Bayerischer Landtag

08.10.2009 - Erfahrungsaustausch der Parlamentsjournalisten: Mailänder Delegation zu Gast in München

Wie funktioniert die Pressearbeit hinter den Kulissen des Parlamentbetriebs? Mitarbeiter der Pressestelle des lombardischen Regionalparlaments, dem Consiglio Regionale della Lombardia, haben dazu den Erfahrungsaustausch mit ihren Kollegen im Bayerischen Landtag gesucht.

Bild: Heidi Wolf, Pressesprecherin des Bayerischen Landtags (rechts) moderierte die Gesprächsrunde mit den Journalisten. | Foto: LTA
Heidi Wolf, Pressesprecherin des Bayerischen Landtags (rechts) moderierte die Gesprächsrunde mit den Journalisten. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Föderales System als Vorbild

„Die Lombardei ist in Italien eine Pilot-Region, wenn es um die Stärkung föderaler Strukturen geht. Unser Parlament strebt nach mehr politischem Gewicht – der Bayerische Landtag mit seinen Kompetenzen und Strukturen ist ein wichtiges Vorbild für unsere Arbeit“, erklärte Pressestellenleiter Gianluca Savoini die Beweggründe für die Reise der Mailänder Delegation nach München. Heidi Wolf, Pressesprecherin des Bayerischen Landtags, Uli Bachmeier von der Augsburger Allgemeinen, der auch Vorsitzender des Vereins der Bayerischen Landtagspresse ist, Carsten Hoefer vom dpa-Landesbüro Bayern, Constanze Mauermayer vom Donaukurier und Jürgen Umlauft von der Frankenpost standen den Kollegen aus der Lombardei als kompetente Ansprechpartner zur Verfügung.

Im Fokus der Gespräche im Maximilianeum standen der Vergleich der Parteien- und Medienlandschaft in beiden Ländern bzw. Regionen, aber auch die Aufgabenverteilung von Pressestelle und Journalisten bei der parlamentarischen Berichterstattung. „Die Schnittstelle zwischen Parlament und Medien ist sehr spannend“, betonte Pressesprecherin Heidi Wolf, die ihre Funktion als überparteiliches Sprachrohr des Landtags gegenüber den Medien definierte. Die Interessen des Parlaments stünden selbstverständlich an erster Stelle; es sei aber auch wichtig zu wissen, wie Journalisten arbeiten und wie deren redaktioneller Alltag aussieht.

Hintergrundgespräche mit Poltikern - in Italien undenkbar

Uli Bachmeier stellte den italienischen Kollegen die Vereinigung der Bayerischen Landtagspresse vor – eine Einrichtung, die es in Mailand so nicht gibt. Die Bayerische Landtagspresse vertrete in erster Linie die rein praktischen Interessen ihrer Mitglieder, wie Zugang zu Informationen, Terminkoordination bei Pressekonferenzen oder die Organisation von Hintergrundgesprächen mit Politikern. Bei diesen Terminen zeigten Meinungsführer interne Hintergründe auf und könnten darauf vertrauen, dass in den Medien nicht darüber berichtet wird. „Das funktioniert“, unterstrich Uli Bachmeier. „Undenkbar in Mailand“, resümierten die lombardischen Kollegen. In Italien würde jede Information sofort politisiert. Unterschiede stellten die Gesprächsteilnehmer auch in der Medienlandschaft fest. So hätten in Italien vor allem die vielen regionalen Fernsehsender eine große mediale Wirkung.

Bild: Michael Schmitt, Leiter der Öffentlichkeitarbeit (li.) überreichte den Gästen aus Mailand zum Abschied ein Geschenk. | Foto: LTA
Michael Schmitt, Leiter der Öffentlichkeitarbeit (li.) überreichte den Gästen aus Mailand zum Abschied ein Geschenk. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Direkte persönliche Kontakte zwischen den Parlamenten

Allgemein politische und kunsthistorische Einblicke in den Bayerischen Landtag erhielten die Mailänder bei einem anschließenden Rundgang durchs Haus mit Michael Schmitt, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit. Auch Personalratsvorsitzender Walter Simmet begrüßte die Delegation. Erste direkte Kontakte mit dem lombardischen Regionalparlament sind damit geknüpft. Schon bald werden die Kontakte zwischen beiden Parlamenten weiter vertieft: Mitte November besucht eine Mitarbeitergruppe des Landtags den Consiglio Regionale della Lombardia. /kh

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