Bayerischer Landtag

Estnischer Botschafter Dr. Mart Laanemäe zu Besuch im Landtag

Botschafter Dr. Mart Laanemäe mit Vizepräsident Reinhold Bocklet. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

7. April 2017

München.  Reinhold Bocklet, I. Vizepräsident des Bayerischen Landtags, empfing den estnischen Botschafter Dr. Mart Laanemäe im Maximilianeum zu einem Arbeitsgespräch. Dabei kamen beide Seiten schnell überein: Estland ist ein kleiner, aber immer verlässlicher und damit immens wichtiger Partner Deutschlands in der Europäischen Union. Estland, das am 1. Juli 2017 den Ratsvorsitz der EU übernimmt, habe großes Interesse an engeren Beziehungen zum Süden Deutschlands, erklärte Laanemäe. Auch Bayern habe diesen Wunsch bekräftigte Vizepräsident Bocklet, der erklärte, die Zusammenarbeit habe sich in den letzten Jahren deutlich verstärkt. „Der Süden Deutschlands liegt weit weg vom Baltikum. Deswegen hat es ein wenig gedauert.“ Im letzten Jahr hat das Präsidium des Bayerischen Landtags im Rahmen einer Reise in das Baltikum auch Estland besucht. Es gebe viele Gemeinsamkeiten, vor allem die wirtschaftspolitischen Überzeugungen und das Bekenntnis zu Europa und seinen Werten, betonte Bocklet.

Estland ist ein verlässlicher und stabiler Partner

Laanemäe wies auf die Verlässlichkeit und Stabilität Estlands als EU-Land und NATO-Partner trotz nicht ganz einfacher Rahmenbedingungen hin. Die große russischsprachige Minderheit sei allerdings gut integriert und verspüre keinen Drang nach Russland zu gehen. „Die fühlen sich in Estland heimisch und genießen das Privileg Teil der EU zu sein“, versicherte Laanemäe. Grundsätzlich sei die Haltung der Esten zur EU positiv. Man fühle sich als Teil dieser Gemeinschaft. Vizepräsident Bocklet unterstrich die Wichtigkeit des europäischen Zusammenhalts in schwierigen und unübersichtlichen Zeiten. „Nur wenn wir als Europäische Union zusammenstehen und uns nicht auseinander dividieren lassen, genießen wir gemeinsam Respekt in der Welt.“ Deswegen sei es Deutschland seit jeher wichtig gewesen, auch auf die Interessen der kleineren EU-Mitglieder Rücksicht zu nehmen. Zumal man von diesen auch lernen könne, so wie etwa im Bereich der Digitalisierung. „Wie schnell und effektiv Estland digitalisiert worden ist, das ist beeindruckend. Da sind die Esten Vorbilder für viele andere Staaten, auch Deutschland“, sagte Bocklet und versprach Laanemäe in Kontakt zu bleiben. „Nur so schafft man Kontinuität in der Politik.“

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