Bayerischer Landtag

10.04.2012 - Exponate aus dem Maximilianeum bereichern Bayerisch-Österreichische Landesausstellung

Drei Leihgaben stellt der Bayerische Landtag der grenzüberschreitenden Landesausstellung „Verbündet, Verfeindet, Verschwägert. Bayern und Österreich“ zur Verfügung: eine Lade zur Aufbewahrung der bayerischen Verfassung von 1818 sowie zwei Ballotiergefäße, die im frühen 19. Jahrhundert bei Abstimmungen als Zählhilfe dienten. Die Exponate werden in der Woche nach Ostern in die Herzogsburg nach Braunau transportiert.

Die Bayerisch-Österreichische Landesausstellung, die vom 27. April bis 4. November 2012 in Burghausen, Ranshofen, Mattighofen und Braunau stattfindet, gibt Einblicke in die vielschichtigen Beziehungen zwischen Bayern und Österreich, insbesondere zwischen den beiden Herrscherhäusern „Habsburg“ und „Wittelsbach“. In der Herzogsburg am Standort Braunau wird unter der Überschrift „Von Napoleon bis heute“ der jüngste Abschnitt der Geschichte von Bayern und Österreich – die Zeit ab 1816 – näher beleuchtet. Die Exponate aus dem Münchner Maximilianeum sollen dabei die fortschrittliche politische Entwicklung in Bayern durch die von König Max I. Joseph erlassene Verfassung veranschaulichen.

Bild: In der Verfassungslade mit der Aufschrift Magna Charta Bavaria wurde die Bayerische Verfassung eingelegt solange der Bayerische Landtag nicht tagte | Foto: Bildarchiv Bayerischer Landtag
In der Verfassungslade mit der Aufschrift Magna Charta Bavaria wurde die Bayerische Verfassung eingelegt solange der Bayerische Landtag nicht tagte | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Das erste Exponat, die Verfassungslade, diente als Aufbewahrungsort der bayerischen Verfassung von 1818. Diese bildete das Fundament für die 100-jährige konstitutionelle Monarchie in Bayern (1818 bis 1918) und integrierte die neuen Landesteile des damaligen Königreiches Bayern – Franken, Schwaben und bis 1945 die Rheinpfalz – in einem Gesamtstaat. Die Verfassungsdokumente wurden, um ihre herausragende Bedeutung zu unterstreichen, in dem kunstvoll gearbeiteten Schrein an einem zeremoniellen Ehrenplatz aufbewahrt.

Die beiden Ballotiergefäße (engl. ballot: Wahlkugel, Stimmzettel) kamen im frühen 19. Jahrhundert bei Abstimmungen in der Zweiten Kammer zum Einsatz. | Foto: Bildarchiv Bayerischer Landtag
Die beiden Ballotiergefäße (engl. ballot: Wahlkugel, Stimmzettel) kamen im frühen 19. Jahrhundert bei Abstimmungen in der Zweiten Kammer zum Einsatz. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Bei den beiden weiteren Leihgaben aus dem Münchner Maximilianeum handelt es sich um zwei Ballotiergefäße, die im frühen 19. Jahrhundert für Abstimmungen in der Zweiten Kammer benutzt wurden. Nach der bayerischen Verfassung von 1818 fanden Abstimmungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit und von Regierungsvertretern statt. Die Abgeordneten konnten einzeln nur mit „Ja“ oder „Nein“ über Regierungsvorlagen abstimmen, eine Enthaltung war nicht möglich . Sie legten dabei eine weiße Kugel für „Ja“ oder eine schwarze Kugel für „Nein“ in eines der beiden Gefäße.

Nach der Ausstellung, im November 2012, werden die Exponate wieder an ihrem alten Standort im Maximilianeum – gegenüber dem Amtszimmer der Präsidentin – zu sehen sein./kh

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