Bayerischer Landtag

11.07.2012 - "Es geht um nichts als den Menschen"

Landtagspräsidentin Barbara Stamm eröffnet im Maximilianeum die Ausstellung "Mitten in Hohenfried".

Die Besucher konnten sich von der hohen Qualität der auf Hohenfried hergestellten Lebensmittel überzeugen. | Foto: Rolf Poss
Landtagspräsidentin Barbara Stamm mit Bewohnern von Hohenfried. | Foto: Rolf Poss
Stephan Weber, Vorstand von Hohenfried e.V. mit Landtagspräsidentin Barbara Stamm. | Foto: Rolf Poss
Bild: Die Hohenfried Singers singen für die Besucher der Ausstellung im Maximilianeum. | Foto: Rolf Poss
Die Hohenfried Singers singen für die Besucher der Ausstellung im Maximilianeum. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

- Von Paula Kettenberger -

„Denn das Leben ist zum Leben da“ sangen die „Hohenfried Singers“ mit ansteckender Begeisterung anlässlich der Ausstellungseröffnung „Mitten in Hohenfried“ im Maximilianeum am 11. Juli 2012. Die Hohenfried Singers, das sind Männer und Frauen jeden Alters, die gerne singen – und unterschiedlich schwer behindert. Sie alle leben in Hohenfried und die Ausstellung (bis 25. Juli 2012) gibt Einblicke in den Lebensalltag von Hohenfried, einer Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung. Unter dem Leitsatz „Jedes Menschenleben verdient eine Erzählung“ sind auf Kartonfiguren mit bewegenden Worten die Lebensgeschichten einzelner Bewohner nachgezeichnet. Das Interesse an diesen Geschichten sei Voraussetzung, um mögliche persönliche Entwicklungen der Hohenfried-Bewohner zu sehen und zu fördern. Ein Ergebnis sind die „Hohenfried Singers“, die im Landtag Konzertstimmung verbreiteten. Ein anderes die HOHENFRIED Genussfreuden – Essen, das von Bewohner von Hohenfried selbst zubereitet wurde, und das bei den Besuchern der Ausstellung hervorragend ankam.

Hohenfried ist „ein Ort des Lebens, des Arbeitens, des Lernens und des Heilens für Menschen mit geistiger Behinderung“ erklärte Barbara Stamm bei der Eröffnung. Der Präsidentin des Bayerischen Landtages ist Hohenfried noch aus ihrer Zeit als Sozialministerin vertraut. Sie schätzt besonders, wie Stephan Weber, Vorstand von HOHENFRIED e.V., und seine Mitarbeiter mit einem vielfältigen Freizeit- und Arbeitsangebot die individuellen Talente der Bewohner fördern, gleichzeitig aber auch ein Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit vermitteln. „Es geht um nichts als den Menschen – ohne fertige Vorstellung – ohne Bewertung“, ist Barbara Stamm überzeugt und betonte, dass Einrichtungen wie Hohenfried besonders wichtig seien, da längst „nicht alle Vorstellungen und Wünsche im Sinne der Menschen mit Behinderungen umgesetzt“ sind.

Hohenfried ist eine 1949 gegründete Einrichtung für Menschen aller Altersklassen mit unterschiedlichsten geistigen Behinderungen in Bayerisch Gmain, Oberbayern, die sich an den Grundsätzen von Rudolf Steiner, Gründer der Anthroposophie, orientiert. Zurzeit leben die 40 Kinder und Jugendlichen sowie 147 Erwachsenen in zehn verschiedenen Häusern auf einem 32 Hektar großen Gelände. Nach dem geplanten Neubau eines Kinder- und Jugenddorfes soll jedoch Platz für 50 Kinder und Jugendliche sowie 174 Erwachsene sein.

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