Bayerischer Landtag

Feierliche Benennung der „Friedrich-Bürklein-Halle“ im Bayerischen Landtag

Dienstag, 9. Juni 2015
– Von Anton Preis –

Landtagspräsidentin Barbara Stamm hat gemeinsam mit Hanspeter Beißer, dem Vorstand der Stiftung Maximilianeum, im Bayerischen Landtag die Eingangshalle West in „Friedrich-Bürklein-Halle“ umbenannt. Gleichzeitig wurde eine Wandtafel zu Ehren des Architekten des Maximilaneums enthüllt.

Die zweiteilige Infotafel enthält das Porträt Friedrich Bürkleins, den Namen der Halle und Erläuterungen zum Wirken des Architekten. Die Farbgebung der Tafel orientiert sich zum einen an den örtlichen Gegebenheiten, zum anderen wurde das sogenannte „Bürkleinrot“ als Farbakzent eingesetzt. „Vor zwei Jahren haben wir den Architekten Friedrich Bürklein anlässlich seines 200. Geburtstags im Landtag gewürdigt. Damals wurde beschlossen, die Leistungen Friedrich Bürkleins stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu heben: durch eine Publikation und durch die Umbenennung eines geeigneten Raums im Maximilianeum“, erläuterte Barbara Stamm in ihrem Grußwort die Hintergründe der Umbenennung.  Beidem wird nun entsprochen: Auf Anregung von Christoph Hillenbrand, dem Regierungspräsident von Oberbayern, wurde auch das Buch „Die Maximilianstraße und ihr Architekt Friedrich Bürklein“ von Baudirektor Wolfgang Fruth präsentiert.

Stiftungsvorstand Hanspeter Beißer und Landtagspräsidentin Barbara Stamm bei der Enthüllung der Gedenktafel. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Von rechts: Wolfgang Fruth, Autor des Buches, Horst-Günther Falkenhan, Ur-Ur-Enkel Bürkleins, Ludwig Freiherr von Lerchenfeld, Landtagspräsidentin Barbara Stamm, Dieter Wieland, Fernsehjournalist, Hanspeter Beißer, Vorstand der Stiftung Maximilianeum, Christoph Hillenbrand, Regierungspräsident von Oberbayern, Heidrun Proschek, Ur-Ur Enkelin Bürkleins, MdL Prof. Dr. (Univ. Lima) Peter Bauer, MdL Gudrun Brendel-Fischer, MdL Volkmar Halbleib. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Dieter Wieland hielt den Festvortrag. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Die Ausstellung „Die Maximilianstraße und ihr Architekt Friedrich Bürklein“ ist noch bis 24. Juni im Ausstellungsfoyer zu sehen. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Innenstaatssekretär Gerhard Eck bei seiner Rede zu Ehren Bürkleins. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Oberbayerns Regierungspräsident Christoph Hillenbrand lobte Werk und Ausstellung. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Friedrich Bürklein (1813 bis 1872) hat im Auftrag von König Maximilians II. ab 1850 die Maximilianstraße geplant, die 1874 mit der Fertigstellung des Maximilianeums ihren Abschluss fand. Auf Wunsch des Königs sollte ein neuer bayerisch-nationaler Baustil gefunden werden. Bürklein kombinierte dafür historische Architekturelemente der englischen Gotik, der Renaissance und des Klassizismus unter Verwendung von Materialien wie Terrakotta und Gusseisen zu einer markanten, eigenständigen Formensprache. Der neue Stil der Straße ging als „Maximilianstil“ in die Baugeschichte ein. Das Maximilianeum – ursprünglich als höhere Bildungsanstalt für hervorragende Diener des Bayerischen Staates konzipiert – beherbergt seit seiner Fertigstellung die 1852 gegründete Stiftung Maximilianeum, die auch heute noch Eigentümerin des Gebäudes ist. Im Jahr 1949 wurde das Maximilianeum zudem Sitz des Bayerischen Landtags und des Bayerischen Senats.

Bayerns Innenstaatssekretär Gerhard Eck betonte in seiner Rede anlässlich der Feierstunde im Senatssaal: „Das Stadtbild Münchens ist ohne diesen Baumeister nicht mehr vorstellbar. Zu Recht müsse man Bürklein in einem Atemzug mit Klenze und Gärtner nennen." Zugleich dankte er dem Landtag für dieses bleibende Zeichen der Erinnerung und Wertschätzung.

Oberbayerns Regierungspräsident Christoph Hillenbrand freute sich im Namen seiner Behörde, dass Bürklein, der ja selbst einmal hoher Staatsbeamter in der Regierung von Oberbayern war, mitsamt seinem Werk in einen so würdigen Rahmen gesetzt werde. Stiftungsvorstand Hanspeter Beißer bezeichnete Bürklein als Glücksfall für die Stiftung Maximilianeum. „Hier wurde eine Heimat geschaffen für die Studierenden", lobte er.

Den Festvortrag hatte der Fernsehjournalist und Publizist Dieter Wieland übernommen. Unter dem Titel „Der Architekt Friedrich Bürklein und sein Werk“ schlug er kurzweilig und anschaulich einen großen Bogen über Werdegang, Schaffen und Schaffenskraft des Architekten, der zu Lebzeiten viel Spott und Schmähungen ausgesetzt gewesen sei. „München war auf dem Weg zur Weltstadt und Bürklein hat angeschoben“, hob Wieland hervor. Vielfach sei der Architekt Opfer von Entscheidungen auf höchster Ebene gewesen, habe aber dann selbst dafür die Prügel einstecken müssen. Nicht nur in München mit der Regierung von Oberbayern und dem Maximilianeum selbst habe Bürklein seine bleibenden Spuren hinterlassen, denn auch das Bahnhofsgebäude in Augsburg – der Architekt war ein großer Bahnhofsbaumeister – oder in Bad Staffelstein, aber auch der im Krieg zerstörte Würzburger Bahnhof stammten von ihm. „Bürklein hat die Ehre, die ihm heute zuteil wird, wirklich verdient", fasste Wieland zusammen.

Hier gibt es das Buch von Wolfgang Fruth zum Download: „Die Maximilianstraße und ihr Architekt Friedrich Bürklein“(Dokument vorlesen)

 

 

 

 

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