Bayerischer Landtag

07.03.2013 - Münchner Verein „heimaten e.V.“ erhält den Integrationspreis 2013

Der Münchner Verein „heimaten e.V.“ erhielt den Integrationspreis 2013 des Bayerischen Landtages und Bayerischen Integrationsrates. Landtagspräsidentin Barbara Stamm (re.) und Integrationsbeauftragter Martin Neumeyer (li.) überreichten die Auszeichnung. | Foto: Rolf Poss
Der Münchner Verein „heimaten e.V.“ erhielt den Integrationspreis 2013 des Bayerischen Landtages und Bayerischen Integrationsrates. Landtagspräsidentin Barbara Stamm (re.) und Integrationsbeauftragter Martin Neumeyer (li.) überreichten die Auszeichnung. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

– Von Gudrun Strobl –

Heimat heißt, sich zu Hause fühlen zu können – auch, wenn man in einem anderen Land geboren wurde. Doch damit das Gefühl sich wirklich einstellen kann, braucht es Unterstützung. Der Verein heimaten e.V., eine Plattform für interkulturellen Dialog, Jugendarbeit und Bildung von Migranten, Flüchtlingen und Deutschen, wurde für seine Unterstützungsarbeit am 7. März 2013 mit dem Integrationspreis des Bayerischen Landtags und des Bayerischen Integrationsrats ausgezeichnet. 

Video Preisverleihung Integrationspreis 2013

„Das zweite Jahr ist immer das schwerste“ – diese Sorge des Integrationsbeauftragten Martin Neumeyer, der durch den Abend führte, erwies sich als unbegründet. Der 2012 ins Leben gerufene Preis, der ehrenamtliches Engagement rund um das Thema Integration würdigen will, stieß auch 2013 auf große Resonanz. Insgesamt 58 Bewerbungen aus ganz Bayern wurden eingereicht und stellten die Jury vor die berühmte Qual der Wahl. Das Motto lautete diesmal: „Integrationsgeschichten mit Kindern und Jugendlichen in Bayern“. Die Entscheidung fiel schließlich auf den Münchner Verein heimaten e.V., in dem rund 30 Frauen und Männer ehrenamtlich engagiert sind. Ziel des Vereins ist es, junge Migranten, insbesondere Flüchtlinge, bei der Integration in Bayern zu unterstützen, zum Beispiel beim Erlernen der deutschen Sprache, bei Schul- und Ausbildungsplänen, bei der Freizeitgestaltung und bei ganz alltäglichen Dingen, die für Ankommende völlig fremd sind. Das Besondere dabei: Die jungen Flüchtlinge beteiligen sich selbst aktiv an der Zielsetzung des Vereins. Wer schon etwas länger im Land ist und etwa das nicht gerade einfache Münchner Fahrkartensystem schon verstanden hat, gibt sein Wissen an die Neuankömmlinge weiter. Gerade diese „Hilfe auf Augenhöhe“ war es, die die Jury des Integrationspreises besonders beeindruckte.

Die Übergabe des Preises – ein vom niederbayerischen Künstler Hubert Huber gestalteter bunter „Integrationslöwe“, eine Urkunde und ein Scheck mit dem Preisgeld von 1000 Euro – fand am 7. März 2013 im Maximilianeum statt. Ein buntes Programm mit Musikern der Bundespolizei, der Mezzosopranistin Jelena Bodrazic und der jungen Rockband „Nobodys 5“ aus Winhöring sowie etlichen Überraschungen sorgte für einen kurzweiligen Abend. „Nobodys 5“, fünf Musikerinnen und Musiker zwischen 12 und 16 Jahren, hatten sich ebenfalls für den Integrationspreis 2013 beworben. Auch, wenn sie nicht gewonnen haben: Der Jury war es ein Anliegen, der jungen Band einen Auftritt im Landtag zu ermöglichen. Eine gute Idee, denn spätestens bei „Highway to Hell“ sprang die gute Stimmung auf die über 250 Gäste, darunter etliche Abgeordnete, im Senatssaal des Bayerischen Landtags über.
Und auch die Mittelschule Situlistraße hatte ihren großen Auftritt: Die Schülerinnen und Schüler hatten sich mit einem selbst gedrehten Film für den Integrationspreis beworben. Die rund 200 beteiligten Schülerinnen und Schüler waren dabei offensichtlich mit großem Engagement bei der Sache – und der Filmtitel „No stress“ passte wunderbar zur fröhlichen Atmosphäre des Abends.

Bei der Preisverleihung selbst wurden jedoch auch die schwierigen Seiten des Themas Integration nicht ausgeklammert. Mohammad Hasani und Abdullah Husseini, zwei bei heimaten e.V. aktive junge Flüchtlinge, schilderten in eindringlichen Worten ihre leidvolle Geschichte und ihre angespannte Lebenssituation. Der größte Wunsch der beiden: Weiterhin Unterstützung bei der Integration zu bekommen und die Chance auf einen Ausbildungsplatz und damit eine Zukunft hier in Bayern.

Heimisch werden in einem eigentlich fremden Land – für Barbara Stamm, Präsidentin des Bayerischen Landtags, ist das nur durch eine gemeinsame Anstrengung zu schaffen. Sie betonte in ihrem Grußwort: „Als Politikerinnen und Politiker können wir Integration einfordern und müssen wir sie unterstützen. Aber die eigentliche Arbeit, die geschieht vor Ort“. Die feierliche Preisverleihung solle für diese großartige Leistung eine kleine Anerkennung sein – und darauf hinweisen, dass es beim Thema Integration trotz aller Schwierigkeiten viele beeindruckend positive Beispiele gebe. „Diese Beispiele brauchen unsere besondere Unterstützung und unsere besondere Anerkennung“.

Weitere Informationen finden Sie auch unter:

http://www.integrationsbeauftragter.bayern.de/

Eindrücke von der Preisverleihung:

Der Integrationspreis des Bayerischen Landtags und Bayerischen Integrationsrats stand unter dem Motto ´Integrationsgeschichten mit Kindern und Jugendlichen in Bayern`. | Foto: Rolf Poss
Die Preisverleihung fand im vollbesetzten Senatssaal des Maximilianeums statt. | Foto: Rolf Poss
Landtagspräsidentin Barbara Stamm sicherte in ihrem Grußwort die Unterstützung seitens der Politik zu. | Foto: Rolf Poss
Dem ehemaligen Ministerpräsidenten Dr. Günther Beckstein (li.) händigte Martin Neumeyer (Mitte) für seine besonderen Verdienste den Integrationsbrief des Integrationsrates aus. Die Laudatio hielt Dr. Ekaterina Skakovskaya. | Foto: Rolf Poss
Die Jugendband Nobodys 5 aus Winhöring bereicherte den bunten Abend mit Hardrock-Musik. | Foto: Rolf Poss
Marianne Seiler (links) und Martina Unger von heimaten e.V. freuten sich über die Auszeichnung und Würdigung ihres Engagements. | Foto: Rolf Poss
Nach der Preisverleihung schnitten Mitglieder der Jury und Preisträger auf der Bühne gemeinsam einen Integrationskuchen an. | Foto: Rolf Poss
Integrationsbeauftragter Martin Neumeyer (rechts) dankte Rechtsanwalt Adam Ahmed, der die Laudatio zu heimaten e.V. hielt. | Foto: Rolf Poss
Ein Mädchen mit der Landtagspräsidentin und dem Integrationsbeauftragten: Im Fokus des Integrationspreises 2013 standen Kinder und Jugendliche. | Foto: Rolf Poss
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