Bayerischer Landtag

10.09.2011 - Friedenstreffen der Weltreligionen in München: Landtag will Dialog zwischen Religionen fördern

– Von Heidi Wolf –

Gläubige im Dialog: Menschen aus aller Welt sind zum Internationalen Friedenstreffen gekommen, das die Gemeinschaft Sant´Egidio vom 11. bis 13. September 2011 in München veranstaltet. Für die Vertreter aller großen Weltreligionen gab Landtagspräsidentin Barbara Stamm einen Willkommensempfang im Maximilianeum. Von ihm solle die Botschaft ausgehen, dass auch der Bayerische Landtag zum Dialog zwischen den Religionen und Kulturen beitragen wolle.

Bild: Begrüßungsrede von Landtagspräsidentin Barbara Stamm beim Willkommensempfang im Maximilianeum. | Foto: Rolf Poss
Begrüßungsrede von Landtagspräsidentin Barbara Stamm beim Willkommensempfang im Maximilianeum. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

„Gemeinsamkeiten mögen in Zeiten der Konfrontation verschüttet worden sein. Doch sie sind vorhanden. Sie müssen nur vernehmbarer ausgesprochen werden. Deshalb ist das Internationale Friedenstreffen so wichtig“, sagte Barbara Stamm in ihrer Begrüßungsrede. Die Landtagspräsidentin zeigte sich überzeugt, dass von der Begegnung in München wertvolle Impulse für mehr Verständnis, Toleranz und Respekt vor dem Anderen und seiner Tradition ausgehen: „Nächstenliebe ist weltweit ein Gebot des Glaubens – und der Vernunft, wie ich hinzufügen möchte. Wenn wir dieses Gebot mit Leben erfüllen wollen, brauchen wir die Bereitschaft und die Fähigkeit, uns in die Einstellung anderer Menschen einzufühlen.“

Bild: Eine Ikone als Geschenk für den Bayerischen Landtag: Präsidentin Barbara Stamm mit religiösen Würdenträgern beim Friedenstreffen im Maximilianeum. | Foto: Rolf Poss
Eine Ikone als Geschenk für den Bayerischen Landtag: Präsidentin Barbara Stamm mit religiösen Würdenträgern beim Friedenstreffen im Maximilianeum. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Rund 200 Gäste nahmen an dem Willkommensempfang im Maximilianeum teil, darunter hochrangige Würdenträger verschiedener Weltreligionen, an der Spitze Kardinal Reinhard Marx von der Gastgeber-Diözese München-Freising. Die orthodoxe Kirche vertraten Daniel Clobotea, der Patriarch von Rumänien, und Chrysostomos II., der Primas der Kirche von Zypern. Barbara Stamm freute sich, dass auch Andrea Riccardi gekommen war, der 1968 in Rom die Laienbewegung Sant‘ Egidio gegründet hatte. Sie richtet seit 1986 jedes Jahr das Friedenstreffen aus, das auf die Initiative von Papst Johannes Paul II. zurückgeht.

Landtagsabgeordnete aus allen fünf Fraktionen suchten das Gespräch mit den Gästen. Martin Neumeyer, der Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, hob in seinem Grußwort den Integrationsgedanken des Friedenstreffens hervor und nannte die Kirche „das erste große internationale Integrationsprojekt der Geschichte“. Die Gemeinschaft Sant‘ Egidio sei dafür ein besonderes Beispiel.

Ein weiteres Grußwort sprach Dr. Klaus Reder aus Würzburg, der deutsche Vertreter der Gemeinschaft Sant‘ Egidio Würzburg. Er dankte Landtagspräsidentin Barbara Stamm für die Einladung zu diesem Empfang am Vorabend des Friedenstreffens und ging auf das Motto des Treffens ein: „Bound to live together. Zusammen leben – unsere Bestimmung“. Das große Ziel der Veranstaltung in München: „eine Allianz des Friedens bilden – Friede ist ein ständiger Auftrag an uns alle.“

Landtagspräsidentin Barbara Stamm begrüßt Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising. | Foto: Rolf Poss
Gläubige im Dialog: Vertreter der Weltreligionen und der Politik in München. | Foto: Rolf Poss
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