Bayerischer Landtag

08.06.2010 - Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet empfängt Parlamentspräsidenten der nordserbischen Provinz Vojvodina

Bild: Zu Gast bei Vizepräsident Reinhold Bocklet: Sandor Egeresi, Parlamentspräsident der Provinz Vojvodina (rechts). | Foto: Rolf Poss
Zu Gast bei Vizepräsident Reinhold Bocklet: Sandor Egeresi, Parlamentspräsident der Provinz Vojvodina (rechts). | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Um einen ersten Kontakt mit dem Bayerischen Landtag herzustellen, hat Sandor Egeresi, Parlamentspräsident der nordserbischen Provinz Vojvodina, am 8. Juni Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet einen Besuch abgestattet. „Die Begegnung hier im Maximilianeum mit dem Vizepräsidenten des Bayerischen Landtags ist für uns eine große Ehre“, unterstrich Sandor Egeresi, der Beziehungen zum bayerischen Parlament aufbauen möchte und dazu Einladungen zum Besuch der Provinz aussprach.

Einen engeren parlamentarischen Austausch gäbe es, wie Sandor Egeresi berichtete, bereits mit dem Bundesland Baden-Württemberg, das die besonderen historischen Beziehungen zu den in der Vojvodina niedergelassenen Donauschwaben pflegt.

Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten in der Vojvodina ungefähr 400.000 Deutsche, deren Vorfahren vor rund 300 Jahren aus dem süddeutschen Raum entlang der Donau in die Balkanregion einwanderten und dort die Kultur mitprägten. Heute zählen die Serben, Ungarn und Slowaken zu den drei größten Volksgruppen in der Vojvodina, eine multi-ethnische und autonome Provinz der Republik Serbien. Der Parlamenspräsident bezifferte die Zahl der restlichen deutschsprachigen Bewohner auf rund 3000.

„Serbiens Weg nach Europa stärken“

„Wir möchten Serbiens Weg nach Europa stärken“, betonte Egeresi bei seiner Unterredung mit Landtagsvizepräsident Bocklet. Die Provinz Vojvodina nähme auch Anteil an der Ausarbeitung einer EU-Donaustrategie. Länder, Regionen und Kommunen entlang der Donau wollen sich auf Basis dieser Strategie wirtschaftlich und infrastrukturell künftig stärker miteinander vernetzen.

Reinhold Bocklet dankte Sandor Egeresi für die Einladungen in die nordserbische Provinz: „Wir werden versuchen, einen Besuch zu koordinieren“, versprach der Landtagsvizepräsident. Bei den Reiseplanungen sollten am besten gleich mehrere Ziele auf dem Balkan gebündelt werden, darunter auf jeden Fall auch Belgrad und der Kosovo, wo derzeit deutsche Soldaten stationiert sind, schlug Bocklet vor. Der Landtag will sich dazu außerdem mit Baden-Württemberg, dem „Schutzland der Donauschwaben“, im Vorfeld eines Besuchs noch näher abstimmen. /kh

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