Bayerischer Landtag

Planspiel „Der Landtag sind wir!“: Jugendliche lernen, wie die Parlamentsarbeit funktioniert

12. Mai 2014
– Von Katja Helmö –

„Der Landtag sind wir!“ – Unter diesem Motto haben über 100 Schülerinnen und Schüler aus ganz Bayern erlebt, wie der Alltag der Abgeordneten im Parlament aussieht. Bei dem Großplanspiel im Maximilianeum übernahmen sie am 12. Mai 2014 die Rollen von Abgeordneten und konnten dabei in Fraktions-, Ausschuss- und Plenarsitzungen den Prozess der Gesetzgebung praxisnah kennenlernen. Die Jugendlichen aus München-Moosach, Neustadt an der Aisch, Nürnberg und Würzburg fanden das mehrheitlich „echt cool“, schließlich standen neben der Wissensvermittlung, wie Politik funktioniert, an diesem Tag auch Spiel und Spaß mit auf dem Stundenplan.


Erster Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet im Gespräch mit den Teilnehmerinnen Michelle Horn, Sophia Kastner, Lena Brozeller und Christin Schraut | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Über 100 Schülerinnen und Schüler aus ganz Bayern machten beim Planspiel im Landtag mit | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Wie in der echten Politik wurden ein Landtagspräsident sowie Schriftführer in der konstituierenden Sitzung gewählt | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Zunächst machten sich die Jugendlichen mit ihrer neuen Identität als „Frau Abgeordnete“ bzw. „Herr Abgeordneter“ vertraut | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

„Unsere Demokratie braucht junge Menschen wie Sie – Menschen, die mitmachen und mit gestalten wollen“, rief 1. Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet bei der Begrüßung den Jugendlichen zu. Am Ende einer kontroversen Debatte gehe es stets darum, zu einem tragfähigen Konsens und einer gemeinsamen Vorgehensweise zu finden. „Das gehört zum Wesen der parlamentarischen Demokratie“, betonte Bocklet.

Neue Identität als „Frau Abgeordnete“ bzw. „Herr Abgeordneter“

Damit sich die Schülerinnen und Schüler in die politische Arbeit stürzen konnten, mussten sie sich zunächst mit ihrer neuen Identität als „Frau Abgeordnete“ bzw. „Herr Abgeordneter“, ihrer Fraktion sowie dem politischen Schwerpunktthema des Großplanspiels – „Flexibilisierung der Ladenöffnungszeiten“ – vertraut machen. Angeleitet von Mitarbeitern des „Centrums für angewandte Politikforschung (C.A.P.) der Ludwig-Maximilians-Universität München sammelten sie in den Fraktionen Argumente und formulierten Ziele: Was wollen wir erreichen? Was spricht für, was gegen geöffnete Tankstellenshops rund um die Uhr?

Mit entsprechenden Positionspapieren „bewaffnet“, ging es damit in die „Ausschusssitzungen“ bzw. in den Meinungswettbewerb mit den anderen Fraktionen. „Die Jugendlichen erfahren, was Politik bedeutet: Ringen um den richtigen Standpunkt, streiten, aber auch über den eigenen Schatten springen und Kompromisse eingehen“, erklärte Eva Feldmann-Wojtachnia vom C.A.P, das im Auftrag des Bayerischen Landtags das Planspiel entwickelt hat. Seit 2007 wird es rund 70mal jährlich an Schulen in Bayern durchgeführt, wobei die Spielvorlagen ständig überprüft und weiterentwickelt werden.

„Wir haben heute etwas mitgenommen“ – darin waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach einer engagierten und lebhaften Debatte mit Schlussabstimmung alle einig. Theo David Deinlein (alias Frank Underwood), Inga Romina, Leon-Ivan Zubcic (alias Jimmy Rodriguez) und Paula Hofmann hatten nach einem arbeitsreichen Nachmittag die Argumente von CSU, SPD, FREIE WÄHLER und Bündnis 90/Die Grünen – jeweils quittiert mit donnerndem Applaus – im Plenum vorgetragen.  Bei einem Gespräch mit „echten“ Politikern konnten die Jugendlichen die Eindrücke des Tages dann nochmals vertiefen. Mechthilde Wittmann (CSU), Gabi Schmidt (FREIE WÄHLER) und Margarete Bause (Bündnis 90/Die Grünen) stellten sich dazu den Fragen der Schülerinnen und Schüler.

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