstätte von Dr. Hanns Seidel. | Foto: HSS
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