Bayerischer Landtag

07.10.2011 - Auf den Spuren des Baumeisters: Ur-Ur-Enkelin von Friedrich Bürklein auf Stippvisite im Maximilianeum

Von Katja Helmö

Das Maximilianeum feiert in diesen Tagen Geburtstag: Am 6. Oktober 1857, also vor 154 Jahren, ließ König Max II. den Grundstein für das Gebäude legen, das nach den Plänen des Baumeisters und Architekten Friedrich Bürklein realisiert wurde. Zum Jahrestag der Grundsteinlegung kam Karin Burklein, die Ur-Ur-Enkelin des berühmten bayerischen Baumeisters, samt Ehemann Rodney Rascona auf Stippvisite in das heutige Parlamentsgebäude.

Bild: Karin Burklein im Bürkleinzimmer der Landtagsgaststätte vor dem Porträt ihres Ur-Ur-Großvaters Friedrich Bürklein. | Foto: Bildarchiv Bayerischer Landtag
Karin Burklein im Bürkleinzimmer der Landtagsgaststätte vor dem Porträt ihres Ur-Ur-Großvaters Friedrich Bürklein. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

„Es ist für mich ein großartiges Erlebnis, heute hier an der Wirkstätte meines Ur-Ur-Großvaters sein zu können“, sagte Karin Burklein beim Rundgang mit Abteilungsleiter Herbert Kammermeier durch das Landtagsgebäude. Die heute im US-Bundesstaat Arizona lebende Amerikanerin mit deutschem Pass hat von ihrem berühmten bayerischen Vorfahren dessen Begeisterung für Kunst und Architektur geerbt. Sie studierte Design und arbeitet heute als Creative Director an der Universität von Arizona. Hinzu kommt ihr großes Interesse für die Geschichte der Bürklein-Familie. „Ich verwalte den Nachlass und die Dokumentationen zu Friedrich Bürklein, das ist mein großes Hobby“, erzählte Karin Burklein, die ihrem Ur-Ur-Großvater Friedrich Bürklein von den Gesichtszügen her tatsächlich ein bisschen ähnlich sieht.

Der Mitte des 19. Jahrhunderts von König Max II. zum „Oberbau-Generaldirektionsrath“ berufene Bürklein gilt als Schöpfer des sogenannten „Maximilianstils“. Der bayerische Baumeister machte sich vor allem einen Namen mit der Anlage der Münchner Maximilianstraße, deren Abschluss über der Isar das Maximilianeum bildet. Bürklein plante daneben viele Bahnhofsbauten in Bayern, unter anderem in Augsburg, Bamberg, Ansbach, Neu-Ulm, Hof, Nördlingen, Rosenheim, Würzburg und Nürnberg. Auch die Glas-Stahl-Konstruktion der ehemaligen Halle des Münchner Hauptbahnhofs ging zurück auf einen Entwurf Bürkleins.

Bild: Karin Burklein und ihr Ehemann Rodney Rascona beim Rundgang durchs Haus mit Abteilungsleiter Herbert Kammermeier (links). | Foto: Bildarchiv Bayerischer Landtag
Karin Burklein und ihr Ehemann Rodney Rascona beim Rundgang durchs Haus mit Abteilungsleiter Herbert Kammermeier (links). | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Das Maximilianeum als eines der Meisterstücke ihres Ur-Ur-Großvaters hat Karin Burklein in der Vergangenheit schon einmal besucht: 1997 kam sie mit ihrem Vater Ernst Burklein erstmals in den Landtag – ein Jahr vor dem sensationellen Fund des Grundsteins. Handwerker waren im Februar 1998 bei Bauarbeiten für eine Rolltreppe zur Tiefgarage darauf gestoßen. Neben Urkunden und Münzen sowie Porträts des Königs und seiner Gemahlin war in den Grundstein das Modell einer Dampflokomotive eingemauert. Heute werden diese Fundstücke im Steinernen Saal des Maximilianeums in ständiger Ausstellung gezeigt. „Absolut faszinierend“, fand Karin Burklein den Blick in die gläserne Vitrine – eine Zeitkapsel, mit der ihr Vorfahr der Nachwelt ein Symbol für die damals aktuellen technischen Errungenschaften übermitteln wollte.

Porträt von Friedrich Bürklein (1813 bis 1872) | Foto: Bildarchiv Bayerischer Landtag
In den Grundstein des Maximilianeums wurde eine Modell-Lok eingemauert. Sie steckt in einem Glaskasten und wiegt 20 Kilo. Ihre Vorbilder fuhren auf den ersten deutschen Eisenbahnstrecken etwa von Nürnberg nach Fürth oder von Leipzig nach Dresden. | Foto: Bildarchiv Bayerischer Landtag
Fassadenplan des Maximilianeums von Friedrich Bürklein. Die Spitzbögen wurde bei der Realisierung durch runde Bögen ersetzt. | Foto: Rolf Poss
Bild: Freude über den neuen Kontakt zum Bayerischen Landtag: Zum Abschied überreichte Abteilungsleiter Herbert Kammermeier (rechts) den Gästen aus den USA ein kleines Geschenk. | Foto: Bildarchiv Bayerischer Landtag
Freude über den neuen Kontakt zum Bayerischen Landtag: Zum Abschied überreichte Abteilungsleiter Herbert Kammermeier (rechts) den Gästen aus den USA ein kleines Geschenk. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Weitere Stationen durch das Haus waren der neue Plenarsaal, die historischen Säle, die Stiftung „Maximilianeum“ und die Landtagsgaststätte, wo Friedrich Bürklein ein eigener Raum gewidmet ist. Dort sind auch ein Foto des Baumeisters, ein Stammbaum der Familie Bürklein sowie Fassadenpläne zum Maximilianeum zu sehen. „Ich habe zuhause Bilder und Erinnerungsstücke, die für die Geschichte Ihres Hauses möglicherweise von Bedeutung sind. Ich stelle sie gerne zur Verfügung“, sagte Karin Burklein beim Abschied. Sie freute sich sehr, dass der Kontakt zum Bayerischen Landtag und zu dem bekanntesten Gebäude ihres namhaften Vorfahren nun wieder neu hergestellt ist.

Weiterführende Links

Der Grundstein des Maximilianeums

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