Bayerischer Landtag

12.03.2012 - Joachim Gauck im Bayerischen Landtag

"Es war eine offene Begegnung".

Bild: Landtagspräsidentin Barbara Stamm begrüßt Joachim Gauck im Maximilianeum | Foto: Rolf Poss
Landtagspräsidentin Barbara Stamm begrüßt Joachim Gauck im Maximilianeum | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

- Von Heidi Wolf -

“Begegnung mit Joachim Gauck” war die Veranstaltung im Plenarsaal des Bayerischen Landtags überschrieben. Der künftige Bundespräsident stand am Rednerpult, sprach fast eine Stunde lang frei und steckte vor den bayerischen Wahlleuten seine Positionen ab, die ihm für seine künftige Arbeit wichtig sind: Freiheit stand an erster Stelle, Mut und Optimismus statt Zukunftsangst, denn “Angst macht kleine Augen und enge Herzen.” “Europa wagen” lautete eines seiner Bekenntnisse, für das er großen Beifall erntete. Auch die Integration von Zuwanderern bezeichnete Gauck als großes Anliegen.

Die Vorstellungsrunde am Montag, 12. März 2012, im Bayerischen Landtag haben alle fünf Fraktionen möglich gemacht. Gemeinsam luden sie den künftigen Bundespräsidenten ins Parlament ein, wo ihn auch Landtagspräsidentin Barbara Stamm zu einem kurzen Gespräch unter vier Augen willkommen hieß. Gauck freute sich über diese breite Zustimmung: Vor zwei Jahren seien es nur zwei Fraktionen gewesen, denen er sich präsentieren durfte, erinnerte er in seinem Statement vor Journalisten. Diesmal sei alles anders gewesen. “Es war ein wunderschöner Nachmittag”, zog der Gast aus Berlin Bilanz.
Eine “unglaubliche Offenheit” sei ihm und seinen Themen entgegengebracht worden. Er habe seine Schwerpunkte klar legen und mögliche Missverständnisse ausräumen können. “Es war eine offene Begegnung und die wünsche ich mir auch für später”,betonte der künftige Bundespräsident.

Überaus positiv äußerten sich auch die Vorsitzenden der fünf Fraktionen im Bayerischen Landtag: Georg Schmid (CSU) nannte Gauck “einen Prediger der Freiheit, dem die Freiheit aus seiner Lebenserfahrung heraus etwas Besonderes ist.” Markus Rinderspacher (SPD) erwartet sich vom künftigen Bundespräsidenten eine Belebung der Demokratie. Viele Menschen im Land seien verunsichert, viele Eliten hätten Vertrauen eingebüßt. “Da ist die Sehnsucht groß, sich hinter jemanden zu scharen, der über den Tag hinaus denkt”, sagte Rinderspacher. Hubert Aiwanger (FREIE WÄHLER) freute sich über das Bekenntnis Gaucks zur sozialen Marktwirtschaft und bat: “Geben Sie diesem Land eine Zukunftsoption. Es gibt zu viele Verweigerer und Pessimisten!”

Die grüne Delegation aus Bayern wird Sie mit großer Freude unterstützen”, versprach Margarete Bause, die Fraktionschefin von Bündnis 90/Die Grünen. Gauck habe in seiner Vorstellungsrunde niemanden nach dem Mund geredet und zum Beispiel ein eindeutiges Bekenntnis zu Europa abgegeben. “Sie sind ein unabhängiger Geist mit einem unabhängigen Konzept. Ich freue mich auf Ihre außenpolitischen Reden”, sagte Bause. Thomas Hacker von der FDP schließlich stellte die Unterstützung durch alle fünf Fraktionen im Bayerischen Landtag heraus. “Das ist ein gutes Zeichen”, wertete er.

Die Wahl des neuen Bundespräsidenten findet am Sonntag, 18. März 2012, in Berlin statt. Bayern schickt 95 Wahlleute in die Bundesversammlung.

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