Bayerischer Landtag

10.02.2011 - Dem Wald beim Wachsen zuschauen: Im Maximilianeum läuft die Holzzuwachsuhr

Bild: Präsentierten heute im Landtag die bisher einzige Holzzuwachsuhr: Forstminister Helmut Brunner (li.) und I. Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet (re.). | Foto: Rolf Poss
Präsentierten heute im Landtag die bisher einzige Holzzuwachsuhr: Forstminister Helmut Brunner (li.) und I. Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet (re.). | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Im Maximilianeum läuft die bisher einzige Holzzuwachsuhr. Der Bayerische Waldbesitzerverband hat sie am 10. Februar 2011 bei einem Informationstag zum „Internationalen Jahr der Wälder“ an den 1. Landtagsvizepräsidenten Reinhold Bocklet übergeben. Besucherinnen und Besucher können dem Wald beim Wachsen zuschauen. Die Holzzuwachsuhr veranschaulicht die Zahlen, die Forstminister Helmut Brunner in seiner Rede nannte: Jede Sekunde wächst in Bayern ein Kubikmeter Holz zu. Ein Kubikmeter Holz wiederum bindet rund eine Tonne Kohlendioxid. Davon speichert der Baum 250 Kilogramm als Kohlenstoff im Holz, 750 Kilo gibt er als reinen Sauerstoff wieder ab.

Die Veranstaltung im Maximilianeum bildete den Auftakt zum „Internationalen Jahr der Wälder.“ „Es gibt uns die Gelegenheit, die Bedeutung des Waldes in seiner ganzen Bandbreite dazustellen“, betonte Sepp Spann, der Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbandes. Den Slogan „Forstwirtschaft schafft Leben“ untermauerte Spann mit Zahlen: 200 000 Menschen in Bayern haben im Cluster Forst und Holz einen Arbeitsplatz; Holz als Baustoff wird immer gefragter. Jedes Jahr wachsen in den bayerischen Wäldern 33 Millionen Kubikmeter Holz zu. Nur die Hälfte davon haben die Waldbesitzer im Jahre 2009 nachhaltig genutzt, führte der Präsident des Waldbesitzerverbandes aus. Er trat damit Vorwürfen entgegen, der Wald würde ausgebeutet. An die Abgeordneten des Bayerischen Landtags appellierte er, die Rahmenbedingungen für die Waldbesitzer so festzulegen, dass sie auch in Zukunft nachhaltig wirtschaften können.

„Seit drei Jahrzehnten ist die Waldflächenbilanz in Bayern positiv. In diesem Zeitraum hat die Waldfläche deutlich über 15.000 Hektar zugenommen. Das ist fast die doppelte Fläche des Chiemsees“, stellte 1. Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet in seiner Begrüßungsrede fest. Ausführlich ging er auf den ökologischen Nutzen des Waldes ein und würdigte den Beitrag, den auch die privaten Waldbesitzer für das Gemeinwohl erbringen. Vor allem für die kleineren Waldbesitzer stelle die Pflege und die nachhaltige Bewirtschaftung ihres Waldes oftmals eine große Herausforderung dar. Der Zusammenschluss in Forstbetriebsgemeinschaften habe sich hier als sinnvoll erwiesen. „Es wäre schön, wenn möglichst viele Eigentümer diesem Beispiel folgten“, wünschte sich Bocklet.

Als waldreichstes Bundesland will Bayern das „Internationale Jahr der Wälder“ intensiv nutzen, um für nachhaltige Forstwirtschaft zu werben, erklärte Forstminister Helmut Brunner. Die Produktion und die Verwendung von Holz bezeichnete er als unverzichtbaren Beitrag zum Klimaschutz, sagte aber auch: „Wälder sind Rückzugsräume für seltene Tier- und Pflanzenarten, verbessern Luft- und Wasserqualität, schützen vor Naturgefahren wie Lawinen und Hochwasser und bieten wertvollen Erholungsraum für die Menschen.“

Die vielfältigen sozialen, ökologischen und ökonomischen Leistungen des Waldes stehen im Mittelpunkt zahlreicher Veranstaltungen, die im „Internationalen Jahr der Wälder“ stattfinden. Als „Leuchtturmprojekt“ nannte Forstminister Helmut Brunner das geplante „Nachhaltigkeitszentrum“ im Steigerwald. Am 25. Februar 2011 sollen dafür die ersten Ideen vorgestellt werden.

Mit einigen Maus-Klicks wurde dann die Holzzuwachsuhr gestartet, die der Bayerische Waldbesitzerverband in Auftrag gegeben hat. Sie ist in ein zwei Meter hohes und vier Zentimeter dickes Ulmenbrett eingelassen und steht bis zum 4. März 2011 in der Eingangshalle West des Maximilianeums. Anschließend geht sie auf die Reise durch die bayerischen Regierungsbezirke. Im Dezember 2011 soll dann im Bayerischen Landtag Bilanz gezogen werden. Beim Start der Holzzuwachsuhr im Maximilianeum war auch Waldkönigin Veronika Wernberger aus dem Landkreis Aichach-Friedberg dabei. Die 23-jährige Bankkauffrau hat zwei Jahre lang die Forstwirtschaft im Freistaat repräsentiert. Am 18. Februar 2011 geht ihre Amtszeit zu Ende, eine Nachfolgerin wird gewählt. „Sie hat ihre Sache sehr gut gemacht“, lautete das Lob von Forstminister Helmut Brunner und den Vertretern des Waldbesitzerverbandes./hw

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