Bayerischer Landtag

08.12.2010 - Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet empfängt Regierungsvertreter von Gilgit-Baltisan

Schneebedeckte Berge, tief eingeschnittene Täler, Hochgebirgsvegetation – die Landschaften von Gilgit-Baltisan und dem alpenländischen Bayern haben Parallelen, auch wenn die Berge des Karakorums und Himalayas mehr als doppelt so hoch sind wie die Zugspitze: Fünf der 14 Achttausender der Erde befinden sich in der neu gebildeten Provinz Gilgit-Baltisan, im äußersten Norden Pakistans. „Wir fühlen uns Bayern sehr eng verbunden“, unterstrich Syed Mehdi Shah“, Ministerpräsident von Gilgit-Baltisan, bei seinem Zusammentreffen mit Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet am 8. Dezember im Maximilianeum.

Delegation aus dem nordpakistanischen Gilgit-Baltisan mit Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet (Mitte) im Steinernen Saal. | Foto: Rolf Poss
Delegation aus dem nordpakistanischen Gilgit-Baltisan mit Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet (Mitte) im Steinernen Saal. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Bild: Landtagspräsident Reinhold Bocklet (re.) begrüßt Syed Mehdi Shah, Ministerpräsident von Gilgit-Baltistan. | Foto: Rolf Poss
Landtagspräsident Reinhold Bocklet (re.) begrüßt Syed Mehdi Shah, Ministerpräsident von Gilgit-Baltistan. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Syed Mehdi Shah kam an der Spitze einer Delegation bestehend aus Regierungs- und Parlamentsvertretern, die von Mitarbeitern von „inwent“, Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH, betreut wurden. Gilgit-Baltisan wurde 2009 als Verwaltungseinheit in Nordpakistan mit einer eigenen Legislative und Exekutive gegründet. Das junge Parlament setzt sich aus 24 gewählten Abgeordneten, die mehrheitlich der Pakistan Peoples Party (PPP) angehören, sowie sechs ernannten weiblichen Abgeordneten und drei Funktionären zusammen.

Die Gäste aus Gilgit-Baltisan nutzten ihren Besuch im Bayerischen Landtag, um hier mehr über das bayerische Regierungs- und Verwaltungssystem zu erfahren. „Hochwasserschutz“ „Tourismus“ sowie „Energiegewinnung“ bildeten weitere Themenschwerpunkte: „Bayern ist bei der Nutzung regenerativer Energien in Deutschland führend“, erklärte Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet. Der Anteil alternativer Energieformen liege in Bayern bereits über dem Bundesdurchschnitt und werde in den kommenden Jahren verstärkt ausgebaut. Mit Blick auf die im Freistaat zum Einsatz kommenden Solar- und Wasserkrafttechnologien erklärte Wazir Shakeel Ahmed, Minister für Regionalplanung und -entwicklung: „Wir möchten gerne von Bayerns Erfahrungen lernen und suchen dazu den Erfahrungsaustausch mit bayerischen Ingenieuren.“

Gilgit-Baltisan mit den Gletschern der 8000er-Gipfel vor der Haustüre verfügt über großen Wasserreichtum. Die Gebirgsprovinz, in der auch der Indus entspringt, war im August 2010 von einer Reihe sintflutartiger Überschwemmungen betroffen. „Die Instandsetzungsarbeiten haben mittlerweile eingesetzt. Der Karakorum Highway ist wieder befahrbar“, berichtete Innenminister Asif Mumhammad Balal beim Gespräch im Maximilianeum. Allerdings, so Balal, werde es wohl eine Generation dauern, bis alle Folgen der Überschwemmungen vollständig beseitigt seien.

Zukunftschancen sieht die Region insbesondere in einem umweltverträglichen Tourismus. Auch auf diesem Gebiet will Gilgit-Baltisan von Bayern, das sich als Mitglied der Alpenkonvention zu einer grenzüberschreitend nachhaltigen Entwicklung der Bergregionen bekennt, lernen./kh

Seitenanfang