Bayerischer Landtag

06.10.2008 - Junge Leser im Landtag auf literarischer Entdeckungsreise

Tageszeitungen sind „die Sekundenzeiger der Geschichte“, sagte Andreas Scherer Anfang Oktober bei der Veranstaltung „Warum Lesen bildet“ im Senatssaal des Maximilianeums. Der Vorsitzende des Verbands Bayerischer Zeitungsverleger (VBZV) unterstrich vor mehr als 200 Schülerinnen und Schülern die Bedeutung der Tageszeitung als wichtige Orientierungshilfe – auch und gerade im Zeitalter des medialen Überangebots und eines neuen Medien-Nutzungsverhaltens.

Bild: Andreas Scherer, Vorsitzender des VBZV bei der Begrüßung im Senatssaal | Foto: Rolf Poss
Andreas Scherer, Vorsitzender des VBZV bei der Begrüßung im Senatssaal | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Mit ihrem Projekt „Zeitung in der Schule“ sorgen die Bayerischen Zeitungsverlage bereits seit vielen Jahren regelmäßig für druckfrischen Lese- und Gesprächsstoff in den Klassenzimmern: 2,7 Millionen Zeitungsexemplare stellten sie allein im vergangenen Schuljahr für jugendliche Leser kostenlos zur Verfügung und leisteten damit einen wichtigen Beitrag zur Leseförderung und Medienbildung. Im neuen Schuljahr soll nun zusätzlich eine witzige Print-Kampagne mit den zwei Comic-Figuren „Babe und Bozo“ die Jugendlichen davon überzeugen, dass Zeitunglesen Spaß macht und überhaupt nicht langweilig ist.

Das Engagement der bayerischen Zeitungsverlage findet auch Unterstützung in der Politik: So fungierte der Bayerische Landtag beim überregionalen Aktionstag „Warum Lesen bildet“ als Gastgeber. Im frisch renovierten Senatssaal begrüßte Dr. Berndt Jäger, stellvertretender Direktor des Bayerischen Landtags, die rund 200 Jugendliche aus ganz Bayern. Die Pressefreiheit bezeichnete er dabei als elementares Grundrecht der Bayerischen Verfassung: „In Freiheit lesen und schreiben zu können, ist nur dort möglich, wo es politische Freiheit gibt“, so Jäger. Zugleich warnte er vor einer „Mediokratie“. Man solle die Medien nutzen, sich aber nicht von ihnen beherrschen lassen. Während TV und Internet zum Mitdenken animierten, sei die Zeitung das Medium, welches zum Nachdenken anrege. Beide Kategorien, so Jäger, würden sich ergänzen.

German Denneborg, Leiter der Grundsatzabteilung im Kultusministerium, würdigte das Projekt „Zeitung in der Schule“ als gelungenes Beispiel für eine gelungene Medienpädagogik. Junge Menschen könnten dabei den kritischen Umgang mit verschiedenen Medien lernen.

Der Nachmittag im Maximilianeum verlief kurzweilig mit Vorträgen und Diskussionen rund um das Thema „Lesen“ – darunter auch ein Referat von Prof. Dr. Dieter Borchmeyer, Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Anhand von Beispielen aus der Literaturgeschichte zeigte dieser auf, welche Welten sich dem eröffnen, der die Kulturtechnik Lesen beherrscht und für sich zu nutzen weiß, ohne dabei kritische Betrachtungen zu verschweigen.

Katja Helmö, Internet-Redaktion des Bayerischen Landtags

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